Dritter Berner Tourismustag in Thun
Neue Herausforderungen an die Tourismuswirtschaft, die Destinationenentwicklung und die neue Regionalentwicklungspolitik des Bundes: Diese drei Themen standen am Donnerstag 17. September 2009 im Mittelpunkt des dritten Berner Tourismustages in Thun.
pd/bns. Hansruedi Müller, Direktor des Instituts für Freizeit und Tourismus der Universität Bern, stellte laut einer Medienmitteilung vor rund 250 Tagungsteilnehmern aus der Tourismuswirtschaft das neue Positionspapier 2015 vor: «Das Papier aktualisiert das touristische Leitbild des Kantons aus dem Jahr 2001.» Laut Müller hat sich der Tourismus im Kanton Bern im Vergleich mit der Konkurrenz gut entwickelt. Dies gelte in den letzten Jahren ganz besonders für die Nachfrage in der Hotellerie. Vor allem die Stadt Bern und das Berner Oberland hätten überdurchschnittlich zulegen können. Auch bei der angestrebten Verdichtung der Destinationen seien Entscheide gefallen beziehungsweise seien Planungen eingeleitet worden: «Die jährlichen Ausgaben für die Tourismusförderung liegen allerdings immer noch deutlich unter denen der Konkurrenzregionen.»
Trotz dieser positiven Bilanz bestehe latent die Gefahr, von den Mitbewerbern ein- beziehungsweise überholt zu werden. Deshalb schlägt Müller laut der Medienmitteilung zehn Schlüsselmassnahmen vor, um den Tourismus im Kanton Bern erfolgreich in die nächste Dekade zu führen. Dazu gehörten neben der Innovations- und Qualitätsförderung auch eine Verdichtung der Destinationen, ein verstärktes finanzielles Engagement des Kantons in der Tourismusförderung und noch mehr Umweltbewusstsein in der Tourismuswirtschaft.
Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher, nahm an der Tagung eine politische Standortbestimmung vor: «Er stellte mit Befriedigung fest, dass die angestrebte Verdichtung der Destinationen auf gutem Wege sei. Das Problem der Finanzierung will er im Rahmen einer Gesetzesrevision langfristig angehen. Er appellierte jedoch hier an die Selbstverantwortung der Branche. Das Potential an Einsparungen durch Synergien, Kooperationen und Auslagerung von Tätigkeiten sei noch gross. Im weiteren forderte er, dass sich die Tourismusbranche stärker bei nachhaltigen Planungen im Interesse von Umwelt und Wirtschaft engagiere. Die Qualitätsförderung solle durch neue Programme weiter verstärkt werden.»
Zum Schluss seiner Standortbestimmung wies Regierungsrat Rickenbacher auf die Bedeutung der neuen Naturparkprojekte und der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes hin. Die Naturpärke müssten mit den Destinationen eng zusammenarbeiten: «Innerhalb der neuen Regionalpolitik ist es möglich, nicht nur Programme wie etwa die touristische Destinationsentwicklung, sondern auch touristische Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte zu unterstützen», meinte Rickenbacher mit Blick auf das Potential der NRP. Die Bilanz der ersten anderthalb Umsetzungsjahre sei beeindruckend: «Das ausgelöste Investitionsvolumen liegt bei 70 Millionen Franken.»
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