«Weiter ist es der Wunsch der Partner – betroffene Einwohnergemeinden, Burgergemeinden sowie Interessengruppen aus den Bereichen Umwelt, Tourismus und Aviatik – die Einmaligkeit dieses gelungenen Anlasses im wahrsten Sinne des Wortes beizubehalten», heisst es in der Medienmitteilung: «Nach eingehender Prüfung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten hat sich Interlaken Tourismus entschieden, auf einen Alleingang zu verzichten und damit nicht aktiv in den Bewerbungsprozess für die Ausgabe 2008 einzutreten.»
«Einmaliger» Anlass
Das Fliegerrennen 2007 sei unter dem Aspekt «einmalig» durchgeführt worden, wird in der Medienmitteilung von den Interlakner Touristiker erinnert: «Bereits im Vorfeld dieses Megaevents stiessen die Äusserungen des Tourismusdirektors, den Anlass allenfalls alle drei bis vier Jahre auf dem «Bödeli» durchzuführen, auf Widerstand.» Ein Debriefing mit Red Bull Schweiz habe aufgezeigt, dass sich im internationalen Umfeld von Jahr zu Jahr mehr Städte für das Air Race bewürben und sich folglich die Chance für eine erneute Austragung in der Schweiz verringere. Diese neue Ausgangslage habe bewirkt, dass Interlaken eine Bewerbung für das Jahr 2008 ins Auge fasste: «Mittels eines Mitwirkungsverfahrens wurden die relevanten Behörden gebeten, Interlaken Tourismus bis Ende September eine entsprechende Stellungnahme zukommen zu lassen. Die Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen seitens der betroffenen Einwohnergemeinden, Burgergemeinden sowie Interessengruppen aus den Bereichen Umwelt, Tourismus und Aviatik ergab, dass sich die Mehrheit gegen eine Bewerbung Interlakens als Austragungsort des Air Race 2008 ausspricht. Der Hauptgrund liegt darin, dass die nötige Finanzierung seitens der öffentlichen Hand mittels Leistungen in den Bereichen Verkehr, Sicherheit und Infrastruktur nicht gewährleistet werden kann.»
Verpasste Chance?
Den Entscheid der Behörden gelte es zu akzeptieren – zumal deren Unterstützung bei einem entsprechenden Grossanlass von zentraler Bedeutung sei, schreibt die Tourismusorganisation Interlaken im weiteren: Seitens Hotellerie, Gewerbe und Tourismusorganisation wäre ein zweites Fliegerrennen wünschenswert gewesen, «um nahtlos an den Erfolg der Erstausgabe anknüpfen und von der enormen Werbewirksamkeit dieses Events nachhaltig profitieren zu können. Bei allem Verständnis für die ablehnende Haltung der Behörden beurteilt Interlaken Tourismus den negativen Entscheid als verpasste Chance; wurde doch in der 2006 veröffentlichten USP-Studie ‹Interlaken – quo vadis› unter ‹Festivals & Events› ein wiederkehrender Grossanlass mit internationaler Ausstrahlung gefordert.» Dieser Verpflichtung könnten nun die Tourismusverantwortlichen in bezug auf das Fliegerrennen nicht mehr nachkommen: «Der Dialog mit den Beteiligten soll aber aufrecht erhalten werden, damit das einzigartige Angebot des stillgelegten Flugplatzes im Interesse des Tourismus genutzt werden kann.»
«Viel Lob eingeheimst»
Rund zwei Monate nach der Durchführung des Fliegerrennens in Interlaken hatte Interlaken Tourismus laut der als offiziell bezeichneten Medienmitteilung – siehe auch Interlaken: Keine Unterstützung für ein weiteres Fliegerrennen vom Donnerstag 27. September 2007 – alle beteiligten Partner zu einem Debriefing eingeladen: «Das Fliegerspektakel heimste viel Lob ein und wurde durchwegs als Erfolg gewertet. Beeindruckende und professionelle Organisation, ausbleibendes Verkehrschaos, hoher Werbeeffekt für die Region, herrliches Sommerwetter und ein zufriedenes Publikum – das Red Bull Air Race, welches vom 14. bis 15. Juli 2007 in Interlaken über die Bühne ging, war ein durchwegs gelungener Anlass.» Dies hätten auch die Vertreter der lokalen Behörden und Interessenverbände, welche sich am 13. September auf Einladung von Interlaken Tourismus zu einem Debriefing trafen betont.
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