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Berner Oberland News – 11. Jahrgang
Mittwoch 6. Juni 2007
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Die Burgkirche Ringgenberg mit der Burgruine. Links im Bild der in einer ersten Etappe sanierte Turm. (Bild Peter Schmid)
Burgruine Ringgenberg: Zweite Restaurierungsetappe angelaufen

Die Burgruine Ringgenberg steht wieder im Baugerüst: Nachdem in einer ersten Etappe im letzten Jahr der Turm saniert wurde, hat die Restaurierung der Umfassungsmauern begonnen. Die Arbeiten dauern bis Frühjahr 2008. An einem Tag der Offenen Tür vom 11. Juni 2007 erfahren Interessierte mehr über die neuen historischen Erkenntnisse und das Vorgehen bei der Sanierung.

aid/pd. Für die Sanierungsarbeiten an der Burgruine Ringgenberg – siehe auch Burgruine Ringgenberg: Touristische Aufwertung mit Besuchersteg? vom Mittwoch 31. Mai 2006 – wird mit Kosten von rund 675 000 Franken für die reinen Konservierungs- und Dokumentationsarbeiten gerechnet.

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Ringgenberg ist berühmt, weil hier der Minnesänger Johannes von Ringgenberg (zirka 1270 bis 1350) seinen Sitz hatte. Der 1670/71 erfolgte Einbau der Kirche in die mittelalterliche Burg habe die Anlage zu einem der weitherum reizvollsten Ensembles gemacht – und die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde zum «Burgherr» werden lassen, wird in einer Medienmitteilung erinnert. Da die letzte grosse Sanierung in den Jahren 1946 bis 1949 erfolgte, seien umfassende Konservierungsarbeiten nötig: «Diese begannen vor rund einem Jahr und werden vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern geleitet; die erste Sanierungsetappe wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen.» Die losen Teile der Mauerkrone wurden laut der Medienmitteilung abgebrochen, neu aufgemauert und mit einer dauerhaften neuen Abdeckung aus Kalkmörtel versehen. Der Bewuchs mit Efeu, Büschen und Bäumen sei entfernt worden. Die Mauerwerksfugen wurden laut der Medienmitteilung neu mit Kalkmörtel geschlossen: «In der nun angelaufenen zweiten Etappe werden die Ringmauern gereinigt, bauarchäologisch untersucht und anschliessend saniert.» Ebenfalls Bestandteil der aktuellen Sanierungsetappe sei die Montage der metallenen Treppenanlage im Innern des Turmes sowie eine Neugestaltung des Innenhofes. Über die Treppe könnten die Besucher künftig auf den Turm steigen.

Vor der eigentlichen Sanierung habe der archäologische Dienst des Kantons Bern eine archäologische Untersuchung und Dokumentation durchgeführt, die interessante Ergebnisse zur Baugeschichte der Burg erbracht habe, verlautet im weiteren: «Nach neusten Erkenntnissen wurde die Burg in zwei Etappen erbaut. Um 1240 entstanden die Ringmauern und der Turmsockel. Fertiggestellt wurde der Turm aber erst im späten 13. Jahrhundert. Der Grund für den langen Bauunterbruch ist nicht bekannt. Der Turm diente nicht Wehrzwecken. Er bestand in seinem Innern vielmehr aus einem einzigen, über zwei lichtlosen Kellergeschossen liegenden grossen Saal. Dieser Raum war mit einer umlaufenden Galerie ausgestattet und hatte keine Heizung. Möglicherweise war es der nur im Sommer benützte Saal des Minnesängers Johannes I. von Ringgenberg, der dort höfische Feste veranstaltete. Zu solchen Festivitäten gehörte im Mittelalter auch die Jagd. Wohl deshalb sind in der seeseitigen Aussenmauer des Turmes eine Anzahl von kleinen Nischen angebracht, die wahrscheinlich als Nistplätze für Tauben dienten. So konnte man bequem von der Turmplattform aus eine Falkenjagd veranstalten, bei der die Tauben als Beute der Falken dienten.»

Tag der Offenen Tür am 11. Juni 2007. Am 11. Juni 2007 besteht für alle Interessierten die Möglichkeit, aus erster Hand mehr über die neuen historischen Erkenntnisse und das Vorgehen bei der Sanierung zu erfahren. Von 16.30 bis 19.00 Uhr führen die Archäologen und die Sanierungsfachleute durch die Ruine und stellen ihre Arbeit vor. Die Kirchgemeinde Ringgenberg und der Archäologische Dienst des Kantons Bern laden ganz herzlich zu diesem Anlass ein.
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