| Abflussstollen Grindelwald: Durchschlag bei Fenster 2 Der Bau des Abflussstollens zum Gletschersee schreitet weiter voran. Gestern Dienstag 23. Juni 2009 am späten Nachmittag konnte der Durchschlag bei Fenster 2 realisiert werden. Damit wurde der zweite von drei Meilensteinen erreicht.
kkb/bns. Dank ausgezeichneten Verhältnisse im Felsen und einem ausserordentlichen Einsatz der Mineure kommt laut einer Medienmitteilung der Vortrieb schneller voran als geplant. Deshalb habe der Durchbruch des zweiten Fensters bereits im Juni statt erst im Juli gefeiert werden können. Es liegt bei Tunnelmeter 1330 auf einer Höhe von 1220 Meter über Meer (Normalnull): «Der dritte Meilenstein – der Durchschlag oben beim Gletschersee – soll gemäss Bauprogramm nach weiteren 800 Meter Stollenbau im Oktober 2009 erfolgen.»
Das Stollenfenster 2 erfüllt folgende Aufgaben:
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Wasserabgabe: Das beim Gletschersee gefasste und durch den Stollen abgeleitete Wasser soll ab 2010 durch das Stollenfenster 2 über einem mehr als 100 Meter hohen Wasserfall in der Gletscherschlucht und die Lütschine fliessen. |
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Schutterstelle: Künftig wird das Ausbruchsmaterial aus diesem Stollenfenster gekippt und durch die Lütschine wegtransportiert. Damit können lange Transportwege im Stollen vermieden werden, was sich positiv auf die Vortriebsleistung auswirkt. |
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Notausstieg: Bei einem Zwischenfall im Stollen bieten die beiden Fenster eine Fluchtmöglichkeit für die Arbeiter. Zudem können die Rettungskräfte diese Fenster als Zugang zum Stollen nutzen. |
Würde der Stollen bereits heute zur Verfügung stehen, wäre der Seespiegel dank des künstlichen Abflusses seit Mitte April nicht mehr weiter angestiegen und würde statt der aktuell rund 820 000 Kubikmeter nur etwa 350 000 Kubikmeter betragen. Ein Seeausbruch bei diesem Volumen bringt aufgrund der bisherigen Erfahrung keine Überschwemmungen mit sich.
Mit dem Bau des Abflussstollens am Unteren Grindelwaldgletscher sollen laut der Medienmitteilung der Gletschersee ab dem Jahr 2010 künstlich auf einem tiefen Niveau gehalten und damit grosse Hochwasser durch Seeausbrüche verhindert werden. Anfangs Januar 2009 wurde beim Eingang der Gletscherschlucht in Grindelwald mit dem Stollenbau begonnen. Am 1. Mai konnte mit dem Ausbruch des ersten der beiden Fenster zur Gletscherschlucht der erste Meilenstein realisiert werden.
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