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Berner Oberland News – 12. Jahrgang
Samstag 20. Oktober 2007
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Eine wundervolle Mischung
von Ferien und Mykologie!
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Ringgenberg-Goldswil am Brienzersee
mit seinem idyllischen Burgseeli ein idealer Ferienort. 

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Grindelwald: Die Eisarena zerfällt

Leere Seen, zusammenbrechende Eisplatten und ein bedrohlich wachsender Ankebälli-Graben: Am Unteren Grindelwaldgletscher verwandelt sich die Natur immer schneller.

Die mächtigen Eisschuppen am westlichen Beckenrand des Gletschersees sind kollabiert. (Bilder Bruno Petroni)

Vor drei Monaten strahlten sie noch, die zwei kleinen, smaragdgrünen Seen, vierhundert Höhenmeter unterhalb der Bäregg auf dem Moränenfeld des Unteren Grindelwaldgletschers. Jetzt zeugen nur noch grosse Sandbänke und dicke Schlammkrusten am Gestein davon, dass da vor kurzer Zeit Wasser gestaut war. Das fast 200 Millionen Liter Wasser fassende, grosse Seebecken unweit südlich davon ist bereits seit Mitte Juni vollständig ausgelaufen.

Wachsender Graben: Bis zu fünfzig Meter breit und zwanzig Meter tief haben sich die Gesteinsmassen in diesem Sommer bei jedem Regenwetter in diese Schneise gegraben. Im Hintergrund weit unten der ominöse Gletschersee, dessen Seitenflanken nach und nach in sich zusammenfallen.

Schon bald begannen sich in der Folge die mächtigen Eisschuppen am westlichen Beckenrand vom Gletscher zu lösen. Jetzt sind sie in sich zusammengebrochen, deren Trümmer bedecken den Beckengrund. Auch die nördliche Eiswand beginnt zu bröckeln: Pausenlos stürzt Gestein und Eis von der Gletscheroberfläche 25 Meter tief in den Beckengrund hinunter.

Gigantische Ausmasse: Auch diese 25 Meter hohe Eiswand beginnt nun zu bröckeln, nachdem die Eisschuppen am westlichen Ufer des Gletschersees zusammengebrochen sind. Als Grössenvergleich der Mensch (unten rechts).

Gräben wachsen und wachsen

Westlich dieser langsam vor sich her kollabrierenden Arena öffnet sich ein Graben – ein Riesengraben. Mit jedem Regen ereignen sich vom Mättenberg hinunter grosse Geschiebeverfrachtungen, welche den Graben immer tiefer und breiter werden lassen: «Eigentlich sind es zwei Gräben, die sich um einen grossen Keil herum ihre Bahn suchen», weiss der Betreiber des Berggasthauses Bäregg, Hansruedi Burgener. Und diese Gräben machen den Hüttenweg zur Schreckhornhütte zeitweise fast unbegehbar und bei Regenwetter gar lebensgefährlich. Im Bereich des Hüttenweges gähnt bereits ein über 30 Meter breites und 10 Meter tiefes Loch. Weiter unten verdoppeln sich diese Dimensionen sogar. Die Verantwortlichen der betroffenen SAC-Sektion Basel erwägen aus diesem Grund, im nächsten Jahr hundert Meter oberhalb des Hüttenweges eine Hängeseilbrücke zu bauen.

Staut sich Wasser wieder?
Noch vor Weihnachten will ein Expertenteam an Ort und Stelle mit der sogenannten Fotogrammetrie eine Massenbilanz über das Gletschereis und die darüberliegende Moräne machen und eventuell sogar in die hintersten Ecken der Gletscherschlucht vorstossen, um dem Geheimnis der Gletscherseen auf die Spur zu kommen.
Bruno Petroni, Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Hans Rudolf Keusen als zuständiger Geologe: «Wir gehen davon aus, dass sich die Seen erneut stauen werden, sobald bei den kalten Temperaturen kein Wasser mehr von den Berghängen fliesst und sich die Eismassen verdichten können.» Die Fachleute erwarten, dass die Gewässer auf der Gletscheroberfläche in den nächsten fünf Jahren auf zehn Millionen Kubikmeter anwachsen.
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