Rettung der letzten Blumenwiesen schreitet voran
Mit der Mitte Woche in Kraft gesetzten Verordnung und dem dazugehörigen Inventar der schützenswerten Trockenwiesen und -weiden macht der Bundesrat ernst mit dem gesetzlichen Schutz der letzten Blumenwiesen.
pd/bns. Im November habe Pro Natura mit dem Schweizer Vogelschutz eine Petition für den Schutz der besonders artenreichen Blumenwiesen mit mehr als 38 000 Unterschriften übergeben, wird in einer Medienmitteilung der Naturschutzorganisation Pro Natura erinnert: «Ein Engagement, das sich nun auszahlt. Dennoch werden die Organisationen weiterhin den Finger auf das Dossier halten. Denn nun muss der Bund mit den Kantonen klare Vereinbarungen treffen, um die Rettung der Blumenwiesen vom Papier in die Praxis zu überführen.»
«Schutz der Blumenwiesen endlich gegeben»
In den vergangenen 60 Jahren seien geschätzte 90 Prozent aller Trockenwiesen und -weiden verschwunden, weil die Flächen im Tal intensiv bewirtschaftet würden oder in höheren Lagen verbuschten: «Der Bundesrat hatte sich lange geziert, den dringend nötigen Schutz des wertvollen und typischen Lebensraumes gesetzlich festzuschreiben.» Mit der nun in Kraft gesetzten Verordnung und dem Inventar sei dieser gesetzliche Schutz der Blumenwiesen endlich gegeben: «Wir sind erleichtert, dass der Bundesrat unser Anliegen nun ernst nimmt und diese wertvollen Lebensräume und Landschaften gesetzlich schützt», sagt Mirjam Ballmer, bei Pro Natura zuständig für die Naturschutzpolitik. Offenbar habe es den Druck durch die von mehr als 38 000 Menschen unterschriebenen und im November 2009 der Bundeskanzlei übergebenen Petition von Pro Natura und des Schweizer Vogelschutzes gebraucht.
«Gesetzlich geschützt» reicht noch nicht
Das Beispiel der Moore und Moorlandschaften zeige indes, dass Verfassungs- und gesetzmässiger Lebensraumschutz noch nicht heisse, dass die Lebensräume langfristig erhalten würden, verlautet im weiteren: «Daher müssen der Bund und die Kantone bald den nächsten Schritt unternehmen.» In den kommenden Verhandlungen zu den Programmvereinbarungen zwischen Bund und Kantonen müsse der Schutz und dessen Finanzierung klar geregelt werden. Mirjam Ballmer: «Nur wenn klar ist, welche Massnahmen ergriffen werden und wer diese bezahlt, werden die letzten Trockenwiesen und -weiden in Zukunft tatsächlich gerettet werden.» Rund 40 Prozent aller Pflanzenarten und 50 Prozent aller Tierarten der Schweiz lebten in Trockenwiesen und -weiden, darunter zahlreiche Arten auf der Roten Liste: «Das macht diese Blumenwiesen zu Hotspots der Biodiversität.»
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