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Brienz-Axalp: Ausholzen mit Helikopter und Hängesäge

Helikopter mit der hängenden Kreissäge: Was für Laien recht abenteuerlich und gefährlich aussieht, arbeitet sehr effizient, rasch und sicher. Zurzeit lässt die BKW-Tochter EWR Energie AG Meiringen in der Region Brienz ihre Stomversorgungslinien auslichten.

Beeindruckt: Heinz Steiner, Leiter Anschlussservice der EWR Energie AG arbeitet in diesen Tagen zum ersten Mal mit der Helimatic zusammen. Rechts im Bild Sägenmechaniker Harald Walther. (Bild Bruno Petroni)

Vor einem Jahr haben die Verantwortlichen der Bernischen Kraftwerke AG (BKW) das neue Ausholzverfahren mit dem Helikopter und der hängenden Kreissäge entdeckt. Und die Helikopterholzerei scheint sich herumzureden: Am Donnerstag fand sich in Hofstetten eine interessierte Obwaldner Delegation ein, um das Geschehen entlang der Stromleitungen im Ballenbergwald zu beobachten. Seit Freitag sind die Arbeiten entlang der Stromversorgung Hofstetten–Aaregg–Axalp im Gange. Am Montagmorgen ab acht Uhr bearbeiten die EWR Energie AG und die Helimatic GmbH mit Gesellschaftssitz in Köln. mit der überdimensionalen Kreissäge das Gebiet der Brunnenfluh oberhalb vom östlichen Portal des Giessbachtunnels. Heinz Steiner, Leiter Anschlussservice der EWR Energie AG: «Eine besondere Herausforderung, denn erschwerend haben wir hier noch die A 8 und die Axalpstrasse. Letztere wird während der Arbeiten gesperrt, und die Autostrasse A 8 wird durch Wachtposten überwacht.»
Bruno Petroni, Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Die Helikopterholzerei – siehe auch Ausholzen mit Helikopter und Hängesäge vom Freitag 19. Oktober 2007 – ist nach Einschätzung von Heinz Steiner, nicht nur wesentlich effizienter und schneller, sondern auch weniger gefährlich als das Ausholzen von Stromleitungen mit Leitern und Klettergurten: «Ein Dutzend Mitarbieter der EWR ist während der Flüge für die Absperrung und Sicherheit besorgt. Und die Kreissäge kommt sehr schnell vorwärts, lichtet binnen einer Flugstunde einen 500 Meter langen Abschnitt der wichtigen 50-Kilovolt-Versorgungsleitung zwischen Meiringen und Brienz aus.»

Toleranz der Waldbesitzer
«Diese Ausholzarbeiten im Spätherbst sind für die Versorgungssicherheit sehr wichtig, denn damit beugen wir Stromunterbrüchen bei Föhnstürmen und Neuschnee weitgehend vor», begründet Heinz Steiner diese Massnahmen. Und: «Stromunterbrüche sind für jeden von uns lästig und sorgen im Gewerbe sogar für teure Betriebsausfälle. So bleibt uns als Stromversorger keine andere Wahl, als unser möglichstes zu tun, um Strompannen zu verhindern. Die Wichtigkeit, dass alle privaten Waldbesitzer da mitmachen und Stromleitungslinien von uns zeitsparend und effizient ausholzen lassen.»

Grosse Zeitersparnis
Steiner gibt sich beeindruckt von der gründlichen Vorbereitung, mit welcher die aus dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen stammende, spezialisierte Firma Helimatic arbeite. «Schon im Sommer kamen sie zu einer Begehung des Geländes ins Berner Oberland. Dann folgten die Abklärungen beim Bundesamt für Zivilluftfahrt und das Einholen der nötigen Bewilligungen», sagte der im Weststützpunkt Willigen der EWR stationierte Hans Steiner. Und: «Dem administrativen Mehraufwand steht eine enorme operative Zeitersparnis gegenüber.»

Acht Meter langes Sägewerk

Die BKW ist mit Lichtungsarbeiten mit der hängenden Säge bereits seit einem Monat beschäftigt: Helikopterpilot Urs Aecherli, der in den letzten sieben Jahren bereits über 4000 Stunden mit der hängenden Säge geflogen ist: «Zuerst flog ich im Jura, dann im Mittelland.» In der Art, wie James-Bond-Widersacher Renard im 007-Abenteuer «The World Is Not Enough» vor acht Jahren auf der Kinoleinwand dem britischen Agenten zu Leibe rücken wollte, stutzt der im Tessin wohnhafte Helikopterpilot Urs Aecherli im Auftrag der Helimatic Baumkronen: 30 Meter unter seinem Lama-Helikopter hängt ein acht Meter langes Sägewerk aus zehn einzelnen Kreissägen. Jedes dieser 50 Zentimeter grossen, mit Hartmetallzähnen bestückten Sägeblätter kreist mit 2300 Umdrehungen pro Minute von einem 45-PS-Motor angetrieben frei in der Luft. Der erfahrene Pilot (über 10 000 Flugstunden) steuert die laufende Säge zentimetergenau durch die Baumkronen.
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