pkb/pd/bns. Die rechtlich relevanten Vorwürfe reichen nach Angaben der Untersuchungsbehörden von Zungenküssen bis zum vollzogenen Geschlechtsverkehr. «Drei der angezeigten Personen, davon ein ehemaliger Spieler des FC Thun, werden sich wegen Schändung zu verantworten haben. Den Straftatbestand der Schändung erfülle, «wer eine urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung missbraucht» (Artikel 191 Strafgesetzbuch).
Unter den Angezeigten befinden sich nach Angaben des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland und der Kantonspolizei neun Personen, die zurzeit dem FC Thun angehören oder diesem zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Straftaten angehört haben. Die übrigen Personen seien teils dem Umfeld einzelner Spieler beziehungsweise des Mädchens zuzuordnen. Gestützt auf die durchgeführten Befragungen und weitere polizeiliche Erkenntnisse werde gegen insgesamt 14 Personen Strafanzeige wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind eingereicht, heisst es in einer Medienmitteilung: «Die meisten dieser Personen haben zugegeben, mit dem Mädchen sexuelle Handlungen begangen zu haben.» Die Anzeigen richteten sich in neun Fällen gegen sechs aktuelle und drei ehemalige Spieler des FC Thun. Fünf Anzeigen beträfen Personen, die teils dem Umfeld einzelner Spieler beziehungsweise des Mädchens zugeordnet werden müssen: «Vier weitere Spieler wurden ebenfalls polizeilich befragt. Gegen sie wird kein Strafverfahren eingeleitet, weil gegen sie nach heutigem Kenntnisstand kein Verdacht auf strafbare Handlungen besteht.»
FC Thun nennt Namen von nicht involvierten Spielern
Nach klubinternen Abklärungen ist laut einer Medienmitteilung der FC Thun eine Woche nach Bekanntwerden des Falls erstmals in der Lage, jene Spielernamen bekannt zu machen, welche nach heutigem Kenntnisstand weder von der Kantonspolizei Bern abgeholt noch von der Untersuchungsbehörde wegen sexueller Handlungen mit einem damals 15jährigen Mädchen befragt worden seien. Die nicht in den Fall involvierten Spieler sind nach Angaben des FC Thun folgende 18 Spieler: Stefan Andrist (Mittelfeldspieler), Ibrahima Ba (Mittelfeldspieler), Patrick Bettoni (Torhüter), Julian Bühler (Stürmer), Joao Paulo Di Fabio (Verteidiger), Lukas Dosek (Verteidiger), Nelson Ferreira (Mittelfeldspieler), Alejandro Gavatorta (Mittelfeldspieler), Andres Gerber (Mittelfeldspieler), Lubomir Guldan (Verteidiger), Sandro Iashvili (Stürmer), Ari Nyman (Verteidiger), Alain Portmann (Torhüter), Milaim Rama (Stürmer), Ezequiel Oscar Scarione (Mittelfeldspieler), Mario Schönenberger (Mittelfeldspieler), Sascha Stulz (Torhüter), Yves Zahnd (Verteidiger). Über den Ermittlungsstand bezüglich der beiden Spieler Papa Omar Faye (Stürmer/derzeit in Senegal) und Vedran Jese (ausgeliehen/derzeit in Israel), habe der FC Thun keine Kenntnis, verlautet im weiteren. «Da der FC Thun nicht Partei ist und daher auch keine Akteneinsicht hat, kann er nach heutigem Kenntnisstand und zum jetzigen Zeitpunkt keine Verdächtigten nennen. Zu ehemaligen Spielern des FC Thun gibt die Klubleitung keine Stellungnahme ab.» Seit einer Woche habe der FC Thun unter Generalverdacht gestanden, da nicht bekannt gewesen sei, wer in welcher Form in die Untersuchung involviert sei und wer nicht, heisst es in der Medienmitteilung. Nach intensiven und aufwendigen klubinternen Abklärungen habe der FC Thun nun jene Spieler des 26 Mann umfassenden Kaders der 1. Mannschaft nennen können, «bei welchen nach heutigem Kenntnisstand seitens des FC Thun davon ausgegangen werden kann, dass sie von der Kantonspolizei Bern weder abgeholt oder festgenommen, noch von der zuständigen Untersuchungsbehörde befragt worden sind.» – Zu der vom FC Thun veröffentlichten Liste der Spieler, welche von der Polizei weder kontaktiert noch befragt worden seien, nimmt die Untersuchungsbehörde keine Stellung: «In Ergänzung und um falschen Gerüchten vorzubeugen, gibt die Untersuchungsbehörde jedoch bekannt, dass es sich bei den vier Spielern, welche polizeilich befragt wurden und gegen welche kein Strafverfahren eingeleitet wird, um Roman Friedli, Sandro Galli, Benjamin Lüthi und Alain Chevrolet handelt.»
Bisher niemand in Untersuchungshaft
Vor einer Woche, am 13. November 2007 hatten das Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland und die Kantonspolizei bekanntgegeben, dass 21 Männer, darunter 12 aus dem aktuellen und ehemaligen Kader des FC Thun,Männer angehalten und vorübergehend festgenommen worden seien: «Unter den angehaltenen Personen befanden sich auch mehrere, welche zurzeit dem Spielerkader des FC Thun beziehungsweise dem Team U21 angehören oder zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Straftaten angehört haben. Neben diesen wurden unter anderen auch Personen festgenommen und befragt, die dem Umfeld der Spieler oder demjenigen des Mädchens zugeordnet werden mussten und ebenfalls verdächtigt wurden, strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität begangen zu haben.» Insgesamt seien bisher deutlich über zwanzig Personen zur Sache befragt worden: «Alle befragten Personen befinden sich auf freiem Fuss; bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich niemand in Untersuchungshaft befunden.»
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