| Expertise zu Tagesschulangeboten in Thun zeigt Handlungsbedarf Der Bedarf nach Tagesstrukturen in Thun ist höher als das Angebot. Und die Einrichtungen sollten koordiniert werden. Dies zeigt eine Studie, die das Amt für Bildung und Sport erstellen liess. Ab August 2010 müssen die Vorgaben des Kantons für Tagesschul-Angebote erfüllt sein. Der Gemeinderat klärt das weitere Vorgehen ab.
pd/bns. Rund 15 Prozent der Thuner Kinder besuchen laut einer Medienmitteilung ausserhalb der Schulzeit private oder öffentliche Betreuungseinrichtungen wie Mittagstische, Horte, Tagesstätten oder die Tagesschule: «Knapp jedes zehnte Kind unter zwölf Jahren nutzt einen Vollzeitplatz.» Die Betreuung der Kinder durch Dritte ausserhalb der Unterrichtszeit werde infolge der gesellschaftlichen Entwicklung auch in Thun immer wichtiger. Immer mehr Kinder besuchten Mittagstische, Horte, Kindertagesstätten, die Tagesschule oder seien bei Tageseltern. Wie stark diese sogenannten Tagesstrukturen beziehungsweise Tagesschuleinrichtungen der öffentlichen und privaten Anbieter in Thun genutzt würden, zeige eine «Expertise Tagesstrukturen» für die Stadt Thun.
Erstellt worden sei die Studie von zwei Expertinnen aus Zürich; in Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung und unter Einbezug von Tagesschulanbietern, Schulleitungs-, Schulkommissions-, Quartierleist- wie auch Seniorenratsvertretern. Die Studie zeige nicht nur auf, welche Kinder in Thun welche Einrichtungen besuchten, sondern auch, wie gross der Bedarf an zusätzlichen Einrichtungen ungefähr sei: «Wissen wollte dies der Gemeinderat vor allem auch deshalb, weil gemäss Teilrevision des Volksschulgesetzes ab August 2010 – bei Bedarf – Tagesschulangebote bereitgestellt werden müssten.
«Auf Basis der Bevölkerungszusammensetzung der Stadt Thun liefern die beiden Expertinnen eine Schätzung, wie gross der künftige Bedarf an Tagesschuleinrichtungen sein könnte», verlautet im weiteren: «Sie kommen zum Schluss, dass die bestehende Anzahl Plätze für Kinder sowohl im Vorschul- als auch im Schulalter zu gering ist.» Wie gross der Nachholbedarf sei, könne noch nicht genau beziffert werden: «Die Gründe liegen nicht nur im heute noch ungewissen Anmeldeverhalten der Eltern, sondern auch bei der Finanzlage der Stadt Thun.» Weiteren Handlungsbedarf habe die Expertise bei der Koordination der Angebote festgestellt: «Der Rückstand hat sowohl bei den Infrastrukturen beziehungsweise Gebäuden wie auch bei den personellen Ressourcen Konsequenzen – welche genau, ist noch nicht erhoben.»
«Nachdem sich der Gemeinderat letztes Jahr an einer Klausursitzung mit Experten ein erstes Mal mit der Thematik befasst hatte, setzte er sich nun an einer Aussprache mit den Ergebnissen der Expertise und dem weiteren Vorgehen auseinander», heisst es abschliessend: «Unter anderem muss die Raumsituation an jeder Schule und an den bisherigen Betreuungsangeboten geprüft werden. Eine individuelle beziehungsweise persönliche Bedarfserhebung bei den Eltern soll demnächst durchgeführt, bauplanerische Aspekte müssen geprüft und Wege für eine wirkungsvolle Koordination der Angebote diskutiert werden.»
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