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Donnerstag 28. Juni 2007
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Weltnaturerbe Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn erweitert

Das Unesco-Welterbe-Komitee hat am 28. Juni 2007 in Christchurch (Neuseeland) an seiner jährlichen Sitzung einer Erweiterung des Weltnaturerbegebiets Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn und dem Managementplan zugestimmt.

Das Weltnaturerbegebiet Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn wird um 285 Quadratkilometer erweitert. Unser Bild zeigt den Blick von der Panoramastrasse Oberaar aus auf das obere Ende des Grimselsees. (Archivbild Peter Schmid)

Nach dem positiven Entscheid des Unesco-Welterbe-Komitees vom 28. Juni 2007 wird laut einer gemeinsame Medienmitteilung der Trägerschaft des Unesco-Welterbes Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn und des Bundesamtes für Umwelt das erste Weltnaturerbe im Alpenraum, das Gebiet um Jungfrau, Aletsch und Bietschhorn, um 285 Quadratkilometer erweitert: «Das sind mehr als 50 Prozent des bisherigen Gebiets; bisher hatte es eine Grösse von 539 Quadtratkilometer. Der erweiterte Perimeter umfasst nun im Nordosten fast das gesamte Aarmassiv bis zur Grimsel. Die Gipfellinie Schreckhorn, Lauteraarhorn, Finsteraarhorn und Oberaarhorn wird mitsamt ihren Gletschern ins Welterbe integriert. Im Westen umfasst die Erweiterung die Gebiete um Gspaltenhorn, Blüemlisalpgruppe inklusive Petersgrat, Kanderfirn und die Doldenhorngruppe sowie die zum Lötschental abfallende Talflanke.»

Durch die Erweiterung erhalten laut der Medienmitteilung auch die bisherigen Berner Perimetergemeinden Grindelwald und Lauterbrunnen sowie die Walliser Gemeinde Blatten einen beträchtlichen Zuwachs an Welterbe-Fläche: «Neu zum Welterbe gehören nun Teile der Berner Gemeinden Guttannen, Innertkirchen, Meiringen, Schattenhalb, Kandersteg, Reichenbach sowie die Walliser Gemeinden Ferden, Hohtenn, Kippel, Steg und Wiler. Insgesamt haben nach der Erweiterung 26 Gemeinden Anteil am Welterbe. Die Vergrösserung der bisherigen Welterbestätte rundet das Gebiet Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn ab, welches im Jahr 2001 aufgrund seines aussergewöhnlichen universellen Werts in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden war. Die Erweiterung auf 824 Quadratkilometer Gesamtfläche, der wesentlich vergrösserte Gletscheranteil und die Integration der neuen Gebirgslandschaften werten den bisherigen Perimeter deutlich auf. Das Gebiet umfasst nun die gesamte, nach Norden imposant abfallende Gebirgskette der Berner Hochalpen auf dem Gebiet der Kantone Bern und Wallis. Der neue Perimeter ist fast flächendeckend mit den beiden Objekten Berner Hochalpen und Aletsch-Bietschhorn-Gebiet des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Diese bedeutende Unesco-Auszeichnung verpflichtet die Schweiz, ihre Verantwortung für den europäischen Alpenraum wahrzunehmen und diese einmalige Hochgebirgsregion durch wirksame Schutzmassnahmen und eine nachhaltige Nutzung unversehrt an spätere Generationen zu übergeben.»

Das Unesco-Welterbe-Komitee sei mit seinem zustimmenden Entscheid der Empfehlung der beiden Experten der World Conservation Union gefolgt, die im letzten Herbst im Auftrag des Komitees das Kandidaturgebiet von Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn besuchten, verlautet abschliessend. Das Unesco-Welterbe-Komitee habe mit seiner Zustimmung zur Erweiterung des Gebiets Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn auch den Managementplan für das Welterbe genehmigt. Im Bericht der Experten der World Conservation Union, die im letzten Herbst das Kandidaturgebiet besucht hatten, werde der klar formulierte Managementplan gelobt: «Betont und gewürdigt wird, dass er in einem exemplarischen Partizipationsprozess gemeinsam mit der Bevölkerung in der Region erarbeitet wurde.» Das Unesco-Welterbe-Komitee habe der Schweiz zudem empfohlen für das erweiterte Gebiet einen neuen Namen zu suchen. Die entsprechenden Arbeiten seien bereits im Gange.

Erweiterungsfeier am Oeschinensee in Kandersteg. Am Montag 2. Juli 2007, findet am Oeschinensee bei Kandersteg eine Erweiterungsfeier mit geladenen Gästen und Medienvertretern statt. Der Anlass wurde im Auftrag der Trägerschaft Unesco-Welterbe von den Gemeinden Kandersteg und Reichenbach unter Mitarbeit des Managementzentrums Welterbe organisiert.
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