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Ringgenberg, Goldswil und Niederried: Ja zum Spitex-Fusionsvertrag

Ein klares Resultat an der jährlichen Hauptversammlung des Spitexvereins Ringgenberg, Goldswil und Niederried: Von 31 Mitgliedern stimmten 29 für eine Fusion mit Interlaken und Umgebung. Die Jahresrechnung schloss bei einem Ertrag von 308 254 Franken mit einem Aufwandüberschuss von 17 108 Franken ab.

pd/bns. Bereits im Jahresbericht von Vereinspräsident Werner Walti war zu erfahren, dass das letzte Jahr von vielen Sitzungen im Zusammenhang mit der Zukunft der Spitex geprägt war. So wurden die Vertreter von Wilderswil und Interlaken zu einer Vorstandssitzung eingeladen um zu erfahren, was die Beweggründe von Wilderswil für einen Zusammenschluss sind und wie sich für Interlaken, die Zusammenarbeit mit Matten, Unterseen, Därligen und Leissigen im letzten Jahr gestaltete. Nach intensiven Gesprächen im Vorstand kam man zum Schluss, Verhandlungen über einen Zusammenschluss auf zu nehmen. Das Resultat aus den Gesprächen mit Interlaken und die Ergebnisse aus der Begleitgruppe flossen in den vorliegenden Fusionsvertrag, über welchen an diesem Abend abgestimmt würde.

Gemeindeschwester Ursula Plüss erläuterte in ihrem Jahresbericht, dass im vergangenen Jahr 2618 Stunden in der Pflege und 1761 Stunden in der Hauswirtschaft geleistet wurden. Es erfolgten 8954 Hausbesuche, 689 Stunden Wegzeit, 29 Stunden Schülerbetreuung und 42 Stunden Prävention. Ursula Plüss bedauerte zwar persönlich, die Eigenständigkeit der Spitex Ringgenberg mit der Fusion aufgeben zu müssen, sah aber andererseits die Vorteile im Bereich Weiterbildung, Erreichen der Pflegequalität und Erfüllen der zunehmend umfangreicher werdenden Standards im grossen, professionelleren Verband. Sie betonte, dass mit der Fusion nicht reduziert werde, es komme etwas dazu. – Die Jahresberichte des Vereinspräsidenten und der Gemeindeschwester wurden mit Applaus genehmigt.

Fusionsvertrag mit Interlaken und Umgebung
Der Vereinspräsident erläuterte, welche Anforderungen an die Spitex in den nächsten 20 Jahren gestellt würden: «Es ist nicht nur die demographische Entwicklung, welche es für einen kleinen Spitexverein schwierig macht, auch die immer grösseren Anforderungen auf administrativer Seite wie die Erarbeitung von Standards, Qualitätsmanuals, voraussichtliche Betriebsbewilligung, die Kostenstellenrechnung und anderes kann ein kleiner Spitexverein fast nicht mehr erbringen.» Bei einem Zusammenschluss könne das Angebot erweitert werden, zum Beispiel um einen Spätdienst, psychiatrische Spitex, onkologische Spitex und Kinderspitex, um nur ein paar Möglichkeiten aufzuzählen.

In Ringgenberg und Wilderswil soll der Spitexstützpunkt erhalten bleiben, so dass dieselben Mitarbeiterinnen weiterhin «ihre» Klienten betreuen werden. Werner Walti erläuterte im weiteren, dass der Vorstand überzeugt sei, mit dem Fusionsvertrag freiwillig ein entscheidenden Schritt für die die Klienten zu machen, bevor «auf Befehl» gehandelt werden muss: «Agieren ist besser als reagieren.»

Mehr Vorteile als Nachteile
Spitex-Vizepräsident Urs Bischler hielt fest, dass er die Spitex Ringgenberg während 30 Jahren als Vorstandsmitglied und als Arzt im Dorf stets als eine bestens funktionierende Einrichtung erlebte: «Eigentlich sollte man eine solche liebgewonnene Sache nicht aufgeben. Doch die Zukunft fordert Vernunft und diese spricht für den geplanten Zusammenschluss.» Er sei anfänglich auch skeptisch gewesen, befürworte nun aber die Fusion voll und ganz, da viel mehr Vorteile als Nachteile aufzuführen seien. Die betroffenen Klienten würden kaum etwas vom Zusammenschluss merken, weil ja der Stützpunkt und die Mitarbeiterinnen weiterhin in Ringgenberg blieben.

Fragen aus der Versammlung wurden vom Vereinspräsidenten Werner Walti und den Gästen aus Interlaken, Peter Portmann, Präsident der Spitex, und Urs Graf, ebenfalls von der Spitex Interlaken, beantwortet.
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