| Zehn Jahre nach dem Sturm «Lothar» Aus dem Sturm «Lothar» am zweiten Weihnachtstag 1999 hat der Kanton Bern Lehren gezogen. Mit einer nachhaltigen Nutzung der Wälder, mit der Verhinderung von Borkenkäferschäden und mit der Förderung regionaler Holzvermarktungsorganisationen sollen die Schäden solcher Ereignisse in Zukunft möglichst gering gehalten werden.
pd/bns. Am 26. Dezember 1999 habe der Sturm «Lothar» 4,3 Millionen Kubikmeter Holz im Berner Wald geworfen – so viel, wie sonst in vier Jahren genutzt würde, wird in einer Medienmitteilung erinnert: «Der kantonale Forstdienst hat aus der Bewältigung der Lotharschäden gelernt und wichtige Entwicklungen vorangetrieben, um sich für ein allfälliges erneutes Sturmereignis vorzubereiten.» Damit ein Sturm möglichst keine grossflächigen Schäden im Wald anrichten könne, müssten die Wälder stabil sein: «Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die Waldbesitzer, die mit einer nachhaltigen Nutzung der Wälder deren Widerstandskraft und Regenerationsfähigkeit erhöhen; der Forstdienst berät sie dabei.»
Volkswirtschaftsdirektor Regierungsrat Andreas Rickenbacher steht laut der Medienmitteilung dafür ein, «dass wir uns so gut wie möglich auf ein nächstes Sturmereignis vorbereiten». Rickenbacher weise darauf hin, dass solche Ereignisse als Folge des Klimawandels in Zukunft vermutlich öfters aufträten. Auch bei einem nächsten Sturmereignis sei es wichtig, Borkenkäferschäden in den vom Sturm verschonten Wäldern zu verhindern: «Voraussetzung dafür ist, dass sich das geworfene Sturmholz – insbesondere die Fichten – rasch absetzen oder nötigenfalls ohne Wertverlust lagern lässt.» Auch darum förderten Bund und Kanton die Gründung von regionalen Holzvermarktungsorganisationen: In den letzten zehn Jahren seien im Kanton Bern sieben davon entstanden. Ausserdem unterstütze der Kanton die Berner Waldbesitzer bei der Evaluation und baurechtlichen Sicherung von Nasslagerplätzen.
In den zehn Jahren seit «Lothar» habe sich der Wald auf den Schadenflächen erholt, verlautet im weiteren. Am Anfang sei vollständig auf die Regenerationskraft der Natur gesetzt worden Vielerorts sei diese Strategie zielführend – auf einigen Flächen habe jedoch mit der Pflanzung von standortgerechten Laubholzarten nachgeholfen werden müssen: «Diese dürften einem nächsten Sturm und den sich verändernden Klimaverhältnissen besser standhalten als die bei ‹Lothar› vielerorts geworfenen Fichten.
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