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Berner Oberland News – 12. Jahrgang
Sonntag 10. Juni 2007
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«Eiger live» in Grindelwald: Die Frauen haben das Wort

Sieben starke Frauen auf dem Baerplatz in Grindelwald: In der «Eiger-live»-Bergdenkerrunde vom Donnerstagabend hat Moderator Röbi Koller die Frage aufgeworfen, ob Frauen beim Bergsteigen gleichwertige Partner seien.

Die Ringgenberger Bergführerin Marianne Ebneter (Bild Bruno Petroni)

Heitere und interessante Gesprächsrunde am Donnerstag in Grindelwald mit weiblicher Bergsteigerprominenz: Dabei waren Ines Papert, vierfache Weltmeisterin im Eisklettern aus Deutschland, Marianne Ebneter, eine von einem halben Dutzend Berner Oberländer Bergführerinnen und die Unterbacherin Käthi Flühmann, vor zwanzig Jahren die erste Bergführerin der Schweiz. Dies waren nur drei von sieben klingenden Namen aus der alpinen Szene, die sich mit Moderator Röbi Koller zur Frage unterhielten, ob die Frauen den Männern in den Bergen wirklich unterlegen seien, .

Männer als Anführer

«Es ist auch heute noch unüblich und fällt auf, wenn eine reine Frauengruppe in einer SAC-Hütte eintrifft»: Als langjährige ehemalige Hüttenwartin der SAC-Gaulihütte muss Käthi Flühmann es wissen. Brigitte Holdenegger als Ressortleiterin im Zentralvorstand des SAC und Tourenleiterin weiss auch, «dass bei irgendwo eintreffenden, gemischten Gruppen der Anführer immer bei den Männern gesucht wird».
Bruno Petroni, freier Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Holdenegger glaubt ausserdem: «Viele Männer haben ein grosses Problem damit, wenn sie von einer Frauenseilschaft ein- und überholt werden. Für sie artet das ganze dann schnell einmal zu einem Rennen aus.»

Männer überschätzen sich
Ines Papert und Marianne Ebneter waren sich einig: «Die Frauen bereiten sich gründlicher, besser und vorsichtiger auf eine Bergtour vor.» In der ganzen Gesprächsrunde herrschte Einigkeit darüber, dass das männliche Geschlecht eher zur Selbstüberschätzung neige. «Viele Männer stehen einfach von Grund auf selbstbewusst da. Die Frauen tun dies erst, wenn sie wirklich sicher sind, was sie da machen», sagte die in Ringgenberg lebende Bergführerin Marianne Ebneter. Die deutsche Spitzenalpinistin Ines Papert stellte schon oft fest: «Er schlägt seiner Partnerin eine Route vor, sie lässt sich dazu regelrecht überreden, scheitert schliesslich, und der Zoff ist vorprogrammiert.»

Keine Machovereinigung
SAC-Tourenleiterin Irene Inauen hatte eine Erklärung dafür, dass nur ein Drittel aller SAC-Mitglieder weiblich sei und es auf hundert Bergführer nur zwei Führerinnen gebe: «Oft sind die Mädchen im Juniorenalter sogar besser als die Knaben. Aber durch die körperliche Veränderung hören die meisten dann frustriert auf.» Eine Machovereinigung wollte Inauen die Schweizer Bergführerzunft nicht gerade nennen, «aber ein Abbild unserer Gesellschaft ist sie halt eben schon». – An der Gesprächsrunde beteiligten sich neben den vorgenannten Alpinistinnen auch die beiden jungen Innerschweizer Bergsteigerinnen Yvonne Hofstetter und Rebekka Bisig.
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