pd/bns. Je auf einer Doppelseite präsentieren sich die zwölf Zähringerstädte der Schweiz und Deutschlands in der neuen, rund 30seitigen Broschüre, die am Montag dieser Woche der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Initiative zu diesem ersten gemeinsamen Produkt touristischer Werbung ist laut einer Medienmitteilung vor rund einem Jahr von Beat Anneler, Direktor der Thun Tourismus Organisation (TTO) ausgegangen: «Er kontaktierte damals Harald Kuderer aus Freiburg im Breisgau (Deutschland), seit 1968 Koordinator der Zusammenarbeit unter den Zähringerstädten. Kuderer seinerseits startete eine Umfrage bei den Partnerstädten und stiess sofort auf positives Echo. Alle Städte beschlossen, die Kosten der Broschüre anteilsmässig zu tragen. Redaktionell betreut und illustriert wurde sie durch den Thuner Journalisten und Fotografen Ruedi Spiess. Die beiden arbeiteten intensiv mit den Tourismusbüros und den Stadtverwaltungen zusammen. Nun wurde eine erste Auflage von 35 000 Exemplaren produziert. Das Heft kann von Interessierten gratis bezogen werden.»
Geschichtliches und Aktuelles über jede Stadt
Im Sinne eines Cross-Marketings – einer kombinierten Tourismus- und Standortwerbung – soll laut der Medienmitteilung mit der neuen, vierfarbigen Broschüre im A4-Format Gästen und Einheimischen die Attraktivität der Zähringerstädte nähergebracht werden. Die Broschüre basiere auf einem einheitlichen Raster mit Bildern und Texten, die auf einer der beiden Seiten pro Stadt auf die geschichtliche Vergangenheit hinwiesen und auf der zweiten Seite dann die heutigen Vorzüge der Städte beleuchteten: «Auf einer Karte ist deren Lage in der Schweiz und in Deutschland auf einen Blick erkennbar. Natürlich soll das gegenseitige Bekanntmachen auch dazu anregen, die eine oder andere Partnerstadt zu besuchen.»
Je sechs «Zähringerstädte» in der Schweiz und in Deutschland
Die heutige enge Zusammengehörigkeit reiche in die Gründungszeit der meisten Städte zurück, verlautet im weiteren: «Im 12. Jahrhundert errangen die Zähringer im heutigen Südwestdeutschland und in der heutigen Schweiz eine bedeutende Machtstellung, ohne jedoch tatsächlich ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet formen zu können. Der Silberbergbau im Schwarzwald bildete hiefür auch eine finanzielle Grundlage. Die Zähringer gründeten in ihrem Einflussbereich zahlreiche Städte, Dörfer und Klöster. Einheitliches Recht, zentrale Verwaltung sowie grösstmögliche Freiheit für die Bürger der Städte kennzeichneten den Herrschaftsbereich der Zähringer. Ein weiteres Kennzeichen ist der typische Stadtgrundriss mit dem so genannten Zähringer Strassenkreuz: Zwei Strassenzüge, die sich annähernd rechtwinklig kreuzen, teilen das Stadtgebiet in vier Quartiere. Meist ist die eine Achse als Marktgasse breiter ausgebildet. Kirche und Rathaus stehen meinst nicht im selben Viertel.» Je sechs «Zähringerstädte» gibt es in der Schweiz und in Deutschland. In der Schweiz sind es Bern, Burgdorf, Freiburg im Uechtland, Rheinfelden, Murten und Thun, in Deutschland Bräunlingen, Freiburg im Breisgau, Neuenburg am Rhein, St. Peter, Villingen-Schwenningen und Weilheim an der Teck. Sie alle liegen entweder am Unterrhein oder im Schwarzwald. Als Zähringerstadt ebenfalls oft genannt wird Offenburg, das jedoch bisher nicht an der Zusammenarbeit der schweizerischen und deutschen Städte beteiligt ist.
Weitere Schritte der Zusammenarbeit geplant
«Da die Zähringerstädte einen regen Austausch pflegen, aber die Bevölkerung eigentlich wenig über die andern Partner kennt, entstand anlässlich eines Besuches einer grossen Delegation aus Freiburg im Breisgau in Thun vor einem Jahr die Idee, man könnte sich gegenseitig und bei der Bevölkerung noch besser bekannt machen», heisst es im weiteren. Bei der Broschüre soll es nicht bleiben. TTO-Direktor Beat Anneler: «Wir prüfen zurzeit weitere Projekte wie etwa Reise-Packages in die andern Zähringerstädte.» Er hoffe, noch dieses Jahr konkrete weitere Schritte bekanntgeben zu können.
Broschüre «Die Zähringerstädte». Die Broschüre kann bei den Tourismusbüros der Städte gratis bezogen werden. In Thun ist dies das Büro der TTO, 033 225 90 00 / thun@thunersee.ch
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