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Berner Oberland News – 12. Jahrgang
Freitag 2. November 2007
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Der idyllisch in die Landschaft eingebettete künftige Natur- und Badesee Hasliberg. (Bild Peter Schmid)

Natur- und Badesee Hasliberg im Bau

Im Gebiet «oberi Wysstanne» in Hasliberg hat vor einem Monat der Bau eines Badesees begonnen. Die Arbeitsgruppe «Natur- und Badesee Hasliberg» schätzt die Kosten für das Vorhaben auf 600 000 Franken, wovon nach Abzug von Beiträgen Dritter und von Darlehen für die Einwohnergemeinde Hasliberg noch Nettokosten von 77 750 Franken verbleiben.

pd/bns. Der erforderlichen Zonenplanänderung habe das Stimmvolk am 30. März 2006 zugestimmt, wird in den Online-News der Gemeinde Hasliberg erinnert. Am 7. Dezember 2006 habe die Gemeindeversammlung mit 160 gegen 126 Stimmen die Übernahme der Trägerschaft sowie den Bruttokredit von 600 000 Franken genehmigt, geht im einzelnen aus einer Dokumentation der Arbeitsgruppe «Natur- und Badesee Hasliberg» hervor.

«In der Gemeinde Hasliberg realisierbar»
In der Dokumentation heisst es einführend, dass im Herbst 2002 Urs Brandenburger, Leiter der Zukunftskonferenz Hasliberg, eine Exkursion von künstlich angelegten Seen in Graubünden durchgeführt habe. Dabei sei der Natur- und Badesee Davos-Munts oberhalb von Vattis auf 1300 Meter über Meer im Val Lumnezia (www.vallumnezia.ch) auf grosses Interesse gestossen: «Silvio Capeder, ortsansässiger Projektleiter, realisierte in Einbezug der Natur in einer Geländekammer einen Natur- und Badesee. Ein ehemaliger Nackentalsee, der sich im Laufe der Jahrmillionen in ein Flachmoor verwandelte, wurde teilweise ausgehoben und mit natürlichen Materialien abgedichtet. Durch die geringe Tiefe von maximal drei Meter, einem natürlichen Quellwasserzufluss und durch seine Oberfläche erwärmt sich der See selber. So kann gezielt auf Sonnenkollektoren und andere bauliche Hilfsmittel für die Erwärmung und Beeinträchtigung der Natur verzichtet werden. Mit einem Feuchtbiotop wird die Natur bewusst in das Ganze einbezogen. Dieser See und auch die Ausführungen von Silvio Capeder überzeugten, dass ein See in der Gemeinde Hasliberg realisierbar ist.»

Grundgedanke
Bedingt durch die topografische Lage weise die Gemeinde Hasliberg mit ihren vier Dörfern Hohfluh, Wasserwendi, Goldern und Reuti eine typische Streusiedlung auf, verlautet im weiteren: «Die Projektgruppe ‹Natur- und Badesee Hasliberg› hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem Natur- und Badesee einen naturnahen und ökologisch wertvollen Naherholungsraum zu schaffen, der das bestehende Sommerangebot durch einen attraktiven touristischen Anziehungspunkt bereichert. Der See wird Ansässige und Gäste zusammenführen und die verschiedenen Altersgruppen einander näherbringen. Er bietet in den Sommermonaten ein Schwimmerlebnis in freier Natur und trägt zu einer erhöhten Lebensqualität bei.» Unter der Leitung des Landschaftsplaners Markus Wüthrich seien ein geeignete Standort ausgewählt und das Vorprojekt erarbeitet worden. Das Gebiet «oberi Wysstanne» liege in einer Geländekammer auf einem Felsrücken in ganztags besonnter Lage: «Wie ein altes Foto aus dem Jahr 1910 und der Flurname ‹Seeboden› belegen, befand sich an dieser Stelle früher schon ein natürlicher See.»

«Ökologisch und naturgerecht»
Aufgrund dieser Tatsache sei es möglich, den Natur- und Badesee ökologisch und naturgerecht in die bestehende Umgebung einzufügen, heisst es im weiteren. Die Grösse des Sees richte sich nach der Durchflussmenge und dem Untergrund: «Wir gehen heute von einer Seefläche von rund 2500 Quadratmeter aus. Durch die natürliche Belüftung müssen keine Umwälzpumpen eingesetzt werden. Der See erhält Einbuchtungen und im südlichen Teil ein Feuchtbiotop. Die Flachwasserzonen dienen primär dem Naturschutz.» Das Wasser werde vom Wysstannenbächli an der Oberfläche in den See geleitet und beim Abfluss wieder zugeführt: «Um eine gute Wasserqualität zu gewährleisten, wird das Wasser den gesamten See durchlaufen; das Wysstannenbächli ist kein Fischgewässer.»

Umgebungsgestaltung
Westlich und nördlich des Sees sind laut der Dokumentation Liegewiesen geplant: «Der Hang im Norden wird mit Aushubmaterial stellenweise terrassiert. Wenn irgend möglich wird alles Aushubmaterial vor Ort eingesetzt. Damit kann verhindert werden, dass die Umwelt durch Transporte belastet wird. Terrainveränderungen werden unter Wahrung der charakteristischen Geländeformen vorgenommen. Für eine natürliche Gestaltung rund um den See und im Bereich der Liegewiesen werden vereinzelt einheimische Laubbäume und Sträucher gepflanzt. Vor dem Betriebsgebäude, im östlichen Teil des Sees, ist der Kleinkinderbereich geplant. Das seichte Wasser lädt zum Planschen und Spielen ein. Verschiedene Angebote werden die Kinder faszinieren. Im weiteren laden verschiedene Brätelstellen und Sitzplätze zum Verweilen ein.»

Betriebsgebäude
Der bestehende Stall wird nach Angaben der Arbeitsgruppe «Natur- und Badesee Hasliberg» als Betriebsgebäude mit Kiosk, Buvette (eingebaute Kochnische und Abwaschmöglichkeit) und Nasszellen Dusch- und Toilettenanlagen vorgesehen. Als kostengünstigste Variante biete sich dafür die Möglichkeit einen Sanitärcontainer mit eingebauten Anlagen im Innenbereich des Stalls aufzustellen: «Mit einfacher Holzkonstruktion können zwei bis drei Umkleidekabinen eingebaut werden. Auf der Südseite des Gebäudes ist eine Terrasse mit nicht fest installierten Tischen und Bänken geplant. Somit kann ein bereits bestehendes Gebäude umgenutzt und aufgewertet werden.»

Erschliessung und Parkierung
Der See ist zu Fuss oder mit dem Velo auf dem Panoramaweg von Hohfluh und Wasserwendi bequem erreichbar, heisst es abschliessend: In Wasserwendi-Dorf und in Twing bei der Talstation der Sportbahnen Hasliberg–Käserstatt befänden sich öffentliche Bushaltestellen und Parkplätze: «Das Wanderwegnetz wird mit einer Verbindung von Twing zum See ergänzt. Somit sind für das Vorhaben keine neuen Autoabstellplätze erforderlich. Die Lärm- und Luftbelastungen im Gebiet werden nicht zunehmen.»
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