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Sonntag 3. Juni 2007
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Jungfrau-Stafette ohne Gleitschirme und historische Flugzeuge

Unter erschwerten Wetterbedingungen haben am Samstag über 600 Sportler an der Jungfrau-Stafette zu Fuss, auf Rädern und auf Skis 11 der geplanten 13 Etappen zurückgelegt. Die historischen Flugzeuge und die Gleitschirme mussten am Boden bleiben. Sieger wurde das internationale Team Global Bulls vor GK Racing Team und den Swiss Bulls.

Treffen auf 3450 Meter über Meer. Von links nach rechts: Die Schweizer Skilegenden Daniel Mahrer, Franz Heinzer und Bernhard Russi waren drei von 43 Vertretern ihrer Teams an der Jungfrau-Stafette. (Bilder Bruno Petroni)

pd/bns. Das Wetter ist zuweilen stärker: Das mussten die Veranstalter der ersten Jungfrau-Stafette im Jahr 1931 anerkennen und so war es bei der Neuauflage im Jahr 2007. Bis zum Flugplatz Birrfeld lief alles normal, wenn auch etwas schneller als erwartet. Von Schirmherr Adolf Ogi ins Rennen geschickt trugen die Läufer und Radfahrer die Stafettenbändel vom Landesmuseum via Kloster Fahr auf den Aargauer Flugplatz. Am bis zu 16 Prozent steilen Heitersberg lieferten sich die Radprofis Markus Zberg und Bruno Risi ein hartes Duell, verfolgt von Franco Marvulli.

Nach heiteren Sprüchen vor dem Start ziemlich unsicher auf der unpräparierten Abfahrt Richtung Konkordiaplatz: Der Zermatter Hotelier und Skipapst Art Furrer, für einmal nicht mit Cowboyhut, sondern mit Helm.

Hochstimmung im Tiefdruckgebiet

Tief hingen die Wolken über dem ganzen Mittelland. An einen Start der historischen Flugzeuge war nicht zu denken. Die Skifahrer wurden entsprechend den Zeitrückständen der Radfahrer vom Jungfraujoch Richtung Aletschgletscher geschickt. Als erster startete somit Zbergs Mannschaftskollege Daniel Bucher vor Werner Schilling der für den verletzten Bernhard Russi eingesprungen war. Auf der Südseite des Jungfraujochs war das Wetter nicht viel besser. Die Laufstrecke über den Aletschgletscher war schon am Vortag an dessen Rand verlegt worden. Athleten und Zuschauer liessen sich den grossen Tag jedoch nicht verderben. Augenzeugen berichteten von einer phantastischen Stimmung am Übergabeposten der Gletscher- zu den Bergläufern.

Es war kein Tag für die Flieger. Die VIP blieben in Dübendorf in einer Junkers JU-52 am Boden, anstatt die Übergabe am Jungfraujoch aus der Luft zu beobachten. Und auch die Gleitschirmflieger mussten auf ihren Einsatz verzichten. Ab der Fiescheralp standen dann wieder wetterfeste Disziplinen auf dem Programm. Die Downhillbiker erhielten auf der Fiescheralp in dem Moment ihr Startsignal, in dem der Bergläufer ihres Teams das Eggishorn erreichte. Als erster startete Downhillprofi Claudio Caluori für die Global Bulls vor Philipp Zenklusen (GK Racing) und René Wildhaber (Swiss Bulls).

Für einmal Skifahren im unpräparierten Neuschnee: Die Grindelwalder Silbermedaillengewinnerin von Turin, Martina Schild, gut gelaunt vor dem Start zu ihrer acht Kilometer langen Fahrt zum Konkordiaplatz hinunter.

Downhillbikes und Vorkriegsmaschinen

Die Veranstalter der Jungfrau-Stafette wollen laut einem Medienbericht Tradition und Moderne miteinander verbinden: «Nirgends war das sichtbarer als bei der Übergabe des Stafettenbändels der Downhiller auf ihren Hightech-Bikes an die Motorradfahrer, die alle auf Vorkriegsmaschinen unterwegs waren.» Als einzige legten die Motorrad- und Autofahrer ihre Etappe bei Sonnenschein zurück. Sie mussten eine vorgegebene Zeit möglichst genau erreichen. Vorsprung ergab einen Zeitzuschlag. Deshalb veränderten sich die Zeitabstände zwischen Fisch und Lausanne nur gering. Die waren allerdings schon gross genu g. Während der Motorradstar der sechziger und siebziger Jahre Giacomo Agostini als Führender seinen Teamkollegen Dieter Quester ins Rennen schickte, war der letzte Downhillfahrer, Robert Grünig, gerade erst gestartet.Der enge Dreikampf zwischen Global Bulls, GK Racing und Swiss Bulls, setzte sich zwischen Birrfeld und Zürich fort. Als erster Schlussläufer ging der australische Weltklassetriathlet Courtney Atkinson (Global Bulls) auf die Strecke, mit rund fünf Minuten Vorsprung auf den Schweizer Spitzenläufer Christian Belz (GK Racing). «Auf der Startstrecke heute morgen habe ich gesehen, wie hoch das Niveau unter den Läufern ist und ich war froh um meinem Vorsprung auf der Schlussstrecke», meinte der Australier im Ziel: «Es war hart und ich bin glücklich, habe ich mit dem Team gewonnen.» Alt Bundesrat Adolf Ogi erklärte schon am frühen Morgen: «Vor 68 Jahren war es ein Wagnis, einen solchen Anlass durchzuführen und ein Wagnis ist auch das Revival heute.»
Ranglisten bei Datasport unter jungfrau-stafette.ch/downloads_rb.htm
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