| Das Problem des Aufwärmens von kalten Betten an der Lenk Auch die Neuansiedlung von Hunderten von eventuell warmen Betten mache Tausende von kalten Betten nicht wärmer: Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zweifelt, ob die Gemeinde Lenk mit dem aktuellen Masterplan und dem angestrebten neuen Feriendorf einen zukunftsträchtigen Weg beschreitet.
pd/bns.
Mit einer Zone mit Planungspflicht (ZPP) «Hohliebi» an der Lenk sollen die planungsrechtliche Grundlagen für einen Ferienparkxxx– rund 120xxxWohnungen mit 600 Betten – geschaffen werden. Die Investitionssumme – siehe auch Lenk: Planauflage für den Ferienpark «Hohliebi» vom Mittwoch 18. März 2009 – beträgt zirka 50
Millionen Fanken. Die Anlage soll bei optimalem Planungs- und Bauverlauf im Winter 2011 ihren Betrieb aufnehmen.
Der Zweitwohnungsanteil in der Gemeinde Lenk wird in einer Medienmitteilung mit sehr hohen 60 Prozent angegeben und die meisten Betten in diesen Zweitwohnungen seien kalt, das heisst sie würden nicht zur Vermietung freigegeben: «Damit nicht genug, beklagt die Gemeinde einen kontinuierlichen Verlust an warmen Betten.» Begrüssenswerterweise hätten Vertreter der Gemeinde Lenk, der Lenk Bergbahnen und der Lenk-Simmental Tourismus AG im Jahr 2007 einen Masterplan ausgearbeitet, welcher die Stossrichtung für die mittelfristige Entwicklung von Lenk aufzeigen soll und auch die Schaffung von warmen Betten anstrebe: «Leider aber finden sich darin kaum Aussagen, wie sich Lenk in Zukunft positionieren möchte und noch viel weniger wird die Zweitwohnungsbauthematik vertieft aufgegriffen. Lenk fehlt ein Konzept für die Steuerung des Zweitwohnungsbaus und auch ein klares Bekenntnis zur Begrenzung der Siedlungsfläche ist nicht ersichtlich.» Einen weiteren Mangel beim Masterplan sieht die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz darin, dass Überlegungen zu den Herausforderungen des Klimawandels weitgehend fehlten und sich keine konkreten Aussagen zur nachhaltigen Entwicklung des Sommertourismus fänden: «Die Gemeinde scheint ganz auf klassische Wachstums- und Infrastrukturprojekte zu setzen, wie sie im letzten Jahrtausend vielerorts umgesetzt wurden und später teilweise Konkurs gingen (ein Beispiel dafür ist das Resort Aminona in Mollens/Wallis).» Angestrebt werde prioritär die Realisierung einer grossen touristischen Überbauung. Dafür versuche die Gemeinde möglichst rasch optimale Vorbedingungen zu schaffen und strebe im Gebiet Hohliebi die Einzonung von Flächen an, welche erst in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre ausgezont worden seien (von einer Ferienhauszone in die Landwirtschaftszone): «Flächen der bisherigen Hotelzone im Gebiet Hohliebi sollen zudem für das geplante Feriendorf umgezont werden. Wichtig scheint bei diesen Bestrebungen nur, dass das Gebiet direkt an eine Skipiste angrenzt, welche dank Schneekanonen das winterliche ‹Ski in/Ski out› garantieren könnte. Bisher ist noch unklar, wer als Investor für die erwünschte Überbauung in Frage käme und es fehlt ein Votum der Bevölkerung für das eingeschlagene Vorgehen.»
Zwar schwebe der Gemeinde eine professionelle Bewirtschaftung der Ferienwohnungen mit Vermietungszwang vor, aber der langfristige ökonomische Nutzen für die Allgemeinheit lasse sich noch kaum wirklich abschätzen, schreibt die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz in ihrer Medienmitteilung: «Fortschreitende Zersiedelung und eine weitere Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wären im Falle einer Überbauung jedoch Tatsachen. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz befürchtet zudem, dass zuerst gebaut und erst nachträglich Folgeprobleme wie eine sinnvolle und adäquate Erschliessung angegangen werden sollen.»
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz weist darauf hin, viele der bestehenden Ferienwohnungen, an der Lenk wie anderswo, seien einige Jahrzehnte alt und teilweise in einem schlechten Zustand. Dies mindere nicht nur ihre Attraktivität für die touristische Nutzung, sondern stelle oft auch ein Problem bezüglich Energieverbrauch dar, da die meisten Gebäude miserabel isoliert seien: «Würden Gemeinden die Renovierung und den Umbau bestehender geeigneter Ferienwohnungen unterstützen und mit deren Besitzern im Gegenzug Verträge zur Vermietungspflicht abschliessen, so wäre dem Klimaschutz gedient und es könnten kalte Betten wieder aufgewärmt werden, ohne dass das vorrangige Tourismuskapital Landschaft weiter beeinträchtigt wird.»
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