Drei Todesopfer nach Lawinenniedergang im Diemtigtal
Nach dem Niedergang von zwei Lawinen am Sonntagmittag im Gebiet Chummli (Gemeinde Diemtigen) sind acht Personen verletzt geborgen worden. Eine Person konnte nur noch tot geborgen werden. Zwei der Verletzten starben im Spital.
pkb/bns. Während den ersten Rettungsarbeiten ging laut einer Medienmitteilung eine weitere Lawine nieder: «Neue Rettungskräfte konnten acht Personen verletzt bergen; zwei davon erlagen ihren schweren Verletzungen im Spital. Eine Person konnte nur noch tot geborgen werden.»
Am Sonntag 3. Januar 2010 kurz vor 11.30 Uhr erfasste laut einer Medienmitteilung eine Lawine im Gebiet Chummli im Diemtigtal mehrere Tourenskifahrer: «Während einer der Skifahrer verschüttet wurde, alarmierten die anderen Skifahrer die Rettungskräfte und begannen selber mit der Suche nach dem Verschütteten. Kurz nachdem die Rettungsflugwacht den Notfallarzt eingeflogen hatte, löste sich um 12.05 Uhr eine weitere Lawine und verschüttete die Helfer. Rettungsflugwacht, Bohag und Air-Glaciers flogen mit mehreren Helikoptern zusätzliche Retter mit Hunden sowie Notärzte ein, welche im Verlaufe des Nachmittags acht Personen lebend bergen konnten. Diese wurden in zum Teil kritischem Zustand in Spitäler geflogen. Zwei der Verletzten sind in der Zwischenzeit verstorben. Eine Person konnte nur noch tot aus den Schneemassen geborgen und ausgeflogen werden. Bei den Verstorbenen handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen um zwei Tourenskifahrer sowie um einen Arzt der Rettungsflugwacht.» Es sei das erste Mal in der Geschichte der Rettungsflugwacht, dass sie bei einem Lawineneinsatz den Verlust eines eigenen Mitglieds des Rettungsteams zu beklagen habe, heisst es in einer am späteren Abend verbreiteten Medienmitteilung. Ernst Kohler, Vorsitzender der Rettungsflugwacht-Geschäftsleitung: «Es ist ausserordentlich tragisch, wenn Retter, die Verunglückten in Not helfen wollen, dabei ihr Leben verlieren. Ich bin aufgewühlt und denke in diesen Stunden an die Angehörigen und an die Betroffenen dieses tragischen Lawinenunglücks.» Die Rettungsflugwacht war laut der Medienmitteilung zu einem Lawinenunglück im Diemtigtal gerufen worden: «Gleichzeitig brachte ein Helikopter der Bohag erste Retter und einen Lawinenhund vor Ort. Nach der Landung des Helikopters der Rettungsflugwacht versorgte der Notarzt den durch seine Kameraden inzwischen geborgenen Skitourenfahrer. Noch während der Versorgung auf dem Lawinenkegel haben weitere Schneemassen die Helfer erfasst und verschüttet.» Die Rettungsflugwacht betrachte es als ihre Aufgabe, auch in schwierigen Situationen medizinische Hilfe an den Unfallort zu bringen: «Die Rettungsflugwacht tut das Menschenmögliche, um rund um die Uhr Leistungen von hoher Qualität und Sicherheit zu erbringen.»
Die grossangelegte Such- und Bergungsaktion, an der acht Helikopter, Mitglieder der Alpinen Rettung Schweiz mit Hunden und weitere Ärzte im Einsatz waren, musste nach Angaben des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland und der Kantonspolizei gegen 18 Uhr aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. – Für Angehörige der Verunfallten oder Personen, die im Gebiet Chummli (Chiley) Tourenskifahrer vermissen, ist eine Hotline eingerichtet worden: Die Nummer lautet: 031 634 34 34. |