| Noch länger und noch höher: Triftbrücke wird versetzt Mit Baubeginn im Mai soll im Sustengebiet in rund sechswöchiger Bauzeit eine neue 350 000 Franken teure Triftbrücke entstehen. Mit einer Länge von 170 und einer Höhe von 100 Meter wird die neue Triftbrücke zur längsten Fussgänger-Hängeseilbrücke im Alpenraum.
Die alte Triftbrücke soll durch eine höhere und längere Neukonstruktion ersetzt werden. (Archivbild zvg)
pd/bns. Die bestehende Hängeseilbrücke über die Triftschlucht führt 70 Meter über das tosende Triftwasser bei der Windegg, hat eine Spannweite von 101,6 Meter gilt als die bisher höchste und längste Hängeseilbrücke Europas. Die alte Hängeseilbrücke wird laut einer Medienmitteilung aus Sicherheitsgründen versetzt: «Die Bauarbeiten beginnen im Mai und dauern rund sechs Wochen. Ab Mitte Juni soll die nach nepalesischem Vorbild gebaute Hängebrücke, rechtzeitig zur Saisoneröffnung der Triftbahn, begehbar sein.» Die bisherige Brücke sei für erfahrene Alpinisten als Zustieg zum Trift-Hüttenweg ausgelegt gewesen, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Ihre Attraktivität war aber derart gross, dass sie sich innert kürzester Zeit zum beliebten Ausflugsziel entwickelte und auch weniger geübte Berggänger zum Triftgletscher lockte. So wurde der alpine Zustieg zur Brücke von den Ausflüglern oft unterschätzt und zum Sicherheitsrisiko für Grundeigentümer und Betreiber. Nach knapp fünf Jahren wird die bestehende Triftbrücke nun abgebaut und durch eine neue, höher gelegene und damit sicherer zugängliche Brücke ersetzt.»
Wind sorgte für Schäden
Der seinerzeitige Bau der Triftbrücke nach nepalesischem Vorbild war ein Pilotprojekt in den Alpen, heisst es im weiteren: «Die Erfahrungen haben nun gezeigt, dass die Windverhältnisse unterschätzt wurden. Bei Föhnstürmen um die 120 Kilometer pro Stunde entstehen in der engen Schlucht wesentlich höhere Geschwindigkeiten und unberechenbare Turbulenzen. Diese Kräfte führten zu Schäden an der Konstruktion. Um diesen technischen Problemen zu begegnen und den Sicherheitsanforderungen zu entsprechen, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, die Brücke um etwa 20 Meter zu versetzen, 30 Meter höher zu legen und technisch zu ertüchtigen.»
KWO finanziert Brücke
Der Neubau der Triftbrücke, mit Kosten von rund 350 000 Franken, wird laut der Medienmitteilung vollumfänglich von der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) finanziert: «Es ist der KWO ein Anliegen, dieses attraktive, mittlerweile schweizweit bekannte Ausflugsziel auch in Zukunft und mit vorbildlichen Sicherheitsstandarts anbieten zu können. Noch nicht ausgedient hat die alte Triftbrücke. Sie wird nach Fertigstellung der neuen Brücke sorgfältig zurückgebaut und an ihrem neuen Standort im Urnerland, als Übergang zwischen der SAC-Salbithütte und dem Salbitbiwak, wieder aufgebaut.»
Eröffnung Mitte Juni
Während der Auflagefrist sind nach Angaben der KWO keine Einsprachen gegen das Bauvorhaben eingegangen und die Baubewilligung liege mittlerweile vor. Der Baubeginn sei für Anfang Mai geplant: «Zuerst werden die Verankerungen für die Brücke erstellt und anschliessend mit der Montage begonnen. Die Arbeiten werden von erfahrenen Bergführern ausgeführt. Läuft alles nach Plan, wird die Brücke rechtzeitig zum Saisonstart der Triftbahn am 13. Juni 2009 für die ersten Ausflügler bereit sein.»
Ausflugsziel der Extraklasse
Das Triftgebiet biete den Bergwanderern und Alpinisten neben der neuen Rekordbrücke einiges, ist der Medienmitteilung im weiteren zu entnehmen. Beeindruckend seien der nahe Triftgletscher und der wegen des massiven Rückzugs des Triftgletschers neu entstandene türkisblaue Triftsee: «Dann laden die beiden SAC-Hütten Trift und Windegg zum Rasten und Übernachten. Ein Besuch der Windegghütte lässt sich ideal mit einer Brückenbegehung verbinden. Geübte steigen von der Brücke über den felsigen ‹Ketteliweg›, andere über den gemütlicheren ‹Familienweg› zur Hütte hinauf und geniessen bei Speis und Trank die imposante Gebirgswelt. Der Aufstieg von der Bergstation der Triftbahn zur Brücke dauert rund anderthalb Stunden. Für den Aufstieg zur Windegghütte müssen nochmals 45 Minuten eingerechnet werden. Wer zur Trifthütte will, muss für die Alpinroute mit drei Stunden rechnen und plant am besten gleich eine Übernachtung ein.»
Die neue Trift-Hängeseilbrücke in Zahlen. Länge 170 Meter. Höhe ab Triftsee 100 Meter. Material 7500 Kilogramm Stahl, fünf Kilometer Stahlseil und 6500 Schrauben. Baukosten 350 000 Fanken. Bauherr Kraftwerke Oberhasli AG Innertkirchen. Brückenbauer X-Alpin Innertkirchen – Triftbahn: Saison Samstag 13. Juni bis Sonntag 18. Oktober. Betriebszeiten 9.00 bis 16.00 Uhr, durchgehender Betrieb, bei schönem Wetter ab 8.00 Uhr. Kapazität acht Personen pro Fahrt. Fahrzeit zehn Minuten. Fahrpreise für Erwachsene retour 22, einfach zwölf Franken, Jugendliche sechs bis 16 Jahre retour zwölf, einfach acht Franken, Hunde pauschal fünf Franken. Die Talstation der Triftbahn ist bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar; Postauto ab Innertkirchen, Haltestelle «Triftbahn», siehe www.sbb.ch)
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