| Kanton baut Naturgefahren-Management aus Der Kanton Bern will das Naturgefahren-Management intensivieren. Bis Ende des Jahres 2011 sollen für alle bernischen Gemeinden Gefahrenkarten vorliegen.
pd/bns. Regierungsrat Andreas Rickenbacher sagte in Wengen zum 50-Jahr-Jubiläum der ersten Schweizer Gefahrenkarte, müsse das Naturgefahren-Management ausgebaut werden. Dieser Schritt sei nötig, weil die wissenschaftlichen Prognosen zum Klimawandel eine Zunahme der Ereignisse erwarten liessen: «Es ist Aufgabe der Politik, daraus eine Anpassungsstrategie abzuleiten», führte der Volkswirtschaftsdirektor an einem Medienanlass auf dem Männlichen oberhalb Wengen aus. Deshalb hätten die Gemeinden des Kantons Bern den Auftrag erhalten, bis Ende 2011 Gefahrenkarten zu erarbeiten: Diese zeigen laut einer Medienmitteilung auf, welche Siedlungsgebiete von welchen Naturgefahren bedroht sind: «In den roten Zonen ist das Bauen für den Aufenthalt von Menschen und Tieren untersagt. Das revidierte Baugesetz erwähnt dies neu explizit; es tritt Anfang September 2009 in Kraft.»
Vor 50 Jahren habe das Dorf Wengen die erste Gefahrenkarte der Schweiz erarbeitet, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Dank dieser raumplanerischen Pioniertat blieb der von Lawinen gefährdete Ortsteil Wengiboden bis heute unverbaut. Diesen Sommer hat die Gemeinde die letzte Etappe der Lawinenverbauungen in Angriff genommen. Sie senkt damit das Lawinenrisiko für insgesamt 40 bewohnte Gebäude. 20 galten bisher als stark gefährdet.»
Fachleute hätten am Beispiel Wengen aufgezeigt, wie der integrale Lawinenschutz im Kanton Bern angelegt sei, verlautet im weiteren: «Neben den ortsplanerischen und technischen Instrumenten gehören Frühwarnungen, Evakuationen und künstliche Lawinenauslösungen zu diesem Konzept.» Von einer «klaren Erfolgsgeschichte» sprach Heinrich Buri, Leiter Abteilung Naturgefahren im Amt für Wald. Der integrale Lawinenschutz wird in der Medienmitteilung als Teil eines umfassenden Naturgefahren-Managements im Kanton Bern bezeichnet: «Eine Arbeitsgruppe koordiniert direktionsübergreifend die Zusammenarbeit der beauftragten kantonalen Fachstellen.»
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