Parolen der FDP Brienz zu zwei Gemeindeinitiativen
Die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) Brienz sagt im Hinblick auf die Abstimmung vom 8. Februar 2009 Nein zu zwei Gemeindeinitiativen.
pd. Das Communiqué im Wortlaut: «Die Interessengemeinschaft Tourismus Brienz (IGTB) lanciert bekanntlich zwei Gemeindeinitiativen mit dem Ziel, die touristischen Aufgaben für Brienz ausserhalb der Tourismusdestination «Haslital-Berner Oberland» autonom wahrzunehmen. Diese Absicht ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Deshalb haben die bürgerlichen Ortsparteien FDP und SVP von Brienz die Initianten aufgefordert, vor der Abstimmung zu den Gemeindeinitiativen vom 8. Februar 2009 die Bürger in den Fragen der künftigen Tourismusorganisation offen und transparent zu informieren.
Die FDP Brienz wollte ihre Parteimitglieder vor der Abstimmung an einer Parteiversammlung über die eingeforderten Unterlagen und den Stand der Dinge orientieren. Der Parteivorstand hat aber auf eine Einladung zur Versammlung verzichtet, nachdem von der IGTB nicht wirklich Neues zu erfahren war. Die Argumente für eine Ablehnung der Initiative können wie folgt zusammengefasst werden:
– Die IGTB-Tourismusorganisation ist auf ihre Aufgaben nicht vorbereitet. Die notwendigen Geschäftsgrundlagen und Planungsinstrumente sind offensichtlich nicht vorhanden. Aus den geäusserten Absichten der IGTB ist abzuleiten, dass sie sich in der Rolle einer Ortskommission sehen und die Gäste in Brienz besser betreuen wollen.
– Wer holt die Gäste nach Brienz? Mit den bescheidenen finanziellen Mitteln kann im internationalen Tourismusgeschäft die versprochene Wirkung nicht erzielt werden. Zudem geht der Beitrag aus dem kantonalen Tourismusfonds (2007 = 75 000 Franken) für Brienz verloren.
– Brienz als Ferienort ist zu klein, um im professionell hart umworbenen internationalen Tourismusgeschäft allein eine Wirkung zu erzielen. Es bestehen noch keinerlei Kooperationsabsprachen mit Tourismusdestinationen (wie Haslital-Berner Oberland, TOI). Es ist heute völlig offen, ob die Leistungen, welche IGTB einzukaufen beabsichtigt, überhaupt jemand bereit ist anzubieten und zu welchen Bedingungen/Kosten.
– Durch den Alleingang von Brienz werden vorhandene Synergien zerstört. Zwei separate Organisationen kosten mehr in allen Bereichen (Geschäftsführung, Administration, Informatik, Marketing, Werbung, Planung von Aktivitäten, und so weiter).
– Der Austritt aus Haslital.Berner Oberland ist eine Trotzreaktion und der falsche Schritt im Hinblick auf die künftige Destinationsbildung. Brienz als kleiner Einzelplayer hat kaum Einflussmöglichkeiten.
Die Tageszeitung «Der Bund» vom 24. Januar berichtet kritisch über die Verdichtung der Tourismus-Destinationen im Kanton Bern. Darin wird der Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher wie folgt zitiert: «Die Initiativen (von Brienz) bereiten mir keine Freude. Partnerlos steht Brienz unter grossem wirtschaftlichem Druck.»
Diese Befürchtung teilt auch die FDP Brienz und empfiehlt den Stimmbürgern, am 8. Februar zweimal Nein in die Urne zu legen.»
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