pd/bns. Rund 130 Teilnehmer aus der Schweiz sowie aus dem benachbarten Ausland folgten laut einer Medienmitteilung am 7. September 2007 einer Einladung der Dräger Safety Schweiz AG Dietlikon nach Spiez, «wo anerkannte Fachexperten – gemeinsam mit dem Labor Spiez und dem Kompetenzzentrum ABC der Armee – über den aktuellen Status quo von ABC-Schutzmassnahmen in der Schweiz sowie über die Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes zugunsten der Kantone informierten». Der in der Medienmitteilung als harmlos klingend bezeichnete Veranstaltungstitel «ABC-Aspekte bei Grossanlässen» habe einen durchaus ernsten Hintergrund: Die drei Buchstaben «ABC» stünden nämlich stellvertretend für die potentielle Bedrohung durch atomare, biologische und chemische Waffen. «Bis in jüngster Vergangenheit wurde diese Thematik denn auch fast ausnahmslos nur im militärischen Kontext diskutiert – die aktuelle Gefährdungslage durch international agierende Terroristen macht jedoch deutlich, dass dieser Ansatz heutzutage wohl zu kurz greift. Zivile Sicherheitskräfte hätten im Vorfeld sowie im Verlaufe von politischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sportlichen Grossveranstaltungen wie der bevorstehenden Fussball-Europameisterschaft deshalb nicht mehr nur mit gewalttätigen Auseinandersetzungen oder mit Anschlägen konventioneller Art zu rechnen, sondern realistischerweise auch ABC-Aspekte in ihre Szenarioplanung mit einzubeziehen.»
Europa plant – die Schweiz agiert
«Die hohe Aktualität des Veranstaltungsthemas zeigt sich daran, dass EU-Innenkommissar Franco Frattini erst kürzlich zusammen mit Gesundheitskommissar Markos Kyprianou in Brüssel vor die Presse trat, um ein Strategiepapier über die Gefahrenabwehr im Bereich des Bio-Terrorismus zu präsentieren», heisst es in der Medienmitteilung. Als eine konkrete Massnahme hätten die beiden EU-Minister am 11. Juli 2007 ein «Europäisches Bio-Netzwerk» angeregt, in dem Sicherheitsbehörden, Forschungseinrichtungen, Industrie und Katastrophenschutz zusammenarbeiten sollen. In der Schweiz existiere und funktioniere eine solche Zusammenarbeit zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren – zumindest zwischen den Institutionen des Bundes und der Kantone.
Für die bevorstehende Fussball-Europameisterschaft sollen die zur Verfügung stehenden Einsatzmittel nun vereinheitlicht aber auch die Zusammenarbeit zwischen allen Institutionen und Organisationen im Bereich des ABC-Schutzes weiter optimiert werden: «Mit anderen Worten: bestehende Lücken werden geschlossen aber auch die Einsatzkoordination zwischen der Armee und den verschiedenen Blaulichtorganisationen wie Feuerwehr, Polizei und Sanität weiter institutionalisiert.»
Wissenstransfer
Die hohen Erwartungen der Seminarteilnehmer an die ganztägige Fachveranstaltung, welche in dieser Form – jedoch mit jährlich wechselnden Themen – bereits zum neunten Mal stattgefunden habe, seien nicht enttäuscht worden, verlautet im weiteren: «Die erfahrenen Referenten des Bundes, der Polizei und der Armee sorgten für einen fachbereichsübergreifenden Wissenstransfer.
Nachvollziehbar veranschaulicht wurde das Veranstaltungsthema am Nachmittag mit einer Demonstration der Einsatzequipe des eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (EEVBS), mit einer Demonstration der Einsatzmittel der ABC-Abwehrtruppen der Armee sowie mit einer Besichtigung der Infrastruktur des Labors Spiez. Zusammenfassend bot das diesjährige Dräger-Seminar als institutionalisierte Erfahrungsaustausch- und Networking-Plattform einmal mehr eine abwechslungsreiche und informative Mischung aus Theorie und Praxis, welche in dieser Form in der Schweiz einmalig ist.»
|