| Wieder wintersichere Zufahrt nach Kandersteg Nach knapp zweijähriger Bauzeit wird der sanierte und verstärkte Lawinenschutztunnel Mitholz dem Verkehr übergeben. Ab Freitagmittag 18. Dezember 2009 ist die Kantonsstrasse nach Kandersteg und zum Autoverlad ins Wallis wieder vor Lawinen sicher.
pd/bns. Bei einer Besichtigung des sanierten Lawinenschutztunnels Mitholz freute sich Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer am Vortag der Eröffnung dass für das Kandertal ein langes Provisorium zu Ende gegangen sei. Während fünfeinhalb Jahren waren laut einer Medienmitteilung Kandersteg und der Autoverlad ins Wallis nur über eine Notumfahrung zu erreichen: «Das Lawinenrisiko gehörte im Winter zum Alltag.» In Zukunft werde die gefürchtete «Birreloui», deretwegen der Tunnel gebaut wurde, dem Verkehr auf der Kantonsstrasse nichts mehr anhaben können.» Regierungsrätin Egger-Jenzer fest: «Wir haben uns für die aufwendige Tunnelsanierung entschieden, um den grösstmöglichen Schutz zu gewährleisten und damit der überregionalen Bedeutung dieser wichtigen Nord-Süd-Verbindung gerecht zu werden.»
Der im Herbst 2002 eröffnete 640 Meter lange Tunnel sei im Tagbau erstellt und mit Ausbruchsmaterial aus dem Lötschbergbasistunnel überdeckt worden, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Im Sommer 2004 musste der Tunnel wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Ein von unabhängigen Experten erstelltes Gutachten kam zum Schluss, dass die Schäden im Tunnel mehrere Ursachen hatten. Sie liegen unter anderem im Baugrund, in der Unterschätzung der Erddrücke des Ablagerungshügels sowie in Mängeln bei den statischen Berechnungen und der Bauausführung. Basierend auf dem Gutachten hat der Kanton eine Klage gegen die für die Planung und den Bau Verantwortlichen eingereicht; das Verfahren ist noch im Gange.» Damit der Verkehr trotzdem habe weiterrollen können, habe der Kanton umgehend eine Notumfahrung erstellt: «Der Tunnel wurde mit Holzspriessen gegen Einsturz gesichert. Zur Entlastung wurden 35 000 Kubikmeter Schüttmaterial vom Ablagerungshügel abgetragen.»
Im Herbst 2006 habe der Regierungsrat beschlossen, den Tunnel zu sanieren, verlautet im weiteren. Dieser Entscheid sei von der Region einhellig unterstützt worden: «Der Tunnel wurde zwischen April 2008 und Oktober 2009 in zwei Schritten erneuert und verstärkt. Zunächst haben die Bauleute rund 145 000 Kubikmeter Material, die auf dem Tunnel lasteten, abgetragen. Danach wurden die Holzspriesse ausgebaut und das stark in Mitleidenschaft gezogene Innengewölbe wurde auf der ganzen Länge saniert. Zusätzlich wurde der Tunnel dort, wo die Tragsicherheit am stärksten beeinträchtigt war, mit einer 30 Zentimeter dicken Innenschale aus Beton verstärkt. Im Sommer 2010 werden noch ausserhalb des Tunnels die Umgebungsarbeiten abgeschlossen.»
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