Lawinenunglück im Diemtigtal: Ermittlungen abgeschlossen
Bei dem schweren Lawinenunglück vom 3. Januar 2010 im Gebiet Chummli im Diemtigtal mit sieben Todesopfern ist nach den abgeschlossenen polizeilichen Ermittlungen die zweite Lawine durch eine Spontan- oder eine Fernauslösung niedergegangen.
pkb/bns. Weder ein Helikopter noch andere Skitourenfahrer können nach Angaben der Untersuchungsbehörden diese Lawine ausgelöst haben: «Wie die Ermittlungen durch die Gebirgsspezialisten der Kantonspolizei Bern und durch die Regionalfahndung Berner Oberland weiter ergaben, muss die zweite Lawine durch eine Spontan- oder eine Fernauslösung entstanden sein. Praktisch zeitgleich mit der zweiten Lawine löste sich rund 250 Meter südwestlich des Unfallortes eine dritte Lawine. Diese wurde von zwei Tourengängern im Aufstieg ausgelöst.»
Am Sonntag 3. Januar 2010 um etwa 11.30 Uhr sei eine achtköpfige Skitourengruppe in einer bestehenden Spur auf dem Aufstieg zum Drümännler gewesen, wird in einer Medienmitteilung erinnert: «Dabei lösten die beiden an zweiter und dritter Stelle gehenden Personen ein Schneebrett aus. Diese Personen wurden mitgerissen, eine davon verschüttet. Das Schneebrett hatte eine Breite von 40 bis 70 Meter und eine Gesamtlänge von rund 200 Meter.»
Die andern Teilnehmer der betroffenen Skitourengruppe sowie weitere Tourenfahrer nahmen nach Angaben des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland und der Kantonspolizei sofort die Suche nach dem verschütteten Mann auf, andere alarmierten die Rettungskräfte. Der Tourenfahrer sei unter den Schneemassen rasch gefunden und ausgegraben worden: «Im Moment, als der inzwischen eingetroffene Arzt der Rettungsflugwacht die Betreuung dieses Mannes übernommen hatte, löste sich im angrenzenden Hang eine zweite Lawine und verschüttete insgesamt elf Personen und den Arzt. Die zweite Lawine hatte eine Breite von 100 Meter und eine Gesamtlänge von etwa 330 Meter.»
Im Verlauf des Sonntags konnten laut der Medienmitteilung aus dem Lawinenkegel acht verletzte Personen geborgen und in Spitäler geflogen werden: «Eine Person musste bereits tot geborgen werden. Im Verlauf der nächsten Stunden starben drei der schwer verletzten Personen.» Am Sonntag, bei einbrechender Dunkelheit, hätten die Sucharbeiten aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden müssen.
Bei der weiteren Suche, die wegen den schlechten Sicht- und Witterungsverhältnissen erst am Dienstag wieder aufgenommen werden konnte, wurden nach Angaben der Untersuchungsbehörden die drei noch vermissten Personen tot geborgen: «Damit forderte das Lawinenunglück am Drümännler insgesamt sieben Todesopfer. In der Zwischenzeit konnte auch die letzte Frau aus dem Spital entlassen werden.»
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