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Unterseen: Spitalstandort mit Landkauf gestärkt
 
Die Abgeordneten des Gemeindeverbands Weissenau Unterseen haben am Donnerstagabend einem Landkauf über 1,3 Millionen Franken an der Weissenaustrasse zugestimmt. Damit entsteht gegenüber dem Spital ein zusammenhängendes Areal. Nun folgt eine Gesamtplanung.

pd/bns. Seit Jahren hatten sich laut einer Medienmitteilung die Spitalbehörden bemüht, das zwischen dem nördlichen Spitalparkplatz und dem Areal der ehemaligen Villa Beatrice liegende Grundstück zu erwerben und damit ein zusammenhängendes Areal für die weitere Entwicklung des Spital- oder Heimstandorts zu schaffen. «Schon der alte Spitalverband betrieb eine zielgerichtete Arrondierung der Spitalliegenschaft», sagte Verbandspräsident Jürgen Ritschard am Donnerstagabend zu den Abgeordneten des Gemeindeverbands Weissenau Unterseen. Jetzt sei es so weit: «Die Erben des ehemaligen Parzellenbesitzers, die das Grundstück zum Kauf ausgeschrieben hatten, nahmen die Offerte des Gemeindeverbands Weissenau in der Höhe von 1,3 Millionen Franken an.» Der Vertrag sei bereits Mitte September unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Abgeordnetenversammlung unterzeichnet worden: «Diese gab am Donnerstagabend nun grünes Licht; die Gemeindedelegierten stimmten dem Erwerb einstimmig und ohne Wenn und Aber zu.»

Bedarf vorhanden
Damit sei der Weg frei für eine Gesamtplanung des nun zusammenhängend knapp 7000 Quadratmeter grossen Areals zwischen See- und Weissenaustrasse, verlautet im einzelnen. Wie Verbandsgeschäftsführer Heinz Witschi darlegte, liege seitens der Spitalgruppe Frutigen, Meiringen und Interlaken (Spitäler FMI AG) ein grobes Raumprogramm für einen Neubau für den Psychiatrischen Dienst und das Zentrum für Schmerzmedizin vor. Wie Witschi sagte, habe die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern der Spitäler FMI AG auf Anfrage mitgeteilt, dass die psychiatrische Versorgung, die Erziehungsberatung sowie die Kinderpsychiatrie im östlichen Oberland langfristig gestärkt werden sollen. Als Reaktion auf den sich auch auf dem Bödeli abzeichnenden Rückgang der praktizierenden Ärzte besteht laut Witschi zudem Bedarf nach einem spitalnahen Ärztehaus mit Praxen für Hausärzte und allenfalls Spezialärzte.
 
Auch die Zufahrt ist ein Thema
Neu lanciert werden kann auch die Diskussion um eine Verlegung der Spitalzufahrt: «Wie Unterseens Gemeindepräsident Simon Margot gegenüber dem BO sagte, ist die Gemeinde nach wie vor daran interessiert, die gefährliche, spitzwinklige Zu- und Wegfahrt an der Ecke See-/Weissenaustrasse zugunsten einer mehr Sicherheit versprechenden Lösung aufzuheben.» Eine neue Erschliessung könnte – in Absprache mit den zuständigen kantonalen Behörden – über einen Streifen des Verbandsareals führen.
 
Konkret vorgesehen oder entschieden ist laut der Medienmitteilung indes noch nichts. Zunächst sollen die beiden auf dem erworbenen Grundstück stehenden Altliegenschaften vollständig abgebrochen werden. Daraufhin sei vorgesehen, die Planung voranzutreiben und das Gesamtareal baldmöglichst einer konkreten Nutzung zuzuführen: «Der ebenfalls auf dem Grundstück stehende, achteckige Holzpavillon, der in längst vergangenen Zeiten als Kiosk diente, soll dem Freilichtmuseum Ballenberg vermacht werden.»
 
Liegenschaft verkauft
Für die Vertrags- und Abbruchkosten muss der Gemeindeverband Weissenau weitere 82 000 Franken aufwenden. Knapp die Hälfte der Gesamtkosten von 1,382 Millionen Franken werde über den Verkauf eines verbandseigenen Einfamilienhauses an der Helvetiastrasse in Unterseen finanziert. Die Abgeordneten, die 19 von 23 Gemeinden und 37 von 42 Stimmen vertraten, stimmten der Veräusserung diskussionslos zu: «Zur Begleichung der anderen Hälfte wird auf flüssige Mittel sowie auf Fremdkapital zurückgegriffen.»
 
Pflegeheim Weissenau Unterseen: Neubau ist auf guten Wegen
Wie Präsident Jürgen Ritschard am Donnerstag vor den Abgeordneten des Gemeindeverbands Weissenau Unterseen sagte, verläuft die Planung für den Neubau des Heims Weissenau nach Programm: «Das Siegerteam ist mit der Überarbeitung des Projekts betraut worden.»  Im Dezember sollen erste Resultate vorliegen. Wie berichtet, hatte das deutsche Projekt Philemon und Baukis den von 57 Architekturbüros aus dem In- und Ausland bestrittenen Wettbewerb gewonnen. 2011 soll gebaut werden, der Heimbezug ist für 2012 vorgesehen.
 
Budget 2010
Ferner genehmigten die Abgeordneten am Donnerstag das Budget 2010, bestehend aus der Vermögensverwaltung und dem Heimbetrieb, und nahmen Kenntnis von der sich für das nächste Jahr abzeichnenden neuen Pflegefinanzierung.  
 
Umstrittenes Darlehen
In bezug auf ein der Spitäler FMI AG im Jahr 2003 gewährtes und nach der Kantonalisierung der Spitalgesellschaft umstrittenes Darlehen in der Höhe von 850 000 Franken konnte laut dem Medienmitteilung Jürgen Ritschard keine Neuigkeiten vermelden. Es seien nach wie vor Abklärungen zu einer einvernehmlichen Lösung im Gang.
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