Neue Produktionsküche des Jungfrau-Hotels Wilderswil
Das Zentrum Seeburg mit Sitz in Iseltwald hat das im Oktober 2009 als integrativen Betrieb eröffnete sanierte Jungfrau-Hotel in Wilderswil mit einer Grossküche erweitert.
pd/bns. Die Realisierung der Produktionsküche in der zweiten Projektphase bedeutet laut einer Medienmitteilung eine weitere Chance für die regionale Marktpositionierung des Jungfrau-Projektes: «Mit der Inbetriebnahme kann künftig auch der Bankett- und der Cateringbereich ausgeweitet werden. Zudem erfolgte gleichzeitig die Zusammenlegung der bisher dezentralen Verpflegungsinfrastruktur der Gesamtinstitution an einen Ort. Durch die Einrichtung einer zentralen Grossküche im Jungfrau-Hotel werden viele Arbeitsschritte zusammengefasst und dadurch vereinfacht.»
Künftig sollen alle Heimbereiche und der Mittagstisch im Arbeitszentrum aus der Grossküche im Jungfrau-Hotel bedient. Eine Neuigkeit sei auch eine voll eingerichtete Backstube, wo unter anderem Gipfeli und Brötli für den gesamten Institutions- und Hotelbedarf produziert würden. Auch die Desserts für Bankett- oder Hotelgäste und Heimbewohner würden dort hergestellt. Es wurde ein grosser Produktionsraum errichtet, der viel Arbeitsfläche bietet. Ein neues Lagersystem berge genügend Stauraum für Vorräte und ein neues Büro helfe, den nötigen Überblick für die umfassende Organisation zu gewährleisten: «Ausserdem konnte der bestehende Küchenpersonalbestand um zwei weitere Personen erweitert werden.»
Die Ausbildung der Lehrlinge werde durch diese Umstrukturierung organisatorisch ebenfalls einfacher, verlautet im weiteren. Vor allem werde die Angebotspalette noch breiter: «Denn es wurde in der Vergangenheit zunehmend schwieriger, Ausbildungsplätze für die Klienten im Bereich Gastronomie/Hotellerie zu finden. Das Bedürfnis in diesem Bereich wurde stets grösser und die internen Ausbildungsmöglichkeiten reichten nicht mehr aus.» Weitere Optionen zu einer praxisnahen Arbeitsbeschäftigung und Ausbildung im Gastronomiesektor hätten bereits mit der Übernahme des Jungfrau-Hotels im vergangenen Herbst wahrgenommen werden können: «Damit will das integrative Projekt möglichst vielen jungen Menschen helfen, nach einer fundierten Berufsausbildung den Weg in den ersten Arbeitsmarkt einzuschlagen.»
Zielgruppe der Tätigkeiten der Institution Zentrum Seeburg (www.seeburg.ch) seien Menschen mit psychischem Handicap sowie Jugendliche mit Entwicklungsdefiziten und Personen mit besonderen Betreuungsbedürfnissen, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Die Angebote beinhalten verschiedene Wohnbereiche, Berufs- und Arbeitsintegration, Berufsausbildungen, ein Arbeitszentrum und Ateliers. Die beruflichen Massnahmen und Ausbildungen erfolgen in der Regel in Zusammenarbeit mit der zuständigen IV-Stelle.»
Im Projekt Jungfrau-Hotel stehen laut der Medienmitteilung auf der einen Seite die konventionellen Hotelgäste, wie sie im Berner Oberland in Mittelklassehotels in grosser Zahl anzutreffen seien: «Diese wissen aufgrund der Werbung, dass sie sich in ein integratives Hotel einbuchen und zeigen damit ihr Interesse am Projekt.» Parallel zu ihnen biete das Hotel sozialmedizinisch und freizeitagogisch betreute Ferien für Menschen mit Handicap: «Damit realisiert das Jungfrau-Hotel seine Angebote ganz im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes, welches zu Recht fordere, dass Menschen mit Handicap mit möglichst wenigen Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben sollen.
Ein integratives Projekt gehe personell über einen normalen Hotelbetrieb hinaus: «Der Bereich der sozialmedizinischen Gästebetreuung inklusive Freizeitbegleitung sowie der arbeitsagogische Teil für Auszubildende und betreute Mitarbeiter erfordern einen Personalanteil, den konventionelle Hotels nicht benötigen.»
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