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Zusatzbelastung für Hasliaare und Brienzersee?

Pro Natura, WWF und Grimselverein werfen in einer gemeinsame Medienmitteilung der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) vor, sie verschweige eine Zusatzbelastung für Hasliaare und Brienzersee als Folge einer geplanten Kraftwerkserweiterung in Innertkirchen.

Droht eine verstärkte Trübung des Brienzersees im Winter? (Archivbild Peter Schmid)

pd/bns. Die KWO wolle in Innertkirchen die Stromproduktion während der Spitzenzeit steigern, wird in der Medienmitteilung ausgeführt. Die Projektauflage stehe bevor. Dazu wolle die KWO eine zusätzliche, sechste Turbine installieren: «Was scheinbar harmlos klingt, hat auf die ökologischen Verhältnisse in der Aare im Haslital und im Brienzersee gravierende Auswirkungen.» Der Kraftwerkausbau verursache eine Zunahme der Schwallwellen in der Hasliaare und eine verstärkte Trübung des Brienzersees im Winter: «Beides bedroht die Fische und Kleinlebewesen in den Gewässern unmittelbar.» Schon heute – ohne Ausbau – schädige der Kraftwerksbetrieb diese Gewässer: «Die Natur- und Umweltschutzorganisationen Pro Natura, WWF und Grimselverein warnen deshalb vor einer weiteren Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Wasserlebewesen.» Sie forderten eine Verbesserung der heutigen Situation. Die KWO habe anfänglich das Gespräch mit den Umweltorganisationen gesucht: «Sie zeigten jedoch kein Interesse an einer Lösung der ökologischen Probleme und verwies die Verbände auf den Rechtsweg.»

Mit der Erweiterung des Kraftwerks Innertkirchen erhöht sich laut Medienmitteilung der Spitzenabfluss – der für Fische und andere Wasserlebewesen tödliche Schwall – von heute 68 auf neu 93 Kubikmeter pro Sekunde. Die Flusssohle werde durch den Schwall täglich umgegraben. Fischeier und Kleintiere hätten keine Überlebenschance. Zwar gäben die KWO vor, die Rückgabe des Schwalls in die Aare mit einem Ausgleichbecken mildern zu wollen. Das begrüssten Pro Natura, WWF und der Grimselverein ausdrücklich. Nur sei das Becken viel zu klein. Spätestens nach 15 Minuten wäre es randvoll: «Alles weitere Wasser würde ungebremst und schwallartig durch die Aare rauschen und wichtige Kleinlebewesen und Fische mitschwemmen.»

Nicht der viel grössere Schwall allein ist laut Medienmitteilung das Problem. Mehr Winterstrom in Innertkirchen heisse auch mehr Gletscherwasser im Brienzersee: «Und das zur heikelsten Jahreszeit – im Winter.» Das Resultatsei ein trüber Brienzersee im Winter, somit weniger Licht für die Pflanzen und dadurch viel weniger Algen. Damit fehle den Fischen im Frühling das Futter. Das Ausbauprojekt gefährde so auch das ökologische Gleichgewicht im Brienzersee.

Die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) habe vorgegeben, diese Probleme zusammen mit Pro Natura, WWF und Grimselverein vorgängig im gemeinsamen Gespräch lösen zu wollen, verlautet im weiteren: «Damit hätte die Kraftwerkserweiterung in Innertkirchen naturverträglicher werden können, wie dies bei anderen Kraftwerkprojekten für beide Seiten befriedigend praktiziert wird. Die KWO zeigten bei den Gesprächen aber kein Interesse an einer sorgfältigen Lösung der ökologischen Probleme vor dem Auflageverfahren und verwies die Umweltverbände mit ihren Anliegen auf den Rechtsweg.»
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