Betrachtet mit Vorfreude «seine» Mürrenfluh von der Schilthornbahnkabine aus: Der Initiant Martin Schürmann ist als Bergführer für den Bau, Betrieb und Unterhalt des geplanten Klettersteigs oberhalb Stechelberg zuständig. (Bild Bruno Petroni)
Der grösste Teil des Klettersteigs Mürren-Gimmelwald wird von der untersten Sektion der Schilthornbahn aus zu sehen sein. Einem kurzen Ein- und Ausstiegsweg von beiden Seiten sollen eine Tyrolienne über den Mürrenbach und eine Nepalbrücke über den Gehrenlammgraben folgen. Weniger Schwindelfreie können diese zwei «Mutproben» über Ausweichpfade umgehen. Auf einer Distanz von rund 1300 Meter werden 275 Höhenmeter bewältigt. Es wird mit einer Durchstiegszeit von rund zwei Stunden gerechnet. Die Kosten für diesen Bau belaufen sich auf 220 000 Franken. Mit einem Beitrag von fast zehn Prozent, nämlich 15 000 Franken beteiligt sich der Bergführerverein Lauterbrunnen an den Baukosten. Je 5000 Franken sponsern ausserdem der Hotelierverein Mürren und Gimmelwald-Tourismus.
«Schon vor fünf Jahren kam mir während einer Klettertour am Schwarzmönch die Idee, als ich auf die hohen Felsbänder über dem Lauterbrunnental hinunter schaute»: Initiant Martin Schürmann gründete am Mittwochabend mit vier Vorstandskollegen den Verein Klettersteig Mürren-Gimmelwald. Dies als Anpassung der Rechtsform der Interessengemeindschaft Klettersteig in einen Verein. Neben finanziellen waren auch Haftungsgründe dafür ausschlaggebend, denn durch den Verein wird die Privathaftung der einzelnen Mitglieder im Gegensatz zur bisherigen Interessengemeinschaft umgangen.
Baubeginn im Sommer
Nach jahrelangen Verhandlungen mit diversen Gruppierungen über Ersatzmassnahmen einigten sich die Parteien schliesslich, dass im Bätziloch am Schiltgrat ein zweihundert Meter langer Wildzaun erstellt wird.
Bruno Petroni, freier Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Vor vier Monaten traf schliesslich die Baubewilligung ein, und im kommenden Sommer beginnen die Bauarbeiten zum Klettersteig von Mürren hinunter nach Gimmelwald: «Wegen der Setzzeit der Wildgämsen dürfen wir nicht vorher damit anfangen. Am 15. Juni 2008 wollen wir den Klettersteig dann feierlich eröffnen», sagt Schürmann. Klettern für jedermann über gesicherte Klettersteige
Ein Klettersteig ist ein mit Eisenleitern, -stiften, Klammern und Stahlseilen gesicherter Kletterweg am natürlichen Fels. Früher wurden heikle Felspassagen von Wanderwegen mit Stahlseilen abgesichert. Daraus entwickelten sich in den letzten Jahren mehr und mehr Klettersteige, die immer schwierigere Routen für Nicht-Kletterer begehbar machten. Heute hat sich das Begehen von Klettersteigen zu einer eigenen alpinen Disziplin weiterentwickelt. Das in einen Klettersteig verbaute Eisen dient einerseits der Fortbewegung, andererseits der Selbstsicherung mit einem sogenannten Klettersteigset. Der zurzeit wohl spektakulärste, «luftigste» und längste Klettersteig der Schweiz führt von Leukerbad hinauf auf den Gipfel des westlich gelegenen 2942 Meter hohen Daubenhorns. Die Besteigung dauert je nach Kondition zwischen fünf und acht Stunden.
Sieben Funktionäre gewählt
Der 31jährige Bergführer Martin Schürmann ist Chef über den Bau, Betrieb und Unterhalt des geplanten Klettersteigs. Als Vereinspräsident wurde Andreas Fuchs gewählt, als Sekretär René Feuz. Ursula Mühlemann. Direktorin von Wengen-, Mürren- und Lauterbrunnen-Tourismus, ist für das Marketing und die Kommunikation zuständig, als Finanzchefin waltet Marianne Guntern und als Rechnungsrevisoren stellten sich Adrian Deuschle und Andreas Schild zur Verfügung.
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