Cisalpino erweitert Kulanz bei Verspätungen
Das Bahnunternehmen Cisalpino AG bedauert die Einschränkungen und Umtriebe ausserordentlich, die ihren Kunden auf Grund von Verspätungen entstehen. Für die Reisedaten vom 8. Januar 2009 bis 31. März 2009 erstattet Cisalpino im Rahmen einer Übergangsregelung bei Verspätungen von über 45 Minuten 30 Prozent des Preises auf den internationalen Tickets zurück.
pd/bns. Damit geht laut einer Medienmitteilung Cisalpino im Sinne einer befristeten Ausnahme über die gültigen internationalen Bestimmungen hinaus, die eine Rückerstattung von 20 Prozent bei einer Verspätung von über einer Stunde vorsehen. Die betroffenen Kunden könnten ihren entwerteten Fahrausweis an den Cisalpino-Kundendienst senden: Cisalpino AG, Kundendienst, Bahnhofplatz 14, 8001 Zürich. Für Kunden im nationalen Verkehr kommen nach Angaben der SBB ihre nationalen Kulanzregelungen zum Zug: Im Fall einer Verspätung von mehr als einer Stunde gibt es einen Gutschein von 10 (2. Klasse) beziehungsweise 15 Franken (1. Klasse).
«Auf Grund der nicht rechtzeitig abgelieferten neuen Züge für Cisalpino und der nach wie vor unbefriedigenden Qualität der bestehenden Fahrzeuge gilt bekanntlich für den Bahnverkehr nach Italien ein Übergangsfahrplan», wird in der Medienmitteilung erinnert: «Um die Wartung der Fahrzeuge des Typs ETR 470 zu forcieren, setzt Cisalpino ab heute auf der Verbindung Basel–Mailand via Lötschberg zwischen Basel und Domodossola konventionelle Züge der SBB ein. Dies erfordert einerseits für internationale Reisende ein Umsteigen in Domodossola und erhöht andererseits die Fahrplanstabilität auf den Cisalpino-Verbindungen.»
Die Betriebsqualität der bestehenden Fahrzeuge des Typs ETR 470 von Cisalpino sei nach wie vor unbefriedigend, verlautet im weiteren. Zudem fehlten der Bahn wegen der grossen Lieferverzögerung durch die Industrie nach wie vor die Anfang 2004 bestellten neuen Fahrzeuge des Typs ETR 610: «Cisalpino hat mit Hilfe von SBB und Trenitalia Gegenmassnahmen ergriffen, um die negativen Auswirkungen im Übergangsfahrplan möglichst zu minimieren. Da die Implementierung der aufwendigen Einrichtungen und die Umsetzung am neuen Wartungsstandort in Milano-Greco noch andauern, werden parallel dazu in Fiorenza bei Mailand jeweils an ein bis zwei Zügen Reparaturarbeiten durchgeführt.»
Um die Wartung entsprechend forcieren zu können, verkehren nach Angaben der SBB via Lötschberg auf der Verbindung Basel–Mailand während einigen Wochen gemietete SBB-Kompositionen: «Dies erfordert von den Kunden ein Umsteigen in Domodossola. Die Verbindung erfolgt ab Domodossola mit ETR 470 und gemieteten Zügen von Trenitalia Richtung Mailand.» In Domodossola sollen Mitarbeiter von Cisalpino im Einsatz stehen, die das Umsteigen koordinierten und die Kunden unterstützten.
«Cisalpino bedauert die Umtriebe ausserordentlich, die dadurch den Kunden entstehen», heisst es in der Medienmitteilung: «Sie erhöht im Rahmen einer Übergangsregelung die Entschädigungen für die Kunden im Fall grösserer Verspätungen.» Durch die Massnahme verlängere sich die fahrplanmässige Fahrzeit der drei Neigezugverbindungen zwischen Basel und Mailand indes lediglich um wenige Minuten. Allerdings erhofften sich SBB und Cisalpino eine weitere Stabilisierung des Fahrplans auf den Cisalpino-Verbindungen. Auf der Gotthardachse habe sich der Übergangsfahrplan bisher bewährt. Zwischen Zürich und Mailand würden täglich sieben Verbindungen angeboten. Vier davon würden derzeit als Direktverbindungen mit den bestehenden Cisalpino Neigezügen des Typs ETR 470 geführt. Drei weitere Verbindungen sollen zwischen Zürich und Lugano mit SBB-Intercity-Neigezügen mit Anschluss in Lugano von und nach Mailand geführt werden. Am Abend werde eine zusätzliche Verbindung von Milano nach Luzern–Basel mit Umsteigen in Lugano angeboten.
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