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Kulturpreis Berner Oberland an Ernst Hanke

Der mit 10 000 Franken dotierte Kulturpreis Berner Oberland 2007 ist am Freitagnachmittag dem Ringgenberger Steindrucker Ernst Hanke verliehen worden.

Ernst Hanke (rechts) erhält den Kulturpreis Berner Oberland aus der Hand von Ueli Häsler, Präsident der Kulturkommission der Volkswirtschaftskammer Berner Oberland. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

ds/bns. Der «Kulturpreis Berner Oberland» wurde laut Ueli Häsler, Präsident der Kulturkommission der Volkswirtschaftskammer, im Jahre 2003 lanciert und erstmals vergeben. Erster Preisträger des «Oberländer Oskars», des «Munis», war Polo Hofer. Der Preis werde seither alle zwei Jahre, in den ungeraden Jahren also, vergeben. Nach der Verleihung des Preises an das Menuhin-Festival in Gstaad im Jahr 2005 werde der dritte Kulturpreis und der jeweils in der Schnitzlerschule abgegossene «Muni» nach zwei Gewinnern aus der Sparte Musik einem Künstler aus der Sparte bildende Kunst verliehen. Bei der Preisverleihung im Kirchgemeindehaus Ringgenberg führte Häsler aus, der Kulturpreis werde für ein Lebenswerk einer Persönlichkeit, einer Institution oder eine längere, konstante Arbeit im Kultursektor vergeben. Er sei kein Förderpreis, sondern die höchste Leistungsauszeichnung des Berner Oberlandes: «Den dritten Preisträger, Ernst Hanke, kennen wohl vor allem Kunstbeflissene, denn seine Arbeit leistet er zu einem guten Teil im Hintergrund, abseits der Öffentlichkeit, jenseits des Interessens der Medien.» Seine Arbeit als Steindrucker und Künstler, die er seit fast 40 Jahren leiste, zeuge von seiner immensen Schaffenskraft, bei der die Qualität stets im Zentrum stehe.

Ernst Hanke mit dem vom Gsteigwiler Künstler Peter Stähli gestalteten «Muni».

Die Volkswirtschaftskammer würdige Ernst Hanke als Menschen: «Ernst Hanke hat schon höchste Auszeichnungen für sein Schaffen erhalten – im Jahr 1984 den Senefelderpreis in Offenbach und 1994 den Grafikpreis des Schweizerischen Lithographenbundes in Bern.» Bei Hanke gingen renommierteste Künstler ein und aus wie Susanne Hartmann, Paul Wunderlich, Jacques Rime, Gottfried Tritten, um nur ein paar zu nennen. Der grosse Erfolg habe Ernst Hanke nicht abheben lassen: «Wir würdigen seine Bescheidenheit, seinen Geist der Freundlichkeit, die jeder erfährt, der das Haus der Hankes betritt.» Gewürdigt werde schliesslich Hankes reiches bisheriges Lebenswerk, «ein jahrelang beharrlich gewobenes Netzwerk der Kunst, des gemeinsamen Schaffens und Lebens, dessen Zentrum hier in Ringgenberg am Brienzersee liegt, und weit über die Grenzen des Berner Oberlandes hinaus strahlt.» Die Laudationes in deutscher Sprache hielt der niederländische Künstler Poen de Wijs, in Französisch der Greyerzer Tiermaler Jacques Rime. De Wijs führte unter anderem aus, die Steindruckerei Hanke in Ringgenberg habe sich zum internationalen Zentrum für Lithografie entwickelt: «Der Name Ernst Hanke bedeutet: absoluter Topqualitätssteindruck.» Auch der Ringgenberger Gemeindepräsident Hans von Allmen wies darauf hin, Ernst Hanke und sein Schaffen strahlten weit über die Grenzen von Ringgenberg aus.

Ernst Hanke. Schulen und Ausbildung in Zürich. Lehre als Drucker in Zürich. Ausbildung als Steindrucker in Dielsdorf (Kanton Zürich). Malerische Ausbildung fast ausschliesslich als Autodidakt. Abendkurse im Aktzeichnen bei Eugen Früh in Zürich. Besuch einer Internationalen Sommerakademie bei Poen de Wijs in Den Haag (Niederlande). Zeichnungskurse bei Michael Binder in Meiringen. 1984 Internationaler Senefelderpreis in Offenbach (Deutschland). 1994 Grafikpreis des Schweizerischen Lithografenbundes in Bern. Viele Ausstellungen im In- und Ausland. Betreibt heute eine Steindruckerei mit Lithografieatelier in Ringgenberg. Ernst Hanke: «Seit der Lehre, wo ich mit dem Solenhofer Schiefer in Berührung kam, hat mich die Faszination für den Steindruck oder die Lithographie nicht mehr losgelassen. Nach der Lehre kamen ein paar Jahre in verschiedenen Druckereien. Per Zufall kam ich aber wieder auf den Steindruck zurück. In Dielsdorf arbeitete ich mit vielen internationalen Künstlern 13 Jahre als Steindruckandrucker. 1984 konnten wir die ehemalige Lithografieanstalt Casserini in Thun käuflich erwerben. Zusammen mit meiner Frau baute ich unsere eigene Druckerei auf. 1987 sind wir an den heutigen Standort Ringgenberg bei Interlaken umgezogen. Hier drucken wir nun für verschiedene Künstler aus dem In- und Ausland.
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