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Thun: Knappes Ja zum Verkauf der «Blümlimatt»

Mit 51 Prozent Ja-Stimmen haben die Thuner Stimmberechtigten den Verkauf der «Blümlimatt» relativ knapp gutgeheissen.

sth/bns. An attraktiver Hanglage im Osten der Stadt Thun wollen private Investoren dort etwa 50 Eigentumswohnungen bauen. Die zuständige Gemeinderätin Jolanda Moser ist laut einer Medienmitteilung sehr froh, dass sich eine Mehrheit der Thuner Stimmberechtigten für diesen Verkauf entscheiden hat. 4609 Ja- und 4399 Nein-Stimmen ergab die kommunale Volksabstimmung über den Verkauf der rund 17 000 Quadratmeter Wohnbauland auf der «Blümlimatt» in Thun. Mit 51,17 Prozent Ja (Stimmbeteiligung bei der städtischen Vorlage: 30,37 Prozent) fiel das Ergebnis recht knapp aus: «Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Es gibt offenbar nicht nur skeptische Anwohner, sondern auch recht viele Leute, die mit einem Nein andere Bedenken zum Ausdruck gebracht haben», kommentierte die zuständige Gemeinderätin Jolanda Moser (FDP), Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften, den für sie überraschend hohen Nein-Stimmenanteil. Vielleicht habe sie im Vorfeld zu wenig aufgezeigt, dass das Geschäft mit Einnahmen von rund 10,5 bis 12,5 Millionen Franken – je nach Ausnützungsziffer des künftigen Projektwettbewerbssiegers – nicht etwa nur für die Stadtfinanzen gut sei, sondern auch andere Vorteile aufweise. «Zum einen ist es für die Stadt Thun auch langfristig von grossem Nutzen, wenn sie weiter wachsen kann und zuziehenden Familien attraktive Wohnlagen an einem Südwesthang anbieten kann», meinte sie. «Und zum andern ist die ‹Blümlimatt› ein gutes Beispiel dafür, wie man durch Verdichtung des Siedlungsgebietes wachsen kann, ohne die Zersiedelung über den Stadtrand hinaus weiter voranzutreiben.»

Da sich sowohl der Gemeinderat als auch der Stadtrat in seiner Mehrheit im Vorfeld der Abstimmung einig waren und keine Partei gegen dieses Geschäft Opposition gemacht hatte, fand laut der Medienmitteilung auch kein eigentlicher Abstimmungskampf statt. So sei erst heute das überraschende Resultat erkennbar. Jolanda Moser: «Zudem ist offenbar auch die Besorgnis der Thuner über die schlechte Finanzlage und die geringe Steuerkraft nicht sehr gross.» Wichtig sei nun, dass an dieser für das Ortsbild von Thun wichtigen Stelle ein Projekt mit städtebaulich und architektonisch gutem Siedlungs- und Wohnkonzept entstehe. Und dazu gehöre selbstverständlich auch, dass die Anliegen der Anwohner ernst zu nehmen seien und eine optimale Erschliessung geplant werde, sagte Moser. Die Alta Vista AG, Bern, werde gemäss Kaufvertrag einen Projektwettbewerb unter 12 bis 16 Teilnehmern durchführen, die HRS Hauser Rutishauser Suter AG, Frauenfeld, werde die Überbauung mit etwa 50 Eigentumswohnungen realisieren.
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