 |
| Modell des Kupfer-Messing-Polyeders «F64» von Sabina Lang und Daniel Baumann. Er soll im Kultur- und Kongresszentrum Thun als Garderobetheke dienen. (Bilder zvg) |
«Kunst und Bau» für das Kultur- und Kongresszentrum Thun Ein Kupfer-Messing-Polyeder mit 64 Flächen als Garderobentheke und an die Wände projizierte Zitate berühmter Persönlichkeiten im Foyer: Diese künstlerischen Elemente sollen das erweiterte Kultur- und Kongresszentrum Thun kennzeichnen. Eine Jury hat die Werke des Künstlerpaars Sabina Lang und Daniel Baumann aus Burgdorf sowie der Thunerin Chantal Michel aus fünf Vorschlägen ausgewählt.
Zitate berühmter Persönlichkeiten im Foyer: Fotomontage des Projektes von Chantal Michel.
pd/bns. Die im Juli 2009 begonnenen Arbeiten zur Sanierung des früheren Schadausaals und dessen Erweiterung zum künftigen Kultur- und Kongresszentrum Thun laufen laut einer Medienmitteilung nach Zeitplan: Noch vor Weihnachten – bis am 18. Dezember soll der Rohbau für den zusätzlichen Saal mit 500 Plätzen und einem Foyer abgeschlossen sein. Am bestehenden Gebäude seien vor allem die Öffnungen zum Anbau gefräst und die Übergänge zu diesem vorbereitet. Demnächst angefangen würden auch die Kanalisationsarbeiten. Nach einem Arbeitsunterbruch über die Festtage soll die Dachkonstruktion aus Stahl in Angriff genommen. Voraussichtlich im März 2010 werde die Aufrichte gefeiert werden können. Der gesamte Um- und Anbau soll im Frühjahr 2011 abgeschlossen sein. Die Thuner Stimmberechtigten hatten dafür am 11. März 2007 einen Baukredit von 19 Millionen Franken bewilligt.
Im Rahmen des Um- und Neubaus des ehemaligen Schadausaals zum künftigen Kultur- und Kongresszentrum Thun waren laut der Medienmitteilung fünf Kunstschaffende eingeladen worden, eine Projektskizze für eine künstlerische Arbeit im oder beim KKThun zu entwerfen: «Die beiden Projektideen ‹F64› des Künstlerpaars Lang/Baumann und ‹En passant› von Chantal Michel wurden von einer sechsköpfigen Jury aus städtischen und externen Fachleuten zur Realisierung ausgewählt.» Neben Chantal Michel und dem Künstlerpaar Lang/Baumann seien Reto Leibundgut aus Thun, Renate Buser aus Basel und das Künstlerpaar Barbara Meyer Cesta sowie Rudolf Steiner (‹Haus am Gern›) aus Biel zum Wettbewerb eingeladen gewesen: «Zu den allgemeinen Auswahlkriterien gehörten neben der künstlerischen Qualität auch die technische Realisierbarkeit, funktionelle Aspekte, der Orts- und Kontextbezug sowie die finanzielle Realisierbarkeit.»
«F64» könnte sich zum Treffpunkt entwickeln
Das eine Projekt stamm vom Künstlerpaar Sabina Lang, geboren 1972, und Daniel Baumann, geboren 1967, aus Burgdorf, verlautet im einzelnen: «Sie werden eine zweiteilige mobile Garderobetheke, ein Polyeder mit 64 Flächen und einer goldglänzenden Kupfer-Messing-Oberfläche, für das neue Foyer realisieren. Das insgesamt fünf Meter lange und 70 Zentimeter hohe Objekt mit seinem skulpturalen Charakter und seiner zugleich funktionalen Verwendung setzt im Foyer einen künstlerischen Akzent. Eben dieses Wechselspiel des Objekts zwischen Plastik und Möbel, das Kunst und Funktionalität miteinander verbindet, hat die Jury überzeugt. Aus ihrer Sicht kann sich die Theke durchaus auch zum unübersehbaren Treffpunkt entwickeln.»
«En passant»: Wenig bekannte Zitate
Die 41jährige Thunerin Chantal Michel werde in ihrem Projekt Zitate von Persönlichkeiten, die in Thun gelebt oder die Stadt «en passant» bereist haben, auf die Wände des Foyerbereichs applizieren, heisst es in der Medienmitteilung: «So werden etwa wenig oder nicht bekannte Zitate von Lukas Bärfuss und Johannes Brahms ausgewählt.» Die Besucher des Kultur- und Kongresszentrum Thun könnten die Zitate «en passant» wahrnehmen: «Die Jury hat die Schlichtheit und Einfachheit der Arbeit sowie die Sensibilität der Künstlerin für die Texte, die stets neue Interpretationen zulassen, überzeugt.»
Für das gesamte Kunst-und-Bau-Projekt stehe ein Kostendach von 91 000 Franken zur Verfügung, was ein Prozent der reinen Gebäudekosten entspreche und in der Regel für Kunst-und-Bau-Projekte eingesetzt werde, wird im weiteren ausgeführt. In Thun würden bei städtischen Um- und Neubauten künstlerische Interventionen dann realisiert, wenn eine hohe Publikumsfrequenz zu erwarten und ein Kunstprojekt wirkungsvoll und angebracht ist. Im Durchschnitt sei dies maximal ein Projekt pro Jahr.
Ausstellung und Führungen. Die fünf Projektskizzen können vom Freitag 4. bis Sonntag 6. Dezember jeweils von 10 bis 14 Uhr im bisherigen Foyer des Schadausaals besichtigt werden (Eingang Seite Gymnasium benützen). Täglich werden um 12 und 13 Uhr Führungen angeboten.
|