Bergfrühling auf der Schynigen Platte
Im botanischen Alpengarten Schynige Platte oberhalb von Wilderswil hat der Bergfrühling Einzug gehalten, derweil das Gartenteam – ab und zu vom Föhn unterstützt – noch mit Schneeräumung beschäftigt ist. Im Alpengarten Schynige Platte blühen schon über 30 Arten. Ein Distelfalter ist wie jedes Jahr von Süden über die Alpen gewandert und im botanischen Garten auf der Schynige Platte im Erika-Paradies gelandet. (Bild zvg)
pd/bns. «Noch in der zweiten Maiwoche sah es nach einem relativ späten Frühling aus», sagt Paul Brunner vom Gartenteam, der jeweils als erster in den Alpengarten zurückkehrt, um nach dem Winter die Wege und übrige Infrastruktur für die neue Saison herzurichten. Zum Teil musste er seinen Weg durch metertiefen Schnee schaufeln. Doch nach den ungewöhnlich hohen Temperaturen der letzten Tage lagen in der ersten Wochenhälfte im Garten auf der Schynigen Platte nur noch ein paar kümmerliche Schneereste.
Jede Felskante ist mit Aurikeln (Primula auricula, «Flüeblüemli») gesäumt.
In kürzester Zeit hat auf 2000 Meter über Meer der Bergfrühling Einzug geholten. Die zarten Krokusse und Soldanellen, die Blumen der Schneeschmelze, werden an den sonnigeren Hängen schon von den üppigen Blüten der Alpenanemonen und Enziane abgelöst. Hummeln brummen geschäftig in den rosa Erika-Polstern, die ersten Schmetterlinge schweben von Kugelblümchen zu Kugelblümchen. Die Felskanten sind mit leuchtend gelber Aurikel gesäumt, und vereinzelt zeigen sich auch schon Stiefmütterchen und Trollblumen. «Derzeit blühen im Garten schon weit über 30 Arten», sagt Chefgärtnerin Anita Bandi.
Wer die Frühlingsblumen und andere der insgesamt 600 Pflanzenarten des botanischen Alpengartens Schynige Platte besser kennen lernen möchte, hat dazu Gelegenheit während der «Botanica», der Woche der botanischen Gärten. An zwei Wochenenden – am 13., 14., 20. und 21. Juni – bietet das Gartenteam jeweils um elf Uhr unentgeltlich Führungen an. Die Gärtnerinnen zeigen, wie Alpenpflanzen an die speziellen Umweltbedingungen oberhalb der Waldgrenze angepasst sind, und wie die verschiedenen Pflanzengesellschaften durch die Nutzung des Menschen beeinflusst werden. Ausstellung und Garten. Führungen für Gruppen sind auf Anmeldung den ganzen Sommer über möglich und kosten 50 Franken. Weitere Informationen finden Besucher in der ständigen Ausstellung im Eingangsgebäude des Alpengartens oder auf www.alpengarten.ch – Der Eintritt in Ausstellung und Garten ist frei. Öffnungszeiten: täglich 8.30 bis 18.00 Uhr. – Botanica 2009. Mit botanischen Führungen, Festen, Konzerten und anderen Anlässen rund ums Thema «Pflanzen und Emotionen» feiern 21 botanische Gärten in der ganzen Schweiz den Sommeranfang. Die «Woche der botanischen Gärten» 2009 dauert von 13. cbis 21. Juni. Informationen www.botanica-week.org
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