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| Thun: Kontakt- und Anlaufstelle für Drogenabhängige wird nicht weiter verfolgt |
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Obwohl der Kanton die Finanzierung einer Kontakt- und Anlaufstelle für Drogenabhängige zusichert, verzichtet der Thuner Gemeinderat auf die weitere Bearbeitung des Projektes.
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Der Gemeinderat habe «in Abwägung aller Vor- und Nachteile» feststellen müssen, heisst es in einer Medienmitteilung, «dass eine Kontakt- und Anlaufstelle an der Allmendstrasse nach bernischem Muster in Thun auf wenig Akzeptanz in der Bevölkerung stiesse». Damit würde aber eine der Voraussetzungen wegfallen, eine solche Einrichtung in Thun erfolgreich etablieren zu können. Dem Gemeinderat scheine zudem in Anbetracht von zirka 30 bis 40 Klienten das Kosten-Nutzen-Verhältnis äusserst ungünstig. Der Betrieb einer Kontakt- und Anlaufstelle nach vorgesehenem Konzept käme deutlich teurer zu stehen als in Bern oder Biel: «Angesichts der nach wie vor angespannten Finanzlage kann sich die Stadt jährlich wiederkehrende Ausgaben für die Sicherheit und Ordnung im Umfeld einer höchst umstrittenen Kontakt- und Anlaufstelle an der Allmendstrasse nicht leisten, wenn im Gegenzug in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens Beiträge an soziale Einrichtungen mit präventivem Charakter gestrichen werden müssen.» Schliesslich stehe heute auch noch nicht fest, wie eine Kontakt- und Anlaufstelle in Thun nach Ablauf von zwei Jahren finanziert werden würde.
Pilotversuche Suchthilfe gestartet
aid/bns. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion hat zwei regionale Pilotversuche gestartet, welche die Grundlagen für die Optimierung der Suchthilfe liefern sollen. Die Pilotversuche werden in den Regionen Thun-Berner Oberland und Berner Jura durchgeführt. Die Angebote der Suchthilfe sollen laut einer Medienmitteilung besser vernetzt und benutzerfreundlicher ausgestaltet werden: Dies verlangten zwei vom Grossen Rat überwiesene Motionen. In Thun seien der Aufbau einer regionalen Austausch- und Vernetzungsplattform mit den zentralen Akteuren der Suchthilfe und die Ausarbeitung eines Modells zur systematischen Fallkoordination vorgesehen: «Transparenz bezüglich der Angebote und Akteure, Optimierung der Behandlungsabläufe sowie die Klärung der Schnittstellen zwischen den Institutionen gehören zu den Hauptzielen der beiden Pilotversuche.» In rund einem Jahr soll ein Bericht über die Ergebnisse der Pilotversuche vorliegen. Nach dessen Auswertung werde über das weitere Vorgehen entschieden. |
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Der Gemeinderat von Thun widersetze sich damit auch dem Druck der Stadt Bern, die eine Anlaufstelle in Thun zur Entlastung ihrer Einrichtung an der Hodlergasse befürworte: «Obwohl eine kürzlich erstellte Studie aufzeigt, dass Drogenabhängige aus der Region Thun die Anlaufstelle in Bern besuchen, führt der Gemeinderat von Thun die dortigen Probleme ebenso stark auf veränderte Konsumgewohnheiten bei allen Drogenabhängigen zurück.»
Das Projekt einer Kontakt- und Anlaufstelle beschäftige die Öffentlichkeit und die städtischen Behörden seit Jahren, heisst es in der Medienmitteilung. Im Zusammenhang mit der seit Juni 2005 laufenden Aktion «Marathon» seien auch flankierende Massnahmen zur Schadensminderung in der Randständigenszene verlangt worden: «Das Strategiepapier zur Suchtpolitik, das dem Stadtrat im November 2005 zur Kenntnis vorgelegt wurde, sieht zu diesem Zweck die Schaffung einer Kontakt- und Anlaufstelle für Drogenabhängige vor.» Zusammen mit dem «Contact»-Netz Berner Oberland sei deshalb das Projekt einer Kontakt- und Anlaufstelle an der Allmendstrasse 10 in Thun erarbeitet worden: «Der Regierungsrat des Kantons Bern hat im Februar dieses Jahres, in Wiedererwägung eines früheren Beschlusses, die Übernahme der Investitionen für den Umbau der Liegenschaft in der Höhe von 200 000 Franken und der Betriebskosten für zwei Jahre in der Grössenordnung von insgesamt 1,5 Millionen Franken zugesichert; für die Sicherheit und Ordnung um die Kontakt- und Anlaufstelle hätte die Stadt Thun mit einem Beitrag von 120 000 Franken aufzukommen.»
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