| Bergbahnen Engstligenalp AG mit neuem Verwaltungsrat Neuwahlen des Verwaltungsrates, eine neue strategische Ausrichtung und die Bereinigung der Finanzen sollen die Bergbahnen Engstligenalp AG gesunden lassen und zukunftsfähig machen. Eine Aktionärsversammlung stimmte den Vorschlägen des Verwaltungsrates zu.
pd/bns. Die am 5. September 2009 abgebrochene Generalversammlung der Bergbahnen Engstligenalp AG wurde laut einer Medienmitteilung nun am Samstag 31. Oktober 2009 durchgeführt: «Da an der ursprünglich geplanten Generalversammlung sechs von sieben Verwaltungsräten noch vor der Aufnahme des ersten Traktandums ihren Rücktritt erklärten, musste zusätzlich eine ausserordentliche Generalversammlung mit traktandierten Neuwahlen einberufen werden. Diese fand ebenfalls gestern, im Anschluss an die ordentliche Generalversammlung statt.»
Der neugewählte Verwaltungsrat setzt sich nach dem Willen der Aktionäre wie folgt zusammen: Verwaltungsratspräsident Thomas Egger, Direktor der Strafanstalt Crêtelongue in Granges; Samuel B. Moser, Leiter Forschung und Entwicklung sowie Leiter Produktion der Tropenhaus Frutigen AG; Gino Qualizza Geschäftsführer-Stellvertreter im Coop Megastore Heimberg; Ernst Thomke, Doktor der Medizin und Schweizer Industriemanager; Gérard Jenni, Geschäftsführer der Andermatt Alpine Destination Company, und Architekt Daniel Kündig.
«Die Aktionäre stimmten mit Akklamation für die Weiterentwicklung der durch die Swiss-Spa-Gruppe ausgearbeiteten Strategie «Engstligenalp 2013», verlautet im weiteren: «Mit der Zustimmung zu diesem Konzept bekam der neue Verwaltungsrat den Auftrag, die Strategie für eine langfristig sichere Zukunft der Engstligenalp weiter zu bearbeiten.» Dazu gehörten in einem ersten Schritt Massnahmen zur Schuldensanierung, die im Konzept mit Gläubigerverhandlungen, einem Kapitalschnitt und Darlehen der Freunde der Engstligenalp vorgesehen seien. Über die konkrete Umsetzung soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung im ersten Halbjahr 2010 abgestimmt werden: «Bis zu diesem Zeitpunkt sollen ebenfalls der Nachweis der Wirtschaftlichkeit und eine erste Investitionsrechnung vorliegen.»
Die Bergbahnen Engstligenalp AG blickt laut der Medienmitteilung auf ein schwieriges Geschäftsjahr zurück: «Der einzig verbliebene Verwaltungsrat der Bergbahnen Engstligenalp AG, Erich Wäfler, musste einen Verlust von 1,37 Millionen Franken präsentieren.» Ursache für dieses Ergebnis seien neben Umsatzeinbrüchen im Winter eine Wertberichtigung der Beteiligung am hundertprozentigen Tochterunternehmen Berghotel Engstligenalp AG von 800 000 Franken sowie eine Abschreibung des auf 250'000 Franken angestiegenen nachrangigen Darlehens an das Hotel. «Die Entwicklung der Frequenzzahlen im Winterhalbjahr sank jährlich durchschnittlich um 1,3 Prozent in den letzten zehn Jahren. Die Betriebskosten der Bahn sind im Vergleich zu anderen konkurrenzierenden Seilbahnunternehmungen zu hoch.» Dies zeige sich besonders bei den Personalkosten, die mit einem Durchschnittswert der letzten sechs Jahre mit 47 Prozent weit über dem aus wirtschaftlichen Gründen liegenden Referenzwert von 35 Prozent der Seilbahnen Schweiz lägen. «Die Aktionäre genehmigten den Geschäftsbericht 2008/2009, die Jahresrechnung vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009 und den Vortrag des Verlustes auf die neue Rechnung. Die Mitglieder des alten Verwaltungsrates wurden entlastet.» Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage sei der Betrieb für die bevorstehende Wintersaison gesichert. Die Bergbahn nehme den Winterbetrieb am Samstag 19. Dezember 2009 auf.
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