Abgeschlossen wurde laut einer Medienmitteilung jedoch die Umstrukturierung nach den Vorgaben des Spitalversorgungsgesetzes: «Mit der Annahme des neuen Spitalversorgungsgesetzes haben die Anstrengungen der Spital STS AG, mit dem Zusammenschluss von Spitälern eine Versorgungsregion zu bilden, den definitiven rechtlichen, und mit der Integration des Spitals Saanen, auch den definitiven räumlichen Rahmen erhalten. Dass zusätzliche Patienten gewonnen werden konnten, und dies in allen drei Betrieben, ist auch eine Bestätigung dafür, dass die Bevölkerung in der Region die heutige Struktur der Spital STS AG akzeptiert und schätzt. Wohl ist die Spital STS AG gegenwärtig vorteilhaft positioniert, was aber nicht darüber hinweg täuschen darf, dass auch in der Zukunft grosse Anstrengungen notwendig sind, das Unternehmen Spital STS AG weiter zu stärken und sich Erneuerungen und Veränderungen zu stellen.»
Leistungen/Angebot
Im medizinischen Bereich bedeute dies, dass jene Leistungen ausgebaut werden, welche einer Spitalinfrastruktur bedürften und einer regionalen Bevölkerung dienten, verlautet im weiteren: «Deshalb wurde im vergangen Jahr der Konsolidierung des Leistungsangebotes grosse Beachtung geschenkt, indem keine neuen Angebote, jedoch neue Kapazitäten in den bereits Bestehenden geschaffen wurden. Damit sollen Wartezeiten für Untersuchungen und Therapien verkürzt werden, was einem auch im Gesundheitswesen nun Einzug haltenden Trend, dass Wartezeiten nicht mehr akzeptiert werden, entspricht. Alle Spitäler stehen vor einer grossen Herausforderung, was das zur Verfügung stellen von Kapazitäten anbelangt: Die Mitarbeiter müssen immer mehr Flexibilität gegenüber dem Betrieb zeigen, da die persönliche Arbeitsleistung erfolgsentscheidend ist.» Die «Radio-Onkologie Berner Oberland AG» mit den Partnern Inselspital und Spitäler FMI AG (Spitalgruppe Frutigen, Meiringen und Interlaken) sei gegründet und die Bauarbeiten für das neue Zentrum am Standort Spital Thun hätten begonnen werden können. Dieses Angebot soll Anfang des nächsten Jahres eingeführt werden können: «Mit dieser Integration wird das Angebotsspektrum der Krebsbehandlung qualitativ weiter ausgebaut und neuen Erkenntnissen angepasst und bedeutet für die betroffenen Patienten einen verbesserten Zugang zu dieser Therapieform.»
Die Klinik Erlenbach wurde laut der Medienmitteilung wissenschaftlich evaluiert und das Resultat sei erfreulich. So könne festgestellt werden, dass bei gleichbleibenden Kosten
Patienten, welche den Aufenthalt in einem Akutspital auf der Übergangspflege abschlössen, häufiger und selbständiger nach Hause zurückkehren könnten. Damit könne ein Heimeintritt oft verzögert oder sogar vermieden werden: «Mit diesem Angebot kann auch die oft knappe Bettenkapazität am Spital Thun entschärft werden.»
Vom Leistungs- zum Beitragsprimat
Innerhalb der Spital STS AG sei das Primat der Pensionskasse intensiv aber sachlich diskutiert worden, geht aus der Medienmitteilung im weiteren hervor. Dabei sei nun unter den Sozialpartnern entschieden worden, vom Leistungsprimat abzukehren und in das Beitragsprimat zu wechseln. Gerade für Spitäler mit einem hohen Anteil an Frauenarbeitsplätzen in Teilzeitanstellung und mit vielen jungen und mobilen Mitarbeitern habe das Beitragsprimat Vorteile. Für Mitarbeiter, die durch Unfall oder Krankheit aus dem Erwerbsleben ausscheiden, gelte nach wie vor das Leistungsprimat.
Betriebliche Gesundheitsförderung
«Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und Betriebskultur und umfasst einen weitgefächerten Themenkreis», wird in der Medienmitteilung ausgeführt. So gehörten zielgerichtete Massnahmen in Gesundheitsförderung und Erhaltung – zum Beispiel Ergonomie, Bewegung und Sport, Ernährung, Prävention – wie auch ein konsequentes und mitarbeiter-orientiertes Absenzenmanagement, das Thematisieren der Life-Balance, aber auch die künftige Herausforderung, Mitarbeitende über das heute gültige Pensionierungsalter hinaus fit im Arbeitsprozess erhalten zu können, zu den Eckpfeilern von BGF: «Durch die gezielte Betreuung während und Befragung nach einer Absenz, sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, warum Mitarbeiter Absenzen generieren.» Daraus könnten Massnahmen abgeleitet werden, das Wohlbefinden der Mitarbeiter gezielt zu fördern und damit gleichzeitig die Absenzen jährlich um 10 Prozent zu senken: «Dies erlaubt uns nicht nur die Produktivität zu steigern, sondern den durch Absenzen erzeugten ‹Stress› und damit (unnötige) Belastungen der übrigen Teammitglieder reduzieren zu können.»
Gemeindeverbände
Im Berichtsjahr wurden nach STS-Angaben die neuen Strukturen der regionalen Spitalzentren abschliessend geregelt. Deshalb seien die Gemeindeverbände aus der Verantwortung für das Spitalwesen entlassen und der Kanton nun Alleinaktionär der Spital STS AG. Die Gemeindeverbände würden für die Infrastruktur, die nun an die neue Gesellschaft übergehen, entschädigt. Diese Entschädigung gehe an die einzelnen Gemeinden und zwar im Verhältnis der geleisteten Zahlungen der letzten zehn Jahre. Für die 22 Gemeinden des Gemeindeverbandes Regionalspital Thun seien dies 9,8 Millionen Franken: «Dies ist auch darum möglich, weil das Spital Thun (und auch die übrigen Standorte des neuen RSZ) keine Schulden aufweisen.»
Bedeutender regionaler Wirtschaftsfaktor
Die Spital STS AG sei im Gesamtversorgungsgebiet ein veritabler Wirtschaftsfaktor, geht aus der Medienmitteilung im weiteren hervor. Von den 170 Millionen Franken Umsatz, würden mehr als 130 Millionen in der Region ausgegeben: «Die Verantwortlichen der Spital STS AG schenken diesem Umstand ganz besondere Beachtung. So wurde die Erfolgsbeteiligung, welche den Mitarbeitern im Umfang von mehr als einer Million Franken zugekommen ist, wiederum teilweise in Form von entsprechenden lokal gültigen Gutscheinen abgegeben.» Die Verantwortlichen und alle Mitarbeiter der Spital STS AG seien weiterhin interessiert, dieser Betrachtungsweise der Unternehmensführung auch in Zukunft besondere Beachtung zu schenken. – Kennzahlen der Spital STS AG: Patienten 17 015 (+0,6 Prozent), Mitarbeiter 795,8 (+2,3 Prozent), Gesamtaufwand 148,947 Millionen Franken (nicht vergleichbar mit Vorjahr) und Beitrag Kanton 55,099 Millionen Franken (+2,8 Prozent).
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