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Berner Oberland News – 13. Jahrgang
Dienstag 5. Mai 2009
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Nach Mitte Oktober 2008 kann es zu zeitweiligen Unterbrüchen in der aktuellen Berichterstattung der Berner Oberland News kommen. Der Grund: Die vor zweieinhalb Jahren transplantierte Lunge von Beo-News-Herausgeber Peter Schmid zeigt Abstossreaktionen und muss im Universitätsspital Zürich entsprechend therapiert werden.



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BLS AG: Verkehrszunahme, Mehrerträge und Pensionskassen-Sorgen

Die BLS AG blickt auf ein insgesamt gutes Jahr 2008 zurück: Die Nachfrage entwickelte sich im Personen- wie im Güterverkehr erfreulich. Daraus resultierten namhafte Mehrerträge. Als Folge der ab Spätsommer einbrechenden Konjunktur und der Veränderungen des Wechselkurses zum Euro litten das Finanzergebnis und das Vorsorgewerk bei der Ascoop. Die Rechnung 2008 schliesst mit einem Konzerngewinn von 2,0 Millionen Franken ab.

pd/bns. Bei den Verkehrsleistungen registrierte die BLS laut einer Medienmitteilung im Jahr 2008 bei Bahn und Bus eine erfreuliche Zunahme, und auch bei den Verkehrserträgen ergab sich ein deutliches Plus: um 6,2 Prozent auf 161,5 Millionen Franken im Personenverkehr, um 4,6 Prozent auf 189,1 Millionen Franken im Güterverkehr. Dem Betriebsertrag von 797,1 Millionen Franken (+3,4 Prozent) steht der Betriebsaufwand von 780,9 Millionen Franken (+4,1 Prozent) gegenüber. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 16,1 Millionen Franken (Vorjahr 20,5 Millionen Franken). Das Konzernergebnis 2008 auf der Basis von Swiss GAAP FER verringerte sich auf 2,0 Millionen Franken (Vorjahr 14,2 Millionen Franken). Es beinhaltet einen Beitrag von 21 Millionen Franken (Vorjahr 34 Millionen Franken) zur Beschleunigung der Sanierung des BLS-Vorsorgewerks bei der Ascoop.

Lötschberg-Basisstrecke
Die Lötschberg-Basisstrecke zeichnete sich nach Angaben der BLS bereits in ihrem ersten Betriebsjahr durch eine hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit aus. Mit 40 559 Zügen erreichte die Neat-Strecke eine Auslastung von durchschnittlich 77 Prozent. Die Erhaltungs- und Interventionsorganiation hat sich bewährt. So wurde dank des aufwendigen Kontrollprozesses der Verschleiss an den Weichenzungen der beiden Spaltungsweichen im Basistunnel frühzeitig erkannt. Auch die Evakuation von zwei Pannenzügen verlief reibungslos.

Vom Personenfernverkehr geht eine hohe Nachfrage nach zusätzlichen Trassen auf der Basisstrecke aus. Ging das FinöV-Konzept 1997 noch von 27 Prozent Reisezügen und 73 Prozent Güterzügen aus, betrug der Anteil der Reisezüge im Neat-Tunnel im ersten Betriebsjahr knapp 56 Prozent.

Der bereits zur Diskussion stehende Halbstundentakt Bern–Visp und die mittelfristig zu erwartenden Zuwachsraten im Güterverkehr sind nur durch einen Weiterausbau der Lötschberg-Basisstrecke und ihrer Zuläufe zu bewältigen. Die entsprechenden Grundlagen werden zurzeit bei der BLS erarbeitet.

Auf dem regionalen Netz wurden im Jahr 2008 vier Doppelspurabschnitte von insgesamt rund 10 Kilometer Länge dem Betrieb übergeben. Mit diesen Streckenausbauten trägt die BLS der Verkehrszunahme im S-Bahn-Bereich Rechnung. Die Doppelspurabschnitte erhöhen die Leistungsfähigkeit der Strecke und die Flexibilität bei Zugskreuzungen, und sie wirken damit Verspätungen entgegen.

Wachstum auf Schiene und Strasse
Die Zahl der Fahrgäste in den BLS-Zügen stieg um 10,2 Prozent auf 47,1 Millionen, der Verkehrsertrag nahm um 5,5 Prozent auf 119,7 Millionen Franken zu. Positiv ausgewirkt hat sich der Angebotsausbau im Dezember 2007 mit zusätzlichen S-Bahn-Leistungen und der Einführung des RegioExpress Bern–Brig über die Bergstrecke. Finanziell negativ zu Buche schlägt der neue Verteilschlüssel im Libero-Tarifverbund.

Auch beim Bus stieg die Nachfrage deutlich an. 2,9 Millionen Fahrgäste entsprechen einem Plus von 6,3 Prozent.

Beim Schiff ging die Nachfrage um 3,9 Prozent auf 1,03 Millionen zurück, der Umsatz stieg jedoch um 6,6 Prozent auf 11,6 Millionen Franken. Wegen der hohen Treibstoffpreise und dem weggefallenen Betriebsbeitrag des Kantons Bern resultierte aus der Schiffahrt ein unbefriedigendes Gesamtergebnis.

Von den Fernverkehrsverbindungen durch den neuen Lötschberg-Basistunnel negativ betroffen war der Autoverlad Kandersteg–Goppenstein. Dieser verzeichnete nach Jahren des leichten Wachstums einen Rückgang um 4,6 Prozent auf 1,3 Millionen Fahrzeuge. Entsprechend reduzierte sich der Ertrag auf 25,6 Millionen Franken.

Der Güterverkehr bekam die Wirtschaftskrise im vierten Quartal deutlich zu spüren. Dennoch erhöhten sich die Verkehrsleistungen 2008 um 9,8 Prozent auf insgesamt 3697 Millionen Nettotonnenkilometer. Der Verkehrsertrag nahm um 4,6 Prozent auf 189,1 Millionen Franken zu. Der Marktanteil der BLS Cargo AG im Alpentransit durch die Schweiz stieg auf 43 Prozent.

Herausforderung Rollmaterial
Für den Einsatz im Regionalexpress Bern–Brig über die Bergstrecke hatte die BLS bei der Industrie 13 vierteilige Triebzüge in Auftrag gegeben. Deren Auslieferung verzögerte sich, so dass zum Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2009 nur fünf Kompositionen zur Verfügung standen. Dank Aufbietens des «letzten Rads» konnte das neue Fahrplanangebot trotzdem gefahren werden. Die Situation hat sich inzwischen normalisiert.

Um solche Rollmaterialengpässe in Zukunft zu vermeiden und eine systematische Langfristplanung zu ermöglichen, definierte die BLS ihre Flottenpolitik neu. Die ersten Schritte zu deren Umsetzung sind ein umfassendes Refit- und Komfortsteigerungs-Programm für die bestehende Fahrzeugflotte sowie die Beschaffung von Doppelstockzügen für den Einsatz auf den S-Bahn-Linien S1, S3 und S6 ab dem Jahr 2014. Die Ausschreibung erfolgt Mitte 2009.

Problemkreis Personalvorsorge
Das Personal der BLS AG ist – mit Ausnahme der ehemaligen Mitarbeiter der Regionalverkehr Mittelland AG, welche bei der Pensionskasse RM versichert sind – bei der Sammelstiftung Ascoop versichert. Als Folge der Finanzkrise hat die Pensionskasse Ascoop im Jahr 2008 eine Performance von minus 10,6 Prozent erreicht, der Deckungsgrad des Vorsorgewerks der BLS sank trotz Einzahlung des Sanierungsbeitrags 2007 (33 Millionen Franken) von 80,4 auf 76,7 Prozent. Im Jahr 2006 hatte die BLS beschlossen, den Sanierungszeitraum des Vorsorgewerks von 15 auf neu 10 Jahre zu verkürzen. Dieses Ziel ist mit dem Einbruch der Finanzmärkte nicht mehr realistisch. Mit dem Sanierungsbeitrag 2008 (21 Millionen Franken) wurde zumindest der ursprüngliche Sanierungspfad erreicht.
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