Drei von bisher vier Lawinentoten identifiziert
Von vier Todesopfern der am Sonntagmittag im Gebiet Chummli (Gemeinde Diemtigen) niedergegangenen Lawinen sind inzwischen drei identifiziert worden. Vier Verletzte liegen noch im Spital; drei Personen werden noch vermisst.
pkb/bns. Zur Zeit der Lawinenniedergänge im Chummli waren laut einer weiteren Medienmitteilung vom späteren Montag 4. Januar 2010 zwei grössere Gruppierungen auf Skitouren: «Dabei handelt es sich um 27 Personen des Skiklubs Rubigen sowie um eine achtköpfige Skitourengruppe. Letztere Gruppe wurde von der ersten Lawine teilweise erfasst. Mitglieder des Skiklubs Rubigen standen darauf als erste private Retter im Einsatz und begaben sich zu Rettungsarbeiten zu den Verschütteten. Dann löste sich die zweite Lawine und verschüttete die achtköpfige Gruppe, drei Helfer des Skiklubs Rubigen sowie den Rettungsflugwachtarzt.
Drei Todesopfer konnten nach Angaben des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland und der Kantonspolizei in der Zwischenzeit identifiziert werden. Es handle sich dabei um zwei Schweizer und einen Deutschen. Eine Person (Jahrgang 1948) sei Mitglied des Skiklubs Rubigen gewesen, der Deutsche (Jahrgang 1965) der von der ersten Lawine verschütteten zweiten Tourengruppe: Beim dritten Todesopfer – siehe auch Drei Todesopfer nach Lawinenniedergang im Diemtigtal vom 3. Januar 2010 handle es sich um den Rettungsflugwachtarzt (Jahrgang 1970): «Das vierte Todesopfer ist formell noch nicht identifiziert. Diese Person wurde letzte Nacht vom Spital Thun nach Basel verlegt, wo sie kurze Zeit später starb.» Bei den Verletzten handle es sich um eine Kanadierin und drei Deutsche (zwei Männer, eine Frau), die alle der kleineren Tourengruppe angehört hätten: «Der fünfte Verletzte, ein Schweizer, gehört dem Skiklub Rubigen an und stand als privater Retter im Einsatz. Bei den Vermissten handele es sich um eine Schweizerin (Jahrgang 1971), einen Schweizer (Jahrgang 1962) und einen Deutschen (Jahrgang 1972). Sie gehörten zur achtköpfigen Tourengruppe.»
Auf einer von der Kantonspolizei eingerichteten Hotline, sind nach Angaben vom späteren Montagnachmittag 25 Anrufe im Zusammenhang mit Vermissten eingegangen. Sechs Hinweise hätten nichts mit dem Lawinenunfall zu tun gehabt: «Die anderen 19 Hinweise bezogen sich auf die Personen, welche im Ereignis in irgendeiner Weise involviert waren.» Zusätzlich seien 15 Anrufe mit generellen Fragen eingegangen, welche nicht im näheren Zusammenhang mit dem Vorfall standen. Die Hotline sei seit heute Montagvormittag zehn Uhr, nicht mehr in Betrieb: Auf die Nummer 031 634 34 34 könne nach wie vor angerufen werden; sie werde auf die Einsatzzentrale weitergeleitet.
Am Sonntag 3. Januar 2010 kurz vor 11.30 Uhr hatte nach Angaben der Untersuchungsbehörden eine Lawine im Gebiet Chummli im Diemtigtal mehrere Tourenskifahrer erfasst: «Kurz nachdem die Rettungsflugwacht einen Notfallarzt eingeflogen und diesen abgesetzt hatte, löste sich eine zweite Lawine und verschüttete den Notfallarzt und weitere Personen, die dabei waren, einen von der ersten Lawine verschütteten Mann zu bergen.» Ein Grossaufgebot von rund hundert Rettungskräften und insgesamt acht Helikoptern habe danach acht verletzte Personen geborgen und sie zum Teil in kritischem Zustand in Spitäler gebracht: «Eine Person musste bereits tot geborgen werden.» Im Verlauf des Nachmittags starben nach Angaben des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland und der Kantonspolizei zwei der Schwerverletzten im Spital, darunter der Rettungsflugwachtarzt: «Im Verlauf des Abends starb ein weiterer Mann.» Vier Personen befanden sich laut der Medienmitteilung noch im Spital (Stand Montag) 16 Uhr): «Eine Person konnte inzwischen entlassen werden. Nach jetzigem Kenntnisstand befinden sie sich nicht in Lebensgefahr. Es werden gegenwärtig noch drei weitere Tourenskifahrer vermisst. Am Sonntag habe die Alpine Rettung Schweiz bei Einbruch der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen die weitere Suche abbrechen müssen: Am Montag wurde entschieden, wegen der Lawinengefahr keine Retter zu Fuss ins Gelände zu schicken. Das Wetter liess auch keinen Rekognoszierungsflug zu.» Die Situation soll am Dienstag neu beurteilt werden.
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