Klimaforum in Thun: «Liefere statt lafere»
Am dritten Nationalen Klimaforum in Thun mit rund 500 Teilnehmern sind im Mittelpunkt der Referate, Workshops und Gespräche konkrete Massnahmen für den Klimaschutz gestanden.
pd/bns. Das Motto des laut einer Medienmitteilung ausverkauften eintägigen Anlasses von gestern Donnerstag lautete «Walk the Talk». Oder wie es Bundesrat Moritz Leuenberger in seiner Eröffnungsrede formulierte «Liefere statt lafere». Die Klimaänderung sei eine Herausforderung, der nur im internationalen Verbund begegnet werden könne. «Damit wird die Klimapolitik zu einem der zentralen aussenpolitischen Themen», sagte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Das brauche Geduld – obwohl die Zeit durchaus dränge. Leuenberger: «Grenzenlose Marktgläubigkeit und Masslosigkeit haben eine Wirtschaftskrise ausgelöst, welche die Ärmsten am meisten trifft und für unsere Nachkommen eine Hypothek ist. Bei der Bewältigung des Klimaproblems laufen wir die gleiche Gefahr, wenn wir die Anzeichen ignorieren und erst handeln, wenn die Katastrophe da ist, das heisst, wenn wir nur noch zu Schadensbegrenzung gezwungen sind.» Angesichts all der langwierigen aktuellen Klimadiskussionen empfinde er es als wohltuend, dass an diesem Anlass das «Liefere» im Zentrum stehe. Trotzdem dürfe man aber keine Wunder erwarten:
«Klimaschutz ist ein langer und anstrengender Gang.»
500 Teilnehmer fanden sich laut der Medienmitteilung in Thun beim dritten Nationalen Klimaforum ein. Damit sei der Anlass ausverkauft gewesen: «Mit dabei waren vorab Direktoren und Entscheidungsträger von kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen sowie Vertreter national und international führender Organisationen und Institutionen aus Wissenschaft, Forschung und Politik.»
Als Grundsatzreferenten werden in der Medienmitteilung aufgeführt: Nawal Al-Hosany, Direktorin für Nachhaltigkeit der Null-Emissions-Stadt Masdar City, Thomas Stocker, Klimaforscher an der Universität Bern und Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe «Wissenschaft» des Intergovernmental Panel on Climate Change, Josef Rademacher, Professor der Universität Ulm und Mitglied des Club of Rome, Ron Gonen, Gründer der Recycle Bank in den USA (Gewinner des «Technology Pioneer Award 2009» des World Economic Forum) sowie Lewis Gordon Pugh, Extremschwimmer auf persönlicher Mission für den Klimaschutz. Diese Referate sind in voller Länge als Videostream zu sehen auf www.climateforum.ch (unter der Rubrik «Programm»).
Erfolgreiche Projekte als Massstab
Ziel des Klimaforums sei ein aktiver Meinungsaustausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und das Aufzeigen von aktuellen Entwicklungen. Die Diskussionen drehten sich um konkrete Massnahmen und deren Machbarkeit. An Hand erfolgreicher Pilotprojekte sollen jene Faktoren aufgezeigt werden, die einen vielversprechenden Weg zum Klimaschutz darstellen. Dazu dienten unter anderem Workshops wo sechs aktuelle und erfolgreiche Projekte als Benchmarks vorgestellt und diskutiert worden seien, unter anderem www.jungfrauklima.ch (Klimaschutzmassnahmen in der Tourismusregion). Im weiteren seien am dritten Nationalen Klimaforum Projekte und Massnahmen unter anderem vom WWF Schweiz, dem Bundesamt für Umwelt und den SBB zur Sprache gekommen.
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