«El Rafa» kann Betrieb als Lebensgemeinschaft weiterführen
Die Stiftung «El Rafa» in Schwendibach (Amtsbezirk Thun) kann ihren Betrieb als christlich ausgerichtete Lebensgemeinschaft weiterführen. bei einem Besuch sei festgestellt worden, dass die Gemeinschaft in der heutigen Form nicht mehr als Einrichtung der Suchthilfe bezeichnet werden könne und damit nicht mehr bewilligungspflichtig sei. Somit wurde die Schliessungsverfügung aus dem Jahr 2007 aufgehoben.
pd/bns. Das Sozialamt der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern führt in einer Medienmitteilung aus, dass die Ausrichtung von «El Rafa» zwar nicht grundsätzlich neu sei – die Rahmenbedingungen für den Aufenthalt der aufgenommenen Personen seien jedoch so verändert worden, dass «El Rafa» nicht mehr als Institution der Suchthilfe gelte. Damit sei der Betrieb auch nicht mehr bewilligungspflichtig: «Sollte ‹El Rafa› sein Konzept jedoch ändern, und anstelle einer Lebensgemeinschaft mit religiösem Inhalt doch ein Angebot für Suchttherapien führen oder sein Angebot neu auf Menschen mit einem spezifischen Pflege- oder Betreuungsbedarf ausrichten, müsste die Situation neu überprüft werden. Dies gilt auch, wenn Minderjährige oder Behinderte aufgenommen werden.»
Die als christlich-therapeutisch bezeichnete Gemeinschaft «El Rafa» in Schwendibach – siehe auch Betriebsschliessung verfügt vom
Freitag 27. April 2007 – sei als Heim für Menschen mit Suchtproblemen, psychischen Schwierigkeiten oder anderen problematischen Lebenssituationen gegründet worden, wird im weiteren erinnert. Im Jahr 2005 habe das Sozialamt eine provisorische Heimbewilligung erteilt: «Diese war jedoch an die Auflage geknüpft, dass die Leitungsperson eine Zusatzausbildung als Heimleiter absolviert, und dass Fachleute angestellt werden. Weil ‹El Rafa› diese Auflagen nicht erfüllte, verfügte das Sozialamt die Schliessung. Der Vollzug verzögerte sich jedoch, weil im Grossen Rat ein politischer Vorstoss zur Überprüfung der Heimverordnung hängig war. Im Dezember 2008 wurde das Schliessungsverfahren wieder aufgenommen. Daraufhin machte die Heimleitung geltend, dass ihre Institution inzwischen kein Heim mit therapeutischer Ausrichtung mehr sei, sondern eine auf religiösen Grundsätzen basierende Lebensgemeinschaft.»
Das Sozialamt hat laut der Medienmitteilung diese Aussagen an Ort und Stelle überprüft: «Es ist zum Schluss gekommen, dass sich die Verhältnisse gegenüber dem Jahr 2007 tatsächlich geändert haben. Die Ausrichtung des «El Rafa» sei heute primär religiös und das Angebot nicht therapeutisch ausgerichtet. Zudem nehme das «El Rafa» – wie es früher in Einzelfällen vorgekommen sei – auch keine Personen mehr auf, die von einer Behörde oder einem Sozialdienst zugewiesen werden: «Beim Eintritt unterschreiben alle Personen eine Erklärung. Darin wird festgehalten, dass ‹El Rafa› eine private Lebensgemeinschaft von Christen sei, die sich ihren Möglichkeiten entsprechend gegenseitig unterstützten. Die Mitglieder der Gemeinschaft erklären ausdrücklich, dass sie einen Aufenthalt im vorgegebenen Rahmen wünschen. Sie verpflichten sich, nach biblischen Grundsätzen zu leben und auf Suchtmittel zu verzichten.»
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