| Gesundheitsversorgung im Obersimmental und im Saanenland Für die Realisierung von zwei Gesundheitszentren in Saanen und Zweisimmen mit einer stationären Akutabteilung und Notfallstation in Saanen sowie einem Alters- und Pflegezentrum in Zweisimmen hat der Verwaltungsrat der Spital STS AG grünes Licht gegeben. Gleichzeitig soll bis Herbst 2009 eine Machbarkeitsstudie zum anvisierten Spitalneubau in Saanenmöser erstellt werden.
pd/bns. Die Gesundheitszentren sollen laut einer Medienmitteilung ihren Betrieb am 1. Dezember 2009 aufnehmen. «Mit seinen Beschlüssen zur Schaffung zweier Gesundheitszentren in Zweisimmen und Saanen übertrifft der Verwaltungsrat der Spital STS AG die kantonalen Vorgaben in der Spitalversorgung, die zu realisieren sind. Ein eigener Weg wird mit der Erhaltung einer stationären Akutversorgung in der Bergregion begangen, für den der Verwaltungsrat insbesondere regionalpolitische und volkswirtschaftliche Gründe geltend macht.»
Im Gesundheitszentrum bildeten Spitalbetrieb (in Saanen) und Arztpraxen sowie Angebote spitalnaher Berufsgruppen (zum Beispiel Physiotherapie, Ernährungsberatung) eine Einheit, die durch das Alters- und Pflegezentrum in Zweisimmen ergänzt werde, verlautet im weiteren: «Die medizintechnische (EKG, Röntgen, Ultraschall, Dialyse und so weiter) und personelle Infrastruktur wird seitens verschiedener Gesundheitsversorger genutzt und damit besser ausgelastet. Durch die Bündelung der Kräfte lässt sich eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur aufbauen, die die wirtschaftlichen Möglichkeiten der einzelnen privat tätigen Ärzte übersteigt. Dies kommt letztlich der Bevölkerung in einem verbesserten medizinischen Angebot vor Ort zu Gute und stärkt die Bindung Patient-Arzt. In Saanen können der Bevölkerung bis zu 52 Betten zur Verfügung gestellt werden. Dafür wird im Langzeitbereich die bestehende Abteilung (20 Betten) von Saanen nach Zweisimmen verlegt.»
Stellenverschiebungen
Die Veränderung des Gesundheitsangebots in der Region zeige Auswirkungen auf die lokale Beschäftigungslage, heisst es in der Medienmitteilung. So werde im Akutbereich durch die Konzentration auf Saanen der Personalbestand von 160 auf 120, also um 40 Stellen, verringert. Demgegenüber stünden 44 vakante Stellen in Thun und Erlenbach zur Verfügung, die wenn möglich und allenfalls als Zwischenlösung mit Mitarbeitern aus Saanen und Zweisimmen besetzt werden sollen. Personalchef Beat Reber: «Sollte ein beruflicher Transfer nicht zumutbar sein, so werden wir jede persönliche Situation individuell prüfen und nach Lösungen suchen. Im übrigen werden sämtliche Personalfragen im Rahmen der im Gesamtarbeitsvertrag festgelegten sozialpartnerschaftlichen Vereinbarungen gelöst.»
Ausbau im Langzeitpflegebereich
Im Alters- und Pflegezentrum der Alterswohnen STS AG – bestehend aus dem Alterszentrum Bergsonne und dem erweiterten Langzeitpflegebereich im Spital Zweisimmen – sind laut der Medienmitteilung 22 neue Stellen zu besetzen: «Im Langzeitbereich im Spital können neu Einer- und Zweierzimmer sowie echte Aufenthaltsbereiche angeboten werden, wodurch die Wohnqualität für die Bewohner stark verbessert werden kann.» Längerfristig werde eine umfassende Modernisierung notwendig, um den veränderten Anforderungen und Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Die Menschen träten dank Heimpflege immer später ins Pflegeheim ein, bedürften dafür intensiverer Pflege: «Die Zimmer brauchen eigene sanitäre Anlagen. Für das vom Kanton verlangte ‹Wohngruppen›-Konzept sind bauliche Anpassungen nötig. Die längerfristige Entwicklung wird unter Einbezug der Obersimmentaler Gemeinden geplant.»
Machbarkeitsstudie «Saanenmöser»
Der Verwaltungsrat der Spital STS AG verfolge nach wie vor das mittelfristige Ziel, in Saanenmöser einen Spitalneubau zu errichten, sofern sich die beiden Talschaften aktiv hinter dieses Projekt stellten, verlautet im weiteren. Dazu Spitaldirektor Beat Straubhaar «Wir sind überzeugt, dass der Neubau in betriebswirtschaftlicher und versorgungspolitischer Hinsicht die günstigste Lösung darstellt, wenn langfristig die stationäre Akutversorgung erhalten werden soll.» In Absprache mit dem Vorstand der Bergregion Obersimmental-Saanenland werde deshalb eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die alle Rahmenbedingungen aufarbeiten soll. «Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass es sich hier um eine Übergangslösung handelt. Es wird versucht, den Bedürfnissen aller Betroffenen möglichst gerecht zu werden. Trotzdem werden sowohl die Mitarbeiter als auch die Patienten gewisse Kompromisse eingehen müssen, bis die definitive Lösung realisiert werden kann.» Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie werde spätestens für Herbst 2009 erwartet und sei Grundlage für den endgültigen Entscheid. Spitalversorgung für 170 000 Menschen
Die Spital STS AG gewährleiste mit ihren Spitalbetrieben Thun, Zweisimmen, Saanen und der Klinik Erlenbach und rund 1700 Mitarbeitern die Spitalversorgung für 170 000 Menschen, wird in der Medienmitteilung erinnert. In ihrem Einzugsgebiet sorge sie zudem für den Ambulanz- und Rettungsdient sowie die ambulante und tagesstationäre psychiatrische Versorgung. Ihre Tochtergesellschaft Alterswohnen STS AG betreibe Alters- und Langzeitpflegeeinrichtungen. Der gesamte Umsatz belaufe sich auf 180 Millionen. Franken.
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