Flugplatz Meiringen: Stellungnahmen der Gemeinden
Die Gemeinden am oberen Brienzersee und im Oberhasli begrüssen in Stellungnahmen zum Flugplatz Meiringen mehrheitlich die Schaffung einer Standortmarketingstelle mit einem Leistungsauftrag des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).
pd/bns. Die weiteren Massnahmen wurden laut einer Medienmitteilung kritisch beurteilt und sollen nur umgesetzt werden, wenn in der Region nicht zusätzlicher Lärm anfalle. Die Verhandlungsdelegation Flugplatz Meiringen habe zusammen mit Regierungsstatthalter Walter Dietrich die Eingaben der Gemeinden ausgewertet und zusammen mit einer Stellungnahme an Bundesrat Maurer weitergeleitet.
Die Verhandlungsdelegation hat laut der Medienmitteilung in ihrem Schreiben an Bundesrat Ueli Maurer erneut festgehalten, dass das Gesamtergebnis der Verhandlungen enttäuschend sei – vor allem dass im Bereich der Lärmbelastung keine Verbesserungen habe erwirkt werden können. «Die Mehrheit der Gemeinden beurteilt die Kompensationsmassnahmen als sinnvoll, nur eine Gemeinde hat die Weiterführung der Verhandlungen gefordert.» Die Schaffung der Standortmarketingstelle mit einer Leistungsvereinbarung vom VBS werde sehr positiv beurteilt: «Diese soll mit einem langfristigen Horizont abgeschlossen werden und die Umsetzung soll möglichst rasch erfolgen. Bei den übrigen Kompensationsmassnahmen werden diejenigen Massnahmen, welche neuen Lärm mit sich bringen, sehr kritisch beurteilt.»
Die Gemeinden hätten neben der Stellungnahme zu den Kompensationsmassnahmen teilweise noch neue Anliegen formuliert, verlautet im weiteren: «Als wichtigsten Punkt hat die Verhandlungsdelegation Bundesrat Maurer nahegelegt, dass bei einer Verlegung des Gebirgsausbildungszentrums von Andermatt als neuen Standort Meiringen gewählt werden soll, da mit der bestehenden Infrastruktur, der guten Erreichbarkeit und der Lage in den Bergen der Standort für das Ausbildungszentrum ideal ist.» Zudem könnten Synergien mit dem Seilbahnerausbildungszentrum im ehemaligen Zeughausareal genutzt werden.
In verschiedenen Gemeinden seien seit dem Informationsanlass vom 27. April 2010 von Seiten der Bevölkerung Petitionen oder Initiativen mit der Aufforderung eingereicht worden, dass die Verhandlungen auf der Basis des Forderungspaketes des Kontaktgremiums weitergeführt würden, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Aus Sicht der Verhandlungsdelegation sind diese Unterschriftensammlungen ein Zeichen, dass die Bevölkerung nach wie vor eine Verbesserung der Lebensqualität rund um den Flugplatz Meiringen erwartet. Deshalb fordert sie Bundesrat Maurer auf, diese Eingaben bei der Neuauflage des Sachplan Militär entsprechend zu berücksichtigen.»
Aufgrund der Stellungnahmen der Gemeinden könne festgehalten werden, dass die Region nach wie vor an einem vernünftigen Nebeneinander von Bevölkerung, Tourismus und Flugplatz interessiert sei und hinter dem Flugplatz Meiringen mit den vorhandenen Arbeitsplätzen stehe, wird abschliessend ausgeführt. Dies jedoch nicht um jeden Preis. Die Arbeitsplätze und die damit verbundene Wertschöpfung in der Region seien zentral für die Akzeptanz des Flugplatzes: «Sollte im Zusammenhang mit weiteren Sparmassnahmen die Zahl der Arbeitsplätze auf dem Flugplatz sinken, so hätte dies ganz direkt Einfluss auf die Haltung der Behörden zum Flugbetrieb auf dem Flugplatz Meiringen.» Der Informationsanlass vom 27. April 2010 werde von der Verhandlungsdelegation sehr positiv beurteilt. «Sie würde es begrüssen, wenn jährlich eine solche Veranstaltung durchgeführt werden könnte, um die Bevölkerung aus erster Hand über die aktuelle Entwicklung des Flugplatzes Meiringen und die Lärmbelastung zu informieren.» |