| Grindelwald: Abflussstollen steht ab Frühjahr bereit Der Abflussstollen und damit der künstliche Ausfluss des Gletschersees in Grindelwald ist zum grössten Teil fertiggebaut und steht ab kommenden Frühling bereit. Die Gefahr von Überschwemmungen im Lütschental bis nach Interlaken hinunter als Folge eines spontanen Abgangs grosser Wassermassen aus dem See soll mit dem rund 15 Millionen Franken teuren Bauwerk gebannt sein.
pd/bns. An einer Besichtigung des Abflussstollens am 10. November 2009 zeigte sich laut einer Medienmitteilung die Baudirektorin des Kantons Bern, Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, erfreut darüber, dass es gelungen sei, das Problem Gletschersee rasch und nachhaltig zu lösen. Im Jahr 2005 habe sich der See erstmals auf der Gletscherzunge des unteren Grindelwaldgletschers gebildet, wird in einer Dokumentation erinnert: «In den folgenden Jahren wurde er rasch grösser und es kam zu spontanen Entleerungen mit wachsender Überflutungsgefahr für das ganze Lütschinental. Im August 2008 entschied der Kanton Bern, dem Problem mit baulichen Massnahmen zu begegnen. Als beste Massnahme hat sich der Bau eines Abflussstollens erwiesen.»
Anfang 2009 sei mit dem Bau begonnen worden, verlautet im weiteren: «Nach rund zehnmonatiger Bauzeit ist der Stollen zum grössten Teil fertig gebaut.» In den kommenden Monaten sollen der Auslaufbereich beim Stollenfenster 2 noch wasserbautechnisch optimiert und die Installationen im Stollen zurückgebaut werden. Als letzter Arbeitsschritt werde das Portalbauwerk bei der Gletscherschlucht erstellt. Das Bauende sei für Ende März 2010 vorgesehen.
Der zwei Kilometer langeAbflussstollen steigt laut der Medienmitteilung vom Ausgang der Gletscherschlucht zum Gletschersee hoch: «Mit einer Breite von 3,2 Meter, einer Höhe von 4,4 Meter und einer Steigung von maximal 21 Prozent ist er für Baumaschinen befahrbar.» Der Stollen sei im Sprengvortrieb gebaut worden: «Dazu wurden über 90 Tonnen Emulsionssprengstoff eingesetzt. Auf den letzten 30 Meter wurde der Stolleneinlauf vom Seebecken her freigelegt, da die lockeren Gesteinsmassen in diesem Teil keinen normalen Sprengvortrieb erlaubten. Damit die schweren Baumaschinen dafür nach oben fahren konnten, haben die Bauleute einen hundert Meter langen Umgehungsstollen gebaut.» Der Abflussstollen werde künftig dafür sorgen, dass das Seevolumen nur noch bis zum Stolleneinlauf ansteigen kann, Dadurch könne das maximale Seevolumen auf rund 120 000 Kubikmeter statt weit über eine Million Kubikmeter begrenzt werden: «Damit ist die Gefahr für Grindelwald und das Lütschinental gebannt.»
Die Baukosten belaufen sich laut der Medienmitteilung auf insgesamt rund 15 Millionen Franken. Daran leisteten der Bund einen Beitrag von 35 und der Kanton von 31 Prozent: «Bauherrschaft für den Stollen war die Schwellenkorporation Grindelwald, wobei sich auch die Schwellenkorporation Bödeli-Süd mit einem namhaften Beitrag an den Baukosten beteiligt.»
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