Orientierung in Interlaken-Ost. Von links nach rechts: Bernhard Kirsch, Angebotsplaner beim Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern, Ruedi Simmler, Präsident der regionalen Verkehrskonferenz Oberland-Ost, Stefan Würgler, Betriebsleiter der Jungfraubahnen und Ivan Buck, Leiter Marketing Zentralbahn. (Bild: Dora Schmid-Zürcher)
ds. «Damit ist die Bahn 2000 im Oberland-Ost angekommen», verlautete am Donnerstag an einer Medienorientierung in Interlaken. Schneller werden die Verbindungen zwischen Basel, Zürich, Bern sowie Grindelwald, Lauterbrunnen, Wengen, Mürren und dem Haslital. Dank kürzerer Umsteigezeiten in Interlaken-Ost können die Fahrzeiten bis zu 19 Minuten verringert werden. Bei Mürren sind es im Vergleich zum Fahrplan 2006 sogar bis zu 28 Minuten. Öfter fahren die Züge der Berner Oberland-Bahn (BOB) und der Zentralbahn (ZB). So wird der Fahrplan vor allem zu den Pendlerzeiten morgens und abends sowie mit Spätkursen verdichtet. Die Zentralbahn führt ihren Spätkurs neu täglich, statt wie bisher nur am Wochenende. Die Berner Oberland-Bahn fährt morgens ab Grindelwald und Lauterbrunnen früher nach Interlaken-Ost mit Anschluss an den ersten ICE Richtung Berlin. An Werktagen wird zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Abend der Halbstundentakt eingeführt. Neu betragen die Umsteigezeiten nur noch zwischen sieben und acht Minuten auf die Berner Oberland-Bahn und die Zentralbahn. Die letzten Verbindungen (Interlaken Ost an 22.54 Uhr, Interlaken Ost ab 23.16 Uhr) werden neu ebenfalls täglich geführt und zwar mit Bussen. Der Hauptsaison-Fahrplan in der Jungfrau-Region wird zudem um sechs Wochen verlängert. Bequemer werde das Bahnfahren unter anderem dank der kürzeren Umsteige- und Aufenthaltszeiten also für viele Reisende: «Die Pendler und Schüler, aber auch Gäste der Lütschinentäler und des Haslitals können von den Verbesserungen profitieren.»
Der neue Anschlussknoten Interlaken-Ost ermöglicht zwar nach SBB-Angaben kürzere Reisezeiten von bis zu 18 Minuten in die Jungfrauregion, dafür seien keine Direktverbindungen Zürich–Interlaken mehr möglich: «In Bern besteht aber immer Anschluss (wenn möglich perrongleich) von/nach Zürich.» Im einzelnen verkehrten:
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Stündlicher IC oder ICE Basel SBB–Bern–Spiez–Interlaken Ost (fünf Mal pro Tag von/nach Frankfurt/Berlin). |
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Stündlicher IC Basel SBB–Bern–Spiez und weiter alternierend nach Interlaken-Ost oder Brig. |
Das neue Konzept – siehe auch Anschlussknoten Interlaken-Ost: Kürzere Reisezeiten und schlankere Anschlüsse vom
Dienstag 27. März 2007 und Kürzere Reisezeiten ins Berner Oberland schon ab Ende 2007 möglich vom Freitag 16. März 2007 – sei jedoch sowohl für den Kanton als auch für die SBB nur eine Übergangslösung: «Der Kanton will so rasch wie möglich wieder eine direkte Verbindung zwischen Interlaken und Zürich-Flughafen.»
Fahrplan 2008
Neu fährt der Zug nach Interlaken-Ost vor dem Zug nach Brig und auch in umgekehrter Fahrtrichtung von Interlaken-Ost nach Bern vor dem Zug aus Brig. Deshalb besteht für Fahrgäste aus dem Oberland die nach Zürich-Flughafen reisen möchten, bereits in Thun die Möglichkeit auf dem gleichen Perron und in umgekehrter Richtung perrongleich in Bern umzusteigen. Als grossen Hauptnachteil bezeichnete Ruedi Simmler, Präsident der regionalen Verkehrskonferenz Oberland Ost an der Medienorientierung in Interlaken, dass keine Direktverbindungen Zürich- Interlaken mehr möglich seien: Die Zeit in Bern sei zu kurz um die Züge zu wenden.
Die Berner Oberland-Bahn verdichtet nach Auskunft von Stefan Würgler, Leiter der Betrieb Jungfraubahnen, mit dem neuen Fahrplan ihr Angebot um zwölf Prozent mehr Züge und führt neu zu den Hauptverkehrszeiten den Halbstundentaktfahrplan ein. In der Wintersaison wird der Halbstundentakt vom 15. Dezember bis 6. April 2008 und in der um sechs Wochen ausgedehnten Sommersaison vom 3. Mai bis 26. Oktober 2008 gefahren. Mit dem Angebotsausbau wird auch im Halbstundentakt am Abend zwischen 17 und 18 Uhr nach Grindelwald und Lauterbrunnen ein weiterer Zug geführt und die letzten Verbindungen ab Wengen, Mürren, Stechelberg, Lauterbrunnen und Grindelwald haben täglich neu einen Anschluss um 23.01 Uhr nach Thun–Bern–Zürich/Basel sowie Richtung Meiringen. Die letzte Verbindung nach Lauterbrunnen, Wengen, Stechelberg, Mürren und Grindelwald ist täglich neu Interlaken Ost ab 23.15 Uhr. Für diese Spätverbindungen werden auf den Strecken Stechelberg Interlaken Ost–Stechelberg sowie Grindelwald–Interlaken Ost–Grindelwald Busse eingesetzt.
Auch die Anschlüsse der Zentralbahn und damit die Umsteigezeit sind laut Zentralbahn-Marketingleiter Ivan Buck optimiert worden: Der letzte Regionalzug Meiringen ab 22.37 Uhr nach Interlaken Ost (Ankunft 23.11 Uhr) und umgekehrt Interlaken-Ost ab 23.15 Uhr nach Meiringen (Ankunft 23.48 Uhr), der bisher nur am Wochenende verkehrt wird neu täglich geführt.
Die Postautokurse werden auf die Zugsanschlüsse ausgerichtet, aber es gibt es keine grundsätzlichen Änderungen im Angebot. Auf der Strecke Interlaken-West nach Bönigen wird jedoch wieder ein richtiger Halbstundentakt mit Bahnanschlüssen zu jeder halben Stunde geführt. Neu wird auch wieder die Durchmesserlinie Beatenberg nach Iseltwald geführt. Mit den neu ausgerichteten Anschlusszeiten ist die Koordination der Stundenpläne der Schulen weitgehend möglich.
Die Bahn 2000 ist laut Ruedi Simmler mit all diesen Änderungen schneller im Berner Oberland Ost und man komme am Abend mit Abfahrt in Bern um 22 Uhr noch überall ins Berner Oberland. Man fahre öfters im Halbstundentakt zu Hauptverkehrszeiten und den täglichen Spätverbindungen. Als bequemer bezeichnet er die kürzeren Aufenthalts- und Umsteigezeiten in Interlaken Ost, den direkten Spätbus Interlaken-Ost nach Stechelberg und die Durchmesserlinie Beatenberg–Iseltwald.
«Chance wahrgenommen»
Bernhard Kirsch, Angebotsplaner beim Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern , lobte und dankte den beteiligten Transportunternehmen und Bahnen, die in Rekordzeit diese Anpassungen gemacht haben, normalerweise dauert dies zwei bis drei Jahre. Er ist der Meinung das Berner Oberland allen voran die Berner Oberland-Bahn habe die Chance wahrgenommen und das Angebot noch ausgebaut und dies koste den Kanton und den Steuerzahler nicht mehr. Dieser Ausbau der BOB zeige, dass die BOB mit mehr Fahrgästen rechne, er selber bezeichnete dies als unternehmerisch mutig.
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