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Thun: Gemeinderat bietet neuen Standort für heroingestützte Behandlung an

Der Thuner Gemeinderat möchte das Zentrum für heroingestützte Behandlung an einen anderen Standort verlegen und bietet dem Trägerverein dazu die Liegenschaft an der Allmendstrasse 10 an. Er kommt damit der Kritik von Anwohnern und Geschäftsleuten entgegen, die sich jahrelang gegen den bisherigen Standort an der Marktgasse 6 gewehrt haben.

Am neuen Standort kann laut einer Medienmitteilung das Angebot für heroingestützte Behandlung zu einem Substitutionszentrum mit zusätzlich 50 Methadonplätzen erweitert werden. Der mit der Durchführung der heroingestützten Behandlung beauftragte Trägerverein sei bereit, das Angebot zu prüfen. Rund 70 registrierte Klienten würden zurzeit im Zentrum für heroingestützte Behandlung an der Marktgasse 6 in Thun behandelt: «Sie erhalten unter ärztlicher Kontrolle das Medikament Diaphin als Ersatz für ‹Gassenheroin› und werden darüber hinaus medizinisch und sozialarbeiterisch betreut. Ziel dieser Behandlung von Menschen, die vor dem Eintritt ins Programm seit mindestens zwei Jahren heroinabhängig gewesen sind, ist unter anderem die soziale Integration (siehe www.hegebe-thun.ch).»

Weil das Zentrum für heroingestützte Behandlung künftig zusätzlich 50 Methadonbehandlungen anbieten wolle, hauptsächlich aber, um der Kritik von Anwohnern und Geschäftsleuten aus der Innenstadt sowie der Innenstadt-Genossenschaft Thun (IGT) entgegenzukommen, habe die Direktion Soziales als Auftraggeber für heroingestützte Behandlung bereits seit dem Umzug an die Marktgasse 6 im Februar 2001 nach einem neuen Standort gesucht: «Nachdem sich eine vielversprechende Möglichkeit auf dem Areal des Spitals Thun zerschlagen hatte, unterbreitet der Gemeinderat dem Verein für die Behandlung und Integration suchtkranker Menschen (VBI) nun ein neues Angebot: Das Haus an der Allmendstrasse 10. Es liegt am südlichen Rand des Selve-Areals zwischen der ebenfalls städtischen Liegenschaft Nummer 8, in der unter anderem die Notschlafstelle untergebracht ist, und der Nummer 12, in der die schweizerische Evangelische Allianz bis mindestens 2012 eingemietet ist.»

Obschon Abklärungen laut der Medienmitteilung gezeigt hätten, dass ein Ausbau des Zentrums auch an der Marktgasse 6 technisch machbar wäre, habe der VBI gegenüber dem Gemeinderat signalisiert, dass er bereit sei, das Angebot zum Standortwechsel näher zu prüfen. «Bei dem dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus an der Allmenstrasse 10, das 1896 erstellt wurde, handelt es sich um das ehemalige ‹Ausländerhaus›, das heute von einem privaten Mieter genutzt wird. Es wäre gemäss früheren Abklärungen auch als möglicher Standort für eine Kontakt- und Anlaufstelle in Frage gekommen. Der Gemeinderat hat in seiner neuen Zusammensetzung jedoch seine Haltung gegenüber diesem Projekt Anfang 2007 bekanntlich geändert und lehnt eine Kontakt- und Anlaufstelle in Thun grundsätzlich ab.» Ein Zentrum für heroingestützte Behandlung sei jedoch kein Ersatz für eine Kontakt- und Anlaufstelle: Die heroingestützte Behandlung und neu die Methadonprogramme, die das zukünftige Subsitutionszentrum anbieten wollen, sind für den Gemeinderat sinnvolle Angebote zur Reintegration von Drogenabhängigen und zur Förderung ihrer Gesundheit.»

Zahlreiche Fragen müssten noch zwischen der Stadt und dem VBI geklärt werden, verlautet im weiteren. So werde der Gemeinderat zu entscheiden haben, ob er die Liegenschaft an der Allmendstrasse 10 vermieten oder im Baurecht abgeben wolle: «Die Liegenschaft muss zudem saniert und angepasst werden, damit die Auflagen des Bundes und des Kantons für ein Substitutionszentrum mit einem ärztlichen und psychosozialen Auftrag erfüllt werden können.» Es bedürfe dazu eines Baubewilligungsverfahrens. Hinzu komme der Rückbau der Liegenschaft an der Marktgasse. Die Finanzierung dieser Vorhaben sei zurzeit noch offen: «Deshalb kann aus heutiger Sicht noch keine Aussage dazu gemacht werden, wann der Umzug erfolgen kann.»
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