Einstellung des Projektes Badeanlage Meiringen
Die Arbeitsgruppe Projekt Badeanlage Meiringen hat entschieden, das 27-Millionen-Franken-Projekt Bade- und Sportanlage einzustellen. Die Abklärungen haben ergeben, dass das Projekt nicht ohne externen Investor umgesetzt werden kann und dass vor allem auch der zukünftige Betrieb der Anlage erhebliche jährliche Defizite auslösen würde.
pd/bns. Gemeinde- und Dorfrat von Meiringen sind laut einer Medienmitteilung der Meinung, dass ein Ausbau des Angebotes mit Wellness vor allem der touristischen Ausstrahlung diene und deshalb nicht zu den Kernaufgaben der öffentlichen Hand gehöre. Der Vorstand von Haslital-Tourismus habe vorgesehen, an einer Klausurtagung die Wichtigkeit der Badeanlagen für den Tourismus in der Region zu diskutieren.
«Da sowohl im Hallenbad und im Freibad Investitionsbedarf besteht, haben die Dorfgemeinde und die Einwohnergemeinde gemeinsam eine Projektgruppe eingesetzt, welche Abklärungen getroffen hat, ob allenfalls an einem neuen Standort eine neue Badeanlage mit Hallenbad, Freibad und Wellnessbereich inklusive Nutzung von Thermalwasser realisiert werden könnte», heisst es im weiteren. Das Ziel des Projekts sei gewesen, durch Nutzung von Synergien die Betriebskosten für die beiden Bäder zu reduzieren: «Ein Grundstück bei der Tennishalle wurde als geeigneter Standort angesehen, um auch zusätzliche Synergien mit der Tennis- und Kletterhalle zu nutzen.» Eine Marktanalyse habe aufgezeigt, dass das Marktpotential vorhanden sei – vor allem auch mit der Möglichkeit der Nutzung von Thermalwasser aus der benachbarten Privatklinik Meiringen. Der erarbeitete Businessplan hätte Klarheit über die Realisierbarkeit des Projektes schaffen sollen: «Mit einer notwendigen Gesamtinvestition von 27 Millionen ergab die Planerfolgsrechnung ein Defizit der Bereiche Hallenbad und Freibad. Nur mit dem Bereich Therme sowie Gesundheits- und Wellness-Einrichtungen (Spa) – (lateinische Abkürzung für «sanum per aquam» (deutsch «Gesund durch Wasser») könnten ein Gewinn erzielt werden: «Dieser würde jedoch nicht ausreichen, das Defizit der anderen Bereiche zu decken.» Somit wären zukünftige Erneuerungen der Anlage in Frage gestellt. Zudem wäre bereits für die Realisierung des Neubaus ein externer Investor notwendig. Zusätzlich sei abgeklärt worden, ob eine Lösung mit kleineren Investitionskosten gefunden werden könne: «Diese Variante würde jedoch trotzdem zu hohen Defiziten in der Betriebsrechnung führen und kaum Synergien mit Tennis- und Kletterhalle erlauben.» Mit diesen Voraussetzungen seien dafür kaum private Investoren zu finden: «Aus diesen Überlegungen hat die Projektgruppe entschieden, den beiden Gemeinden die Einstellung des Projektes zu beantragen.»
Gemeinderat und Dorfrat unterstützten diese Überlegungen, verlautet in der Medienmitteilung. Die Dorfgemeinde werde auch künftig das bestehende Freibad betreiben und die dort notwendigen Investitionen vornehmen, sofern die finanziellen Möglichkeiten dies erlaubten: «Die Einwohnergemeinde setzt nun eine neue gemeindeinterne Arbeitsgruppe ein, welche die Möglichkeiten eines Um- und Ausbaus des bestehenden Hallenbades zusammen mit der notwendigen Sanierung der Doppelturnhalle prüft.» An der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember 2008 hätten die Stimmbürger einem Verpflichtungskredit für einen Planungskredit für das Projekt Bade- und Sportanlage in der Höhe von 300 000 Franken zugestimmt, wird im weiteren erinnert: «Aufgrund der veränderten Situation wird dieser Kredit an der Rechnungsgemeindeversammlung im Juni 2010 wieder zu schliessen sein. Allenfalls wird für ein Folgeprojekt ein neuer Verpflichtungskredit beantragt.» |