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Hochwasserschutz an der Aare zwischen Thun und Bern

Der Hochwasserschutz an der Aare zwischen Thun und Bern wird konkret: Ab Mittwoch 23. Mai bis 22. Juni 2007 geht das Projekt in die öffentliche Mitwirkung. Umgesetzt werden sollen 25 Massnahmen in zwei Etappen in den Jahren 2010 bis 2030. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 50 Millionen Franken.

aid/bns. Ziel des Projekts ist laut einer Medienmitteilung ein Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Interessen. Nach dem Hochwasser vom August 2005 hätten der Kanton Bern, die 18 Anliegergemeinden und die Schwellenkorporation Aare-Zulg-Korrektion das Projekt «Nachhaltiger Hochwasserschutz Aare Thun–Bern» gestartet, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Vorrangiges Ziel ist es, die Bevölkerung vor künftigen Hochwassern zu schützen.» Darüber hinaus wolle das Projekt die Trinkwasserversorgung sichern, den Aareraum ökologisch aufwerten und für Erholungssuchende noch attraktiver machen. «Das Projekt ist eine Lösung, bei welcher alle Anforderungen an den Aareraum sorgfältig gegeneinander abgewogen wurden», sagte die bernische Baudirektorin, Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, am Dienstag an einer Medienkonferenz in Steffisburg: «Unser Ziel ist es, eine langfristige Balance zwischen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Interessen zu schaffen.»

Grundgedanke des Projekts sei, der Aare wieder mehr Raum zu geben, verlautet im weiteren. Der Flusslauf soll an möglichst vielen Stellen verbreitert und mit Nebenarmen ergänzt werden: «Dadurch kann die Erosion der Flusssohle gestoppt und so das für die Trinkwasserversorgung wichtige Niveau des Grundwasserspiegels stabilisiert werden.» Bei Hochwasser könne sich so die Aare künftig ihren Raum nehmen, ohne grosse Schäden anzurichten. Punktuell sollen auch die Dämme erhöht werden. Insgesamt seien 25 Massnahmen zwischen dem Auslauf des künftigen Entlastungsstollens in Thun und der Elfenau in Bern geplant: «Bereits umgesetzt sind die Sofortmassnahmen in der Hunzigenau bei Rubigen und an der Gürbemündung.» In der Hunzigenau sei die Aare 30 bis 50 Meter breiter geworden, habe neue Seitenarme und zwei Inselchen erhalten. Entstanden sei so ein vielfältiger Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere, der auch zahlreiche Erholungssuchende anziehe. Bei Kehrsatz wurde laut der Medienmitteilung der Mitteldamm zwischen Aare und Gürbe verstärkt. Für das Gebiet zwischen der Augutbrücke und der Gürbemündung sei ein separater Wasserbauplan erarbeitet worden: «Die Planauflage hat im vergangenen Herbst stattgefunden.»

Umgesetzt werde das Projekt in zwei Etappen, heisst es im weiteren: «In einer ersten Phase wird der Hochwasserschutz sichergestellt. Anschliessend werden in einer genau definierten Abfolge die Uferverbauungen entfernt, Anrissstellen geschaffen und Seitenarme sowie abgeschlossene Weiher und Tümpel als Lebensraum für Amphibien angelegt. Danach gestaltet die Aare selber ihren Raum. In der zweiten Phase wird mit Hilfe von Ufersicherungsmassnahmen dafür gesorgt, dass die Aare den Erosionsprozess an den Ufern nicht weiter vorantreibt als geplant. Die erste Phase dauert ab 2010 bis zirka 2025 und kostet rund 36 Millionen Franken. Die zweite Phase beginnt ab 2020 und soll sich über zehn Jahre erstrecken. Sie kostet 14 Millionen Franken.»

Öffentlich aufgelegt. Das Projekt wird vom 23. Mai bis 22. Juni 2007 in den beteiligten Gemeinden zwischen Thun und Bern öffentlich aufgelegt. Es wird zudem an Ausstellungen in Steffisburg (Burgerheim Thun), Münsingen (Freizythuus) und Bern (Kornhausforum) und an zwei Informationsabenden in Steffisburg (30. Mai) und in Münsingen (31. Mai) vorgestellt. Am Aarewasser-Tag vom 9. Juni kann die renaturierte Hunzigenau an Führungen besichtigt werden.
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