Jazztage Lenk: Klangreiches Schlussbouquet
Die 22. Jazztage Lenk (9. bis 18. Juli 2010) mit Jazz, Blues, Soul und Boogie mitten in einer imposanten Bergkulisse bewegten sich auf künstlerischem Topniveau, stiessen auf reges Publikumsinteresse und verzeichneten mit sommerlichen Temperaturen grosses Wetterglück.
pd/bns. Die Veranstalter sind laut einer Medienmitteilung mit der 22. Ausgabe der Jazz Tage Lenk rundum sehr zufrieden, freuten sich über das rege Publikumsinteresse und hatten mit vielen Sonnenstunden das Wetterglück auf ihrer Seite. Sie planen bereits das nächste Festival, das von Freitag 8. bis Sonntag 17. Juli 2011 stattfinden soll. Mit einem Konzert der Superlative zündeten die Jazztage Lenk zum klangreichen Schlussfeuerwerk ihrer 22. Ausgabe: Peter «Banjo» Meyer und seine European Jazz Giants verwöhnten die Liebhaber des traditionellen Jazz an der Lenk vom ersten Ton bis zum Schlussakkord. Mit dem Weltklasse-Trompeter Wendell Brunious, einem exquisiten Vertreter der Tradition des «N’Awlins Jazz», an vorderster Front, wussten die Giants mit wahrer Grösse zu begeistern. Das Publikum bedankte sich bei den Musikern auch mit frenetischem Applaus.
Am Tag zuvor hatten Patrick Artero an der Trompete und Don Vapie am Banjo, zusammen mit dem Thierry Ollé Trio, das zweite Jazz-Tage-Wochenende mit ihrem abwechslungsreichen Programm «Musicals Faces from New Orleans» auf Topniveau gebracht. Die Künstler waren exklusiv für diesen Auftritt in die Schweiz gereist. Das Schlussbouquet liessen die Red Hot Hottentots an der Sonntagsmatinée farbenfroh aufblühen. Ihr traditioneller Hot-Jazz mit Marching-Band-Ausflügen mitten ins gutgelaunte Publikum führte zurück zu den Wurzeln der Jazz Tage Lenk, zum Jazz aus New Orleans. Schwungvoll beigetragen zur dreitägigen Schlussrunde hatten auch die Longvalley Jazzband, die New Harlem Ramblers, die Jay-Dee Brassband und ein Konzert der Workshop-Students, die unter Beweis stellten, was sie am Jazz-Workshop unter der Leitung von Mike Goetz alles neu in ihr persönliches Repertoire aufgenommen hatten.
Am ersten Wochenende hatte die New-Orleans-Sängerin Lillian Boutté mit ihrem tiefschwarzen Gumbo Zaire das zehntägige Festival eröffnet. Sie präsentierte nicht nur stimmgewaltig ein Herz und Seele berührendes Programm, sondern auch die junge Vokalistin Denise Gordon, mit der zusammen sie in souligen Duetten trotz Sommerhitze Hühnerhaut verursachte. Das unterhaltsame Stelldichein dreier Generationen Max Greger mit Klarinetten-Unterstützung von Hugo Strasser brachte viel Swing und ausgelassene Stimmung auf die Hauptbühne am Lenker Kronenplatz. Die beiden Doyens und langjährigen Weggefährten liessen sich ihre gemeinsamen 172 Lebensjahre keinen Moment lang anmerken. Das Boogie-Trio um die am Sonntagmorgen fulminant aufspielende Anke Angel und die famose Gast-Bluesharpistin Kat Baloun, die energiegeladene Tommy Schneller Band am Vorabend des Fussball-WM-Finals, die Loverfield Jazzband und die Happy Feet Brass Band sorgten ebenfalls für eine tolle Wochenend-Festivalstimmung bei herrlichem Sommer-Bergwetter. Brillant und erstmals an der Lenk blies Norbert Susemihl mit seinen New Orleans All Stars zu einem packenden Klangerlebnis und startete in die vier reichbefrachteten Wochentage des Festivals. Wie es seit Jahren an der Lenk Tradition ist, legten am Dienstagabend die Festival-Teachers von den Jazz-Workshops Zeugnis ihrer Virtuosität auf ihren Instrumenten ab. Ab wie die Post ging es mit der Swiss Old Time Session, deren schweisstreibender Auftritt die Sommerhitze zusätzlich erhöhte. Keith Dunn schliesslich kehrte mit seinem Mundharmonika-Blues zu den Wurzeln dieses Stil zurück, um von hier aus, unterstützt von zwei Elektrogitarren, in modernere Gefilde vorzustossen. Feinfühlig und gleichzeitig rhythmisch packend ging Pianist Christian Rannenberg zu Werk und zelebrierte weiss-schwarze Tastenkunst.
Abseits der Hauptbühne waren die Bands auch gratis an Lunchkonzerten in den diversen Hotels und Restaurants an der Lenk zu geniessen. Am Vorabend wie spätnachts liessen sich von Blues und Boogie beeinflusste Klänge geniessen. Die Jazz-Jam-Session bot Berufs- wie Amateurmusikern Gelegenheit, instrumental nach frischen Improvisationsmöglichkeiten zu suchen. |