Sprengstoffrückstände aus dem Raum Thun
In der Aare und im Bielersee gefundene Sprengstoffrückstände stammen aus dem Abwasser von namentlich nicht genannten Betrieben im Raum Thun. Die Konzentrationen sollen aber derart gering sein, dass nie eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestanden habe.
kkb/bns. Vorsorglich hat der Kanton laut einer Medienmitteilung Massnahmen angeordnet, die sich bereits positiv ausgewirkt hätten. Neuerlichen Untersuchungen haben nach Angaben des kantonalen Amtes für Wasser und Abfall gezeigt, dass die Rückstände aus dem Abwasser von Betrieben im Raum Thun stammten, die Sprengstoffe verarbeiten: «Die gemessenen Konzentrationen sind aus toxikologischer Sicht für Mensch und Umwelt unbedenklich. So liegen sie in der Aare und im Bielersee über 2000mal tiefer als die für Umweltbelastungen relevanten Grenzwerte. Auch die für Trinkwasser massgeblichen Leitwerte wurden in der Aare und im Bielersee um das 200fache unterschritten. In den Trinkwasserfassungen im Raum Thun wurden ebenfalls nur sehr geringe oder gar keine Sprengstoffrückstände gefunden.» Um welche sprengstoffverarbeitende Betriebe es sich handelt wurde auch auf Anfrage hin nicht bekanntgegeben.
Zwischen 2006 und 2008 habe das kantonale Gewässer- und Bodenschutzlabor Gewässer auf Sprengstoffrückstände untersucht, verlautet im weiteren: «Überraschenderweise zeigten die Untersuchungsergebnisse im Bielersee die höchsten Konzentrationen aller Berner Seen. Mit weiteren Untersuchungen in den Jahren 2008 und 2009 ist der Kanton den Ursachen nachgegangen.» Vorsorglich habe das Amt für Wasser und Abfall bereits während den Untersuchungen im Rahmen von neuen oder angepassten Gewässerschutzbewilligungen für die betroffenen Betriebe Massnahmen angeordnet: «Dies mit dem Ziel, die Sprengstoffrückstände in den Gewässern weiter zu reduzieren.» Die Massnahmen hätten sich schon nach kurzer Zeit positiv ausgewirkt: So seien im Bielersee im Oktober 2009 rund 80 Prozent weniger Rückstände des Sprengstoffs Hexogen gefunden worden als noch ein Jahr zuvor: «Im kommenden Jahr wird das Amt für Wasser und Abfall die weiteren Auswirkungen der angeordneten Massnahmen kontrollieren.» So sollen der Hagneckkanal, der Bielersee und die Trinkwasserfassung Lerchenfeld in Thun regelmässig auf Sprengstoffrückstände untersucht werden.
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