 |
| Die Rollstuhlsportler (von links nach rechts) zusammen mit dem Präsidenten des Organistionskomitees Christoph Seiler, Christoph Kunz, Sandra Graf, Heinz Frei und Pararace-Rennleiter Walter Hintermeister beim Startort für den Jungfrau-Marathon. (Bild Dora Schmid-Zürcher) |
Interlaken: Zweiter Behindertensportanlass
Nach einem guten Echo der Zuschauer, Athleten und der Presse beim ersten Pararace letztes Jahr, findet am Freitag 10. September 2010 im Rahmen des 18. Jungfrau-Marathons zum zweiten Mal der Behindertensportanlass Jungfrau-Pararace statt.
ds. Insgesamt wird nach Angaben an einer Medienorientierung in sechs Kategorien gestartet (Pararace Handbike über 14 Kilometer , 200 Meter Sprint der Behindertenorganisation «Plusport», 200 Meter Pararace-Sprint weiblich, 200 Meter Sprint männlich, 200 Meter Pararace offen und als Höhepunkt die Pararace-Jungfraumeile Rollstuhl mit 1609 Meter. Angemeldet sind in den sechs Kategorien bisher über 50 Sportler. Einige dieser Teilnehmer bestreiten mehrere Kategorien.
In der neuen Kategorie Pararace offen können Behinderte unabhängig von Art und Grad der Behinderung mitmachen. Mitmachen und dabei sein, sei hier das oberste Ziel. Für dieses Rennen unter dem Patronat des Schweizerischen Invalidenverbandes «Procap» besteht laut Auskunft von Organisationskomiteepräsident Christoph Seiler immer noch die Möglichkeit sich bis eine Stunde vor dem Start am Freitag 10. September 2010 anzumelden.
Am Freitag nahmen in Interlaken auch die drei Rollstuhlsportler Sandra Graf, die letztjährige Siegerin der Jungfraumeile, sowie der Rennstuhlsportler Heinz Frei, mehrfacher Goldmedaillensieger an Sommer-Paralympics und der Monoskirennfahrer Christoph Kunz aus Reichenbach an einer Pressekonferenz teil. Der Berner Oberländer Christoph Kunz arbeitet zurzeit noch 70 Prozent bei einer Bank, versucht sich aber ab Herbst voll auf den Sport zu konzentrieren und so professionell unterwegs zu sein. Die Teilnahme am Pararace nimmt er als Konditionstraining für seine Monoskirennen im Winter. Kunz gewann an den Winter-Paralympics in Vancouver 2010 Gold in der Abfahrt und Silber im Riesenslalom.
Für die Athleten sollen laut dem Organisationskomiteepräsidenten attraktive Rennen in einer tollen Atmosphäre stattfinden und dem Publikum die Sportarten mit dem Handbike, dem Sportrollstuhl und dem Rollstuhl nähergebracht werden. Zu den Zielen des Pararace gehöre vor allem auch, den Sportlern eine ideale Plattform vor vielen Zuschauern zu geben ihre sportlichen Künste zu zeigen. Man wolle auch die Aufmerksamkeit beim Publikum wie auch medial erzeugen, und damit den Stellenwert geben, den diese Sportarten verdienen. Integration sei sehr wichtig, damit sollen auch Berührungsängste abgebaut werden. An diesem Anlass sollen in der offenen Kategorie auch Sporteinsteiger die Möglichkeit haben teilzunehmen. Auch möchte man die Gleichstellung vorantreiben, denn die Rennen finden am gleichen Tag, am gleichen Ort, auf der gleichen Strecke vor dem gleichen Publikum statt wie die Rennen der «Fussgänger».
Die Startmodalitäten bei der Meile: Die Frauen haben 30 Sekunden Vorsprung vor den Männern. Sieger ist, wer zuerst ins Ziel kommt. Das Preisgelder für den Sieg beträgt 1609 Franken (eine Landmeile hat 1609 Meter also pro Meter ein Franken), der zweite Platz 1207 Franken, der dritte Platz 805 Franken und der vierte Platz gibt noch 403 Franken. In einem Jackpot liegen 500 Franken für einen neuen Rekord bereit. Sandra Graf die letztjährige Siegerin benötigte 3.31:58, diese Zeit gilt es zu unterbieten um den Jackpot zu gewinnen.
Neben der Pasta-Party des Jungfrau-Marathons am Freitag 10. September 2010 findet eine offizielle Sportlerehrung des Kantons Bern – siehe auch Ehrung von erfolgreichen Sportlern in Interlaken – vom 27. August 2010 statt.
Während der Pararace besteht für alle die Möglichkeit einen Rollstuhlparcours von Procap zu absolvieren. Sonja Häsler, aufgewachsen in Unterseen, Europameisterin im Rollstuhl-Badminton, hat an der Entwicklung eines Trekking-Rollstuhl mitgearbeitet und bringt diesen mit nach Interlaken. |